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Ein ungewöhnliches Hundeleben
Retriever wird zum Schulhund der IGS Contwig erzogen

Lehrerin Jessica Müller mit den Schülern Paul Schneider, Patrice Woitowitz, Nikolas Kaufmann, Xenia Vojvoda und Torben Henkel und natürlich Hund Rudi.
Lehrerin Jessica Müller mit den Schülern Paul Schneider, Patrice Woitowitz, Nikolas Kaufmann, Xenia Vojvoda und Torben Henkel und natürlich Hund Rudi. FOTO: Margarete Lehmann
Contwig. Rudi, ein junger schwarzer Flat Coated Retriever, wird zu einem Schulhund der IGS Contwig erzogen. Von Peter Fromann

Jessica Müller ist Lehrerin an der IGS (Integrierte Gesamtschule) in Contwig. In ihrem Leben hatte sie es schon oft mit Hunden zu tun, sie ist Tierfreundin, speziell auch Hundefreundin bereits seit vielen Jahren. Und jetzt hat sie sich Rudi angeschafft, einen rabenschwarzen Flat Coated Retriever. Er ist gerade mal vier Monate jung, geht aber schon zur Schule, doch nur zu Kurzbesuchen. Müller: „Rudi begleitet mich später, wenn er ausgebildet ist, regelmäßig in die Schule und nimmt am Unterricht teil, wenn ich Biologie unterrichte. Allein darf er nicht in den Räumen der Schule herumspazieren. Ich muss immer in der Nähe sein.“

Erst wenn Rudi 18 Monate alt ist und eine richtige Hundeschule besucht hat, soll er sich viel in seiner Hundehöhle in der Biosammlung aufhalten, dem Unterricht aufmerksam folgen. Heuer besucht er aber erst einen Hundekindergarten, um soziales Verhalten zu lernen, dort kann er mit Welpen-Altersgenossen spielen und einfache Übungen lernen. Wie gesagt, wenn er ausgelernt hat, die Abschlussprüfung bestanden hat mit dem Hundeschuleabschlussdiplom, hilft er den IGS-Schülern beim Lernen, wenn die mal einen Durchhänger haben oder überhaupt seine Hilfe brauchen. Man weiß längst, dass die Anwesenheit eines vertrauten Tieres die Lernbereitschaft fördert.

„Natürlich müssen auch die Schüler ein wenig umlernen. Sie dürfen in Rudis Gegenwart nicht so einen schrecklichen Lärm machen, denn das verträgt er nicht so gut. Und wer sein Pausenbrot auf den Boden fall lässt, kriegt es womöglich nicht wieder, denn Rudi sorgt in diesem Fall für Ordnung“, sagt Jessica Müller augenzwinkernd. Hunde fördern erfahrungsgemäß die Freude am Schulalltag. Außerdem lernen die Kinder den artgerechten und respektvollen Umgang mit einem Tier, was auch dem Respekt gegenüber den Mitschülern förderlich ist. Hunde wiederum verfügen über eine ausgeprägte Körpersprache und sind selbst in der Lage, die Körpersprache der Schüler zu deuten und darauf entsprechend zu reagieren. Rudi ist also neu in der IGS Contwig. Neu ist auch der Bio-Unterrichtstrakt für die Oberstufe mit drei modern ausgestatteten Räumen. Beim Merkur-Besuch war dort die vierte Klasse der Grundschule Maßweiler zu Gast, um „weiterführende“ Schulluft zu schnuppern. „Wie leben Schnecken“ erfuhren die Kinder praxisnah: Behauste Schnecken waren für die die Schüler angeschafft worden, die jetzt live das Leben der Schnecken studieren konnten. Jessica Müller fasste es didaktisch zusammen.