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Battweiler
Prügelei „aus nichtigem Anlass“

 Zu Beginn der Partnerschaft mit der Gemeinde waren Zweibrücker Fallschirmjäger auch mit eigenen Vorführungen bei Veranstaltungen in Battweiler präsent.
Zu Beginn der Partnerschaft mit der Gemeinde waren Zweibrücker Fallschirmjäger auch mit eigenen Vorführungen bei Veranstaltungen in Battweiler präsent. FOTO: Norbert Schwarz
Battweiler. Die Polizei hat die Kerweschlägerei in Battweiler, die zum Ende der Partnerschaft mit den Fallschirmjägern führte, rekonstruiert. Von Jan Althoff

Erstmals hat die Zweibrücker Polizei jetzt auf Merkur-Anfrage Details zur Prügelei auf der Battweiler Kerwe Anfang Oktober genannt, die zu einem Ende der Partnerschaft der Gemeinde mit den Zweibrücker Fallschirmjägern geführt hatte (wir berichteten). Nach bisherigen Erkenntnissen kam es demnach am Kerwemontag (7. Oktober) gegen 17 Uhr im Toilettenbereich zwischen zwei Beteiligten ( von der Polizei A und B genannt) „aus nichtigem Grund“ (es war wohl Alkohol im Spiel) zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der A dem B ins Gesicht schlug. B wurde dabei leicht verletzt.

Nach dem Vorfall setzte sich A im Dorfgemeinschaftshaus zu seinen Bekannten an den Tisch. Zwei dem A unbekannte Personen (C und D) kamen plötzlich in Richtung A gelaufen, so dass dieser befürchtete, „aufgrund des vorangegangenen Vorfalls in der Toilette körperlich angegangen zu werden“, rekonstruiert der Zweibrücker Polizeichef Matthias Mahl den Vorfall.

A stand auf und versetzte dem herannahenden C einen Schlag ins Gesicht. C zog sich dabei eine blutende Verletzung am Kinn zu. Wer D war, konnte bislang nicht ermittelt werden. Sofort kam es zu einer Rudelbildung zwischen der Gruppe des A (die zunächst am Tisch gesessen hatte) und anderen anwesenden Gästen, in deren Verlauf noch drei weitere Personen verletzt wurden.



Bei der Kerweschlägerei wurde einem Freund des A, einem von zwei beteiligten Bundeswehr-Soldaten in Zivil, von E ein Stück Knorpel des Ohrs abgebissen. ohne dass ein dauerhafter Schaden zurückblieb, denn das Knorpelstück konnte wieder angenäht werden. Zwei weitere Beteiligte (F und G) wurden bei der Schlägerei von A ebenfalls leicht durch Schläge verletzt. Wer der zweite Bundeswehr-Angehörige in dieser Buchstabensuppe war, wollte Mahl nicht verraten und verwies auf den Zweibrücker Kommandeur Markus Meyer. Der wollte die Frage mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren ebenfalls nicht beantworten.

Insgesamt ergaben sich aus dieser Schlägerei laut Mahl bis heute sieben Strafanzeigen (sechs mal Körperverletzung, ein Mal gefährliche Körperverletzung) gegen insgesamt vier Personen, wobei gegen A vier Strafanzeigen erstattet werden mussten. Es konnten „aufgrund des herrschenden Durcheinanders“ bislang nicht alle Beteiligten namentlich ermittelt werden. Der Beschuldigte A wurde selbst auch von zwei unbekannten Personen geschlagen.

Eine Pressemitteilung der Polizei, wie sonst bei potenziell wichtigen Vorfällen üblich, gab es in diesem Fall nicht. Zur Begründung sagt Polizeichef Mahl: „Dies geschah deshalb nicht, weil der Sachverhalt zunächst sehr unklar war, so dass die Meldung sehr vage ausgefallen wäre. Gleichzeitig waren aber vor Ort zahlreiche Zeugen festgestellt worden, so dass für die langwierigen Ermittlungen keine weiteren Zeugen gesucht werden mussten.“