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Landkreis Südwestpfalz
Partnerschaften aufleben lassen

 Landrätin   Susanne Ganster   Foto: Landkreis
Landrätin Susanne Ganster Foto: Landkreis FOTO: Landkreis
Südwestpfalz. Der Fachausschuss des Landkreises hat  erstmals in dieser Wahlperiode getagt. Von Guido Glöckner

Gerade einmal drei Monate vor dem Ende der fünfjährigen Wahlperiode hat der Partnerschaftsausschuss des Landkreises Südwestpfalz am Montag erstmals getagt. Landrätin Susanne Ganster hat diese Premiere genutzt, um die Ausschussmitglieder zu informieren, was bisher in den Partnerschaftsprogrammen mit Kommunen in Ruanda, China und Polen passiert ist, und um für eine Wiederbelebung der Initiativen zu sorgen.Der Ausschuss – nicht alle der neun Mitglieder waren erschienen – soll die Partnerschaften politisch begleiten, damit sie nicht alleine eine Sache der Verwaltung bleiben, erklärte die Landrätin, die sich im Vorfeld der Sitzung intensiv mit der Vergangenheit der drei Partnerschaften mit dem polnischen Landkreis Sucha Beskidzka, dem chinesischen Distrikt Wujiang und mit drei ruandischen Gebietssektoren beschäftigt hat.

Die intensivste Partnerschaft besteht mit dem polnischen Landkreis, seit elf Jahren finden jährlich wechselseitige Besuche von Delegationen statt, so Susanne Ganster, inzwischen sei auch die Feuerwehr eingebunden worden und die Berufsbildende Schule (BBS) Rodalben pflege einen intensiven Schüleraustausch mit einer Partnerschule. Jüngstes Kind der deutsch-polnischen Partnerschaft ist ein musikalisch-kultureller Zweig, erste Kontakte wurden von Blasmusikern mit den Schwarzbachtalern in Thaleischweiler-Fröschen geknüpft.

Dass diese Partnerschaft funktioniert, zeige die Festlegung eines neuen Besuchstermins von 14. bis 17. Juni dieses Jahres, so die Landrätin, wenn eine sechsköpfige polnische Delegation in den Landkreis komme. In diesem Zeitraum finde sowohl ein Musikfest der Schwarzbachtaler als auch eine Jubiläumsveranstaltung des Kreisblasorchesters statt, die besucht werden sollen im Rahmen der gewünschten kulturellen Partnerschaft.



„Eine andere Art der Partnerschaft“ bestehe mit Ruanda, erklärte Susanne Ganster. Nachdem Rheinland-Pfalz mit dem afrikanischen Land eine Partnerschaft pflegt, habe sich schon 1985 auch eine erste regionale Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und der ruandischen Gemeinde Ramba entwickelt. Nach zwei Projekten wie dem Bau und der Einrichtung einer Schule dort sei diese Partnerschaft zum Erliegen gekommen durch den Bürgerkrieg in Ruanda. Erst 2009 wurde ein neues Projekt gefördert, zuletzt half der Landkreis 2014 bei der Finanzierung eines fünften Projekts.

Alle Ruanda-Projekte, in die der Landkreis involviert war, wurden mit und über das Land abgewickelt, so Susanne Ganster, auch um eine ordnungsgemäße Abwicklung und Verwendung der Spendengelder zu garantieren. Sie möchte auch auf dieser Schiene weitermachen, während Bernd Schumacher, Kreistagsfraktionssprecher der Grünen/Linken, die Gründung eines Partnerschaftsvereins ins Gespräch brachte, um private Initiativen zu fördern – auch das Afrika-Engagement des Hauensteiner Schuhunternehmers Carl-August Seibel in der beruflichen Bildung sprach Schumacher an. Ein solches Projekt gemeinsam mit dem Landkreis schwebt ihm für die Ruanda-Partnerschaft vor.

Bleibt schließlich noch die China-Partnerschaft mit der Verwaltungszone Wujiang, die jüngste Kooperation des Landkreises. Über das Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium in Dahn seien die Kontakte entstanden, erinnerte die Landrätin, inzwischen pflegen sowohl das Gymnasium als auch die BBS Rodalben schulische Kontakte. Das Interesse der Chinesen an einer Vertiefung der Kontakte sei groß, erklärte sie, aus diesem Grund lasse sie derzeit gerade die Wirtschaftsförderung prüfen, ob es bei den Unternehmen im Landkreis ein Interesse an einer Zusammenarbeit gebe. Für das laufende Jahr habe sich eine chinesische Delegation aus Wujiang für einen Besuch im Landkreis angekündigt.