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Sorge um Innenstadt
Pirmasenser Räte sagen Nein zur Outlet-Erweiterung

Pirmasens. (est) Der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick macht ernst: Am Montag hat er sich in der Sitzung des Stadtrates erneut in aller Deutlichkeit gegen den Ausbau des Zweibrücker „Fashion Outlets“ ausgesprochen. Von Erik Stegner

„Eine Erweiterung wäre eine unmittelbare Gefahr für alle unsere Investitionen und Projekte – wie die Schuhstadt – für die der Stadtrat und die Stadtspitze hart gekämpft haben“, appellierte er und betonte: Wenn es nötig sei, dann müsse mit rechtlichen Schritten gegen das Zweibrücker Projekt vorgegangen werden. Die Ratsmitglieder aller Parteien forderte Zwick dazu auf, eine klare Haltung zu zeigen. Eine Erweiterung um fast 50 Prozent (8 500 Quadratmeter) sei inakzeptabel. Von einigen Seiten werde seine offen vorgetragene Ablehnung als Zeichen der Schwäche angesehen. Pirmasens agiere aber mit seinen Erfolgen bei der Innenstadtbelebung aus einer Position der Stärke heraus.

Die Förderung des Kernzentrums sei in den letzten Jahren nachhaltig verfolgt worden und habe zu sehr positiven Entwicklungen geführt. Auch besage das Gesetz, dass es auf der grünen Wiese keine innenstadtähnlichen Strukturen geben dürfe. Und Pirmasens bekomme die Auswirkungen durch das jetzige Outlet schon stark genug zu spüren.

Ratsmitglied Erich Weiss (CDU) warnte im Falle einer Erweiterung vor einer Wettbewerbsverzerrung und einem weiteren Aderlass des innerstädtischen Einzelhandels. Denn mit den Zweibrücker Plänen gehe wohl auch eine Verbreiterung des Sortimentes einher. Nachweislich habe es in der Pirmasenser Innenstadt seit der Eröffnung des Outlets Umsatzrückgänge von bis zu 40 Prozent gegeben. Nicht außer acht gelassen werden dürfe die Verpflichtung zur Nahversorgung.



Das Zweibrücker Argument mit der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen will Weiss nicht gelten lassen. Es sei doch nicht so, dass zusätzliche Stellen entstehen, sondern sie würden nur auf andere Plätze umverteilt – davon seien alle Nachbarn betroffen.

Sebastian Tilly, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, erklärte, dass es viele Pirmasenser gebe, die in Zweibrücken arbeiten. Und klar sei auch, dass es bezüglich der Erweiterung noch viele Unklarheiten gebe, über die es sich zu informieren gelte. Ein Ausbau in Zweibrücken könne aber ohne Zweifel auch das zarte Pflänzchen der positiven Entwicklung der Pirmasenser Innenstadt gefährden, sagte Tilly und sprach sich in einer zweiten Wortmeldung im Namen seiner Fraktion für die Unterstützung des Pirmasenser Einzelhandels aus.

Stefanie Eyrisch, Fraktionsvorsitzende der CDU, kritisierte Tilly: Es gebe in dieser Frage kein „Drumherumgerede“. Es sei die Verpflichtung und der Wählerauftrag aller Stadtratsmitglieder für den Erhalt des Einzelhandels in der Innenstadt zu kämpfen. „Wir müssen uns klar positionieren“, forderte sie.

CDU-Ratsmitglied Berthold Stegner mahnte einen fairen Wettbewerb zwischen beiden Städten an, der im Falle einer Erweiterung in Zweibrücken nicht mehr gegeben sei. In seiner Argumentation bemühte er die Ausnahmestellung des Outlets samt Ausnahmegenehmigungen vor dem Bau auf dem ehemaligen Flugplatzgeländes und stellte fest: „Ich sehe dort keinen Flugplatz mehr.“ (est)