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Klassenraum war gerade erst frisch saniert
Schimmelpilzsporen gemessen: Contwiger Klasse muss nach Stambach umziehen

 Zwei Pilzsporen-Arten (Symbolbild einer anderen Schimmelpilzart) wurden in für Kinder gefährlicher Konzentration in der Raumluft gemessen.
Zwei Pilzsporen-Arten (Symbolbild einer anderen Schimmelpilzart) wurden in für Kinder gefährlicher Konzentration in der Raumluft gemessen. FOTO: dpa / Pressefoto BASF/dpa
Contwig. Für die neue, dritte erste Klasse in Contwig beginnt die Schulzeit mit einem Provisorium: Ihr eigentlicher Klassenraum ist gesundheitsgefährlich.

Wegen Schimmelpilzsporen in einem frisch sanierten Klassenraums des Grundschulgebäudes an der Maßweiler Straße in Contwig müssen Erstklässler nun nach Stambach umziehen.

Karl-Heinz Brügel, Zentralverwaltungsleiter der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, informierte darüber am Montag per Pressemitteilung. Darin heißt es zunächst zur Vorgeschichte: „Nachdem sich abzeichnete, dass im Schuljahr 2019/2020 für die Grundschule Contwig mit den Standorten Stambach und Contwig ein zusätzlicher Klassensaal benötigt wird, hat die Verbandsgemeindeverwaltung im Frühjahr mit den Vorbereitungen zur Sanierung des ehemaligen Turnraumes begonnen. Hier soll eine dritte 1. Schulklasse einziehen.“

Die Eignung dieses im Untergeschoss gelegenen Raumes in baulicher und schulischer Hinsicht sei mit Schule, Elternvertretung, Schulbehörde und Bauabteilung abgestimmt worden. „Zwar gab es in zurückliegenden Jahren im Unterschoss Probleme mit Feuchtigkeit, weshalb der Raum auch seit Fertigstellung der Schulturnhalle in Stambach nicht mehr als Turnraum genutzt wurde. Aktuell gab es jedoch keinerlei Anzeichen auf Schimmelbefall.“ Daraufhin erfolgte „eine umfassende bauliche Sanierung des Raumes, die in den Sommerferien 2019 durchgeführt und planmäßig abgeschlossen wurde“. Aufgrund der Feuchtigkeits-Vorgeschichte sollte der Raum nach Abschluss der Bauarbeiten durch ein unabhängiges Fachbüro begutachtet werden.



Am 2. August nun habe das Büro Dr. Marx GmbH (Spiesen-Elversberg) „eine Gesamtsporen-Raumluftmessung durchgeführt und der Verwaltung am 9. August“ mitteteilt: In der Luft im Klassenzimmer finden sich im Vergleich zur Außenluft erhöhte Gehalte an Sporen der Feuchtearten Chaetomium und Stachybotrys; somit könne die Belastung von innen kommen. Alle anderen Sporen „liegen – völlig unauffällig – im Bereich einer normalen Hintergrundbelastung“.

Das Büro sehe, schreibt die VG-Verwaltung, „im untersuchten Klassenzimmer – aufgrund der moderaten Belastung der Raumluft mit Schimmelpilzsporen – keine unmittelbare gesundheitliche Gefährdung für gesunde erwachsene Personen – eine angemessene regelmäßige Lüftung vorausgesetzt. Da es sich jedoch um einen von Kindern besuchten Klassenraum handelt, empfiehlt die Dr. Marx GmbH aus Vorsorgegründen unter anderem, die Nutzung des Raumes als Klassensaal bis auf Weiteres auszusetzen und eine Luftreinigung durch eine Fachfirma sowie eine umfassende Reinigung der Oberflächen durchzuführen.“

Die Verwaltung habe noch am Freitag die Schulleitung informiert und mit dieser abgestimmt, die neue Klasse zunächst provisorisch im Schulgebäude in Stambach unterzubringen. Gleichzeitig wurden bereits Firmen kontaktiert, um die vorgeschlagenen Reinigungsmaßnahmen in den nächsten Tagen durchzuführen. Danach werde erneut die Raumluft gemessen: „Die Nutzung des Klassenraumes wird erst nach Bestätigung der Unbedenklichkeit erfolgen.“