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Wohnhausbrand in Dellfeld
Passanten retten älteres Ehepaar

In der Schulstraße in Dellfeld hat in der Nacht auf Samstag ein Wohnhaus gebrannt. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig.
In der Schulstraße in Dellfeld hat in der Nacht auf Samstag ein Wohnhaus gebrannt. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. FOTO: Norbert Schwarz
Dellfeld. Bei einem Wohnhausbrand in Dellfeld blieb es in der Nacht zu Samstag beim Sachschaden.

80 Feuerwehrleute mit 30 Einsatzfahrzeugen, darunter die Floriansjünger der Stadt Zweibrücken mit ihrer Drehleiter, haben in der Nacht von Freitag auf Samstag stundenlang mit einem Feuer gekämpft, dem aufgrund moderner Baumaterialien nur schwer beizukommen war.

Riesenglück im Unglück hatte das schlafende Ehepaar im Schadenshaus. Drei junge Burschen, die eigentlich vergnügte Stunden auf dem  „Scheijerfeschd“ auf dem oberhalb der Schulstraße gelegenen Berghof verbringen wollten, hatten die richtige Zufahrt zur Veranstaltungsstätte nicht gefunden und bemerkten im Vorbeikommen den Feuerausbruch im Dachgeschoss. Trotz Rufen, Lärmen und Hupen blieb alles still. So entschlossen sich die Warnenden, beim Schwiegersohn des geschädigten Ehepaares Sturm zu läuten. Gewaltsam verschaffte sich der Schwiegersohn Zugang zum Haus der Schwiegereltern und rettete diese vor der Feuerbrunst, die reichlich Nahrung in den gedämmten Zwischenräumen des Dachgebälks fand. Das Ehepaar wurde später zusammen mit seinem Schwiegersohn von ASB-Helfern ins Krankenhaus nach Zweibrücken zur ärztlichen Versorgung gebracht. Beim Einschlagen der Scheibe im Erdgeschoss hatte sich der Schwiegersohn an Hand und Arm verletzt.

Das Haus ist derzeit unbewohnbar. Allein der Wasserschaden hat ein enormes Ausmaß angenommen. In der ersten Schadensschätzung geht die Polizei von einem Gesamtschaden in Höhe von 80 000 Euro aus. „Ich bin nunmehr seit 37 Jahren aktiver Feuerwehrmann, doch sowas habe ich in den bald vier Jahrzehnten noch nicht erlebt. Wir konnten den Brandnestern unter dem geschlossenen Dach nicht beikommen. Erst mit einer Spezialsäge, welche inzwischen zum Ausrüstungsstandard der Verbandsgemeindefeuerwehr aus Thaleischweiler-Wallhalben zählt, war es möglich, das Blechdach aufzuschlitzen und damit Zugänge zu den verschiedenen Brandherden zu schaffen. Die Mehrfachverglasung der großen Türelemente im Dachgeschoss war ein weiteres Hindernis. Selbst stärkster Wasserstrahl von außen und die Feuerhitze dahinter im Gebäude ließen das Glas nicht bersten. Gewaltsam mussten wir uns Zugang verschaffen“, so der stellvertretende Verbandsgemeindewehrleiter Andreas Glahn in der Einsatznacht.



Alarmiert zum Wohnhausbrand hatte die Rettungsleitstelle Landau um 23.29 Uhr. Dabei war allerdings schon der Hinweis gekommen, dass sich niemand mehr im brennenden Objekt befindet. 80 Feuerwehrleute mit 30 Fahrzeugen waren im Einsatz. Neben den Wehren aus Dellfeld und Contwig leisteten Feuerwehrleute aus Althornbach, Bechhofen, Käshofen, Kleinsteinhausen, Mauschbach, Rosenkopf, Walshausen und der Stadt Zweibrücken Hilfe. Von dort kam auch die Drehleiter, mit welcher der Brand bekämpft wurde. Die Feuerwehrleute aus Rieschweiler-Mühlbach waren zum Einsatz ihrer Rettungssäge angefordert worden.

Erst nach fünfstündigem Löscheinsatz war das Feuer aus. Zu einer „Durchzündung“ (Explosion der Rauchgase) beim Brand, wie vor Monaten in Bechhofen, war es diesmal nicht gekommen, die Gefahr bestand allerdings. Ortsbürgermeisterin Doris Schindler und Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker waren vor Ort und lobten den umsichtigen Einsatz aller Helfer. Die SEG-Gruppe Versorgung betreute die Helfenden. Der ASB hatte den „First-Responder“ aus Contwig vor Ort. In den Morgenstunden (sieben Uhr) konnte der Einsatzort der Polizei übergeben werden.