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Kerwe Althornbach
Die Achse Paris-Knopp-Moskau

Ein Bilderbuchkerwe feierten dieses Wochenende die Dorfbewohner, Gäste und insbesondere die Straußmädels und Straußbuben von Althornbach.
Ein Bilderbuchkerwe feierten dieses Wochenende die Dorfbewohner, Gäste und insbesondere die Straußmädels und Straußbuben von Althornbach. FOTO: Norbert Schwarz
Althornbach. Bei der Althornbacher Kerwe nahmen die beiden Redner auch den Umleitungsverkehr infolge der Sanierung der Ortsdurchfahrt aufs Korn. Von Norbert Schwarz

„Unn die Althornbacher Kerb soll läwe“ – aus vier Mädchenkehlen und der gleichen Anzahl an Jungmännerkehlen kam dieser altbekannte Ruf am Sonntag am Vereinsheim der Obst- und Gartenbaufreunde, wo am frühen Nachmittag viele Dorfbewohner mit ihren Gästen gespannt darauf warteten, mit welchen Neuigkeiten Carlos Ewig und Marcel Hesse als diesjährige Kerweredner aufwarten würden.

„Gundach, Bonjour und ach Hällow, ihr werres net glawe, mir sind immer noch do“, so der Willkommensgruß. Was seit dem letzten Jahr im Ort Bedeutsames passierte, wurde Revue passieren gelassen, und dabei beleuchtete das Rednerduo gleich zum Auftakt die eigene Situation. „Im letschde Joor soll sich so mancher zu uns geselle, um was Gescheites uff die Bään se stelle. Zwä Neije konnte de Weg zu uns finne, die wolle mehr jetzt an uns binne. Nur acht Leit sinn mer an de Zahl, der wech zu de Kerb, war echte Qual!“ Der erste große Brüller im Zuhörerrund kam dann auf, als einer der Neulinge humorvollst beschrieben wurde: „Es is de Sascha ausem Gebhardt Christiane seine Lende, der will mol wern wie sei Vadder, ach e Althornbacher Kerwelegende …“.

Einfallsreich, regelrecht köstlich die nachfolgenden Formulierung zu den Geschehnissen seit der letzten Kerwerede, die letztes Jahr beim neuen Bürgerzentrum gehalten wurde. So erfuhren alle nicht nur von einem Katerklau oder, dass auch Althornbach seinen „Gaza-Streifen“ vorzuweisen hat – mit dem feinen Unterschied, dass eben da in der Westpfalz keine Bomben fallen. Heinz Schlemmer, welcher sich beim Schaffen des neuen Bürgerzentrums ganz besondere Verdienst erwarb, solle jetzt offiziell gemeindlicher Bauamtsleiter werden, dass es künftig mit dem Sanieren, Restaurieren einfach besser klappt. „In unserer Gemään werd so viel gebaut, saniert und reschdauriert, un net jeder ist sefriede mit denne Umständ, wie des is arrangiert. Die Leit in de Bauertschdroß hats besonnersch hart gedroff, bei denne ist de ganze Verkehr von de Achse Paris-Knopp-Moskau durch gefloss.“ Alle Straußmädels und -buben hätten an den Formulierungen und dem Zusammentragen dieser „Kerwe-News“ mitgeholfen, versicherten die Redner Ewig und Hesse.



Das Handwägelchenrennen zum Auftakt am Freitag war wieder ein ganz besonderes Highlight, das „Oktoberfest“ im neuen Bürgerzentrum ein echter Hit. Heute am Kerwemontag ziehen die Straußmädels und -buben zum „Ständeln“ durch Althornbach und erbitten Gaben für die sich immer mehr leerende Kerwekasse. Am Dienstag soll nach alter Sitte die Kerb 2018 zu Grabe getragen werden, bis es i n einem Jahr dann wieder heißt: „Unn die Althornbacher Kerb soll läwe …“.