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Pfleger muss wegen sexuellen Missbrauchs ins Gefängnis

Zweibrücken. Ein früherer Pfleger des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken ist gestern vor dem Landgericht Zweibrücken zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der 30-Jährige im Mai 2007 in drei Fällen eine Patientin sexuell missbraucht hat. In einem vierten Fall war es beim Versuch geblieben

Zweibrücken. Ein früherer Pfleger des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken ist gestern vor dem Landgericht Zweibrücken zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der 30-Jährige im Mai 2007 in drei Fällen eine Patientin sexuell missbraucht hat. In einem vierten Fall war es beim Versuch geblieben. 2011 war der gebürtige Zweibrücker zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden (wir berichteten). Doch der Bundesgerichtshof verwies den Fall zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Zweibrücker Landgericht zurück. Die Richter sollten vor allem den vierten Tatvorwurf noch einmal überprüfen. Die Verhandlung fand nicht öffentlich statt, um die schutzwürdigen Interessen des Angeklagten und des Opfers zu berücksichtigen.Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte "die schutzlose Situation" der Frau ausgenutzt, um sexuelle Handlungen an der Frau zu vollziehen. So sei das Opfer linksseitig gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen, der damals 25-Jährige laut Anklage im Tatzeitraum als Pfleger für die Frau zuständig gewesen. Er habe ihr etwa bei der Körperpflege geholfen. Das Gericht ging in seinem Urteil von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Eine Vergewaltigung habe nicht vorgelegen, da der Täter keinen Widerstand erwarten durfte, so Richter Michael Schubert. Die Kammer stützte sich auf die Aussagen des 30-Jährigen und der Patientin. Ein geringeres Strafmaß sei nicht möglich gewesen. Der Richter erinnerte an die Folgen für das Opfer, das seit den Vorfällen vom Sohn betreut werden muss. nob