| 22:14 Uhr

Riedelberger Kirchenchor
Mit dem Chor rund um den Globus

Der 32-köpfige Kirchenchor Riedelberg unter Leitung von Oliver Duymel und Katharina Bonk am Piano begeisterte in der voll besetzten Dorfkirche.
Der 32-köpfige Kirchenchor Riedelberg unter Leitung von Oliver Duymel und Katharina Bonk am Piano begeisterte in der voll besetzten Dorfkirche. FOTO: Cordula von Waldow
Riedelberg. Der 32-köpfige Riedelberger Kirchenchor begeisterte unter Leitung von Oliver Duymel und seiner Assistentin Katharina Bonk das zahlreiche Publikum. Von Cordula von Waldow

Was für ein Konzert! Nach fast zwei Stunden erklatschte sich das begeisterte Publikum in der voll besetzten katholischen Kirche in Riedelberg stehend und pfeifend noch eine Zugabe von „seinem Chor“. Unter Leitung von Oliver Duymel und seiner Assistentin Katharina Bonk inszenierte der 32-köpfige, vierstimmige Riedelberger Kirchenchor mit zahlreichen Solisten und Freunden ein höchst abwechslungsreiches Konzert mit vielen Facetten.

„Die Welt braucht Lieder“, nach dem gleichnamigen Udo-Jürgens-Song als Eingangs-Titel und Konzert-Motto, führten die aufgeführten Werke rund um den Globus. Chor und Solisten wechselten sich in thematisch wie musikalisch ganz unterschiedlichen Liedblöcken ab, sodass ein farbenfrohes Kaleidoskop geistlicher und weltlicher Lieder entstand.

Besonders emotional wurde es mit dem von Susanne und Oliver Duymel vorgetragenen Tauflied ihrer Zwillinge, „Bedingungslos“. Tränen und Gänsehaut inklusive boten auch Kahtarina Bonk und ihr Vater Wolfgang. Der Senior hatte eigens Englisch gelernt, um mit seiner Tochter „You rise me up“ von Josh Groban zu interpretieren – innig, gefühlvoll und berührend. Die Musiklehrerin brillierte auch in ihren Soli mit ihrer tragfähigen, wandelbaren und sehr einfühlsamen Stimme.



Eine kleine Uraufführung erlebten die Zuhörer in dem nach christlichen Texten von Lexi und Jordan Flynn neu interpretierten „Hallelujah“ des Kanadiers Leonhard Cohen, das die beiden Schwestern von der Riedelberger Mühle auch selbst vortrugen.

Chor und Solisten bewegten emotional mit ihrer eigenen Begeisterung ebenso, wie mit den wunderbaren Stimmen oder mitreißenden instrumentalen Interpretationen. Bei diesem Konzert hatten zahlreiche Solisten ihren klang- und wirkungsvollen Auftritt. „Jeder von uns hat ein Talent von Gott geschenkt bekommen und das gilt es, zu leben“, betonte Oliver Dyumel die Gabe als Aufgabe, ob als Sänger, Pianist, Violinistin oder Trompeter. In der Interpretation des britischen „Land of Hope & Glory“ mit einem geistlichen Text auf Deutsch, kamen die Solisten wie Kaplan Matthias Schmitt mit seiner Trompete, die junge Sängerin Jordan und Geigerin Lexi sowie die einzelnen Chorstimmen in der Gemeinschaft besonders gut zur Geltung.

Zu weiteren Höhepunkten zählten drei Titel aus dem „Musikalische(n) Fenster zum Johannesevangelium“, einer zeitgenössischen Kompositionen für Chor, Solisten und Band. „In diesen drei Liedern ist die gesamte Bibel untergebracht“, beschrieb Oliver Duymel: Schöpfung, ein „Weihnachtslied“ von der Geburt Christi, das in seinem Gospelstil eher an eine Gebutstagsparty erinnerte, sowie Tod und Auferstehung. Als Zugabe gab der Chor mit der Hymne „Ich glaube“ von Udo Jürgens noch einmal eine große Portion Dankbarkeit, Freude und Hoffnung mit auf den Weg. „Es war wunderschön. Wem diese Musik nichts sagt, dem kann auch ich nichts sagen“, dankte der pensionierte Hornbacher Pfarrer Gerhard Poete den Mitwirkenden. „Es war ganz toll. Mein Stress hat sich vollkommen gelegt“, freute sich Theresa Andres. Sie war mit ihrem Ehemann Konrad Andres eigens aus dem saarländischen Riesweiler gekommen. „Meine Oma stammt aus Riedelberg“, erklärte der Landwirt den engen Bezug zur Gemeinde. Besonders gut gefallen hatte den beiden das „Hallelujah“.

Großes Lob gab es auch von den französischen Gästen des bitscher Chorale Œcuménique: „Ein wunderbares Konzert, sehr gelungen und mit verschiedenen Liedern und Rythmen, hervoragend interpretiert von allen Mitwirkenden. Und das in einem Dorf mit 450 Einwohnern.“

Der Kirchenchor in Riedelberg freut sich über neue Mitsänger. Probe ist jeweils montags ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.