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Orientierungsritt
Herausforderungen auf herrlicher Strecke

Konzentriert und mit viel Spaß bemühte sich Madlen Zich, durch das Fernglas Mini-Gegenstände zu erkennen.
Konzentriert und mit viel Spaß bemühte sich Madlen Zich, durch das Fernglas Mini-Gegenstände zu erkennen. FOTO: Cordula von Waldow
Kleinbundenbach. Der Orientierungsritt des RFV Bundenbacherhöhe hatte es mal wieder in sich. Die 40 Reiter waren jedenfalls mit Spaß und Hingabe bei der Sache. Von Cordula von Waldow

Der Orientierungsritt des RFV Bundenbacherhöhe ist nahezu ein Wettergarant. So machten sich kürzlich bei strahlendblauem Herbsthimmel und angenehmen Temperaturen 40 Reiter in 19 Gruppen auf einen gut 15 Kilometer weiten Weg rund um Kleinbundenbach, um die herbstliche Natur aus dem Sattel heraus zu genießen und dabei kniffelige Aufgaben zu lösen.

Das Sammeln von Buchstaben, um daraus den Lösungssatz zu basteln, war nur eine davon. Am zweiten von insgesamt drei Stops auf der saftigen Wiese im Wiesbacher Tal galt es, winzig kleine Gegenstände auf einem Biertisch mit dem Fernglas zu erkennen. „Hase, U, Traktor, das eine kann ich noch nicht erkennen“, diktierte Madlen Zich (18) der Betreuerin in den Block. Für sie und Domena war es der erste Orientierungsritt an der Seite der erfahreneren Johanna Hüther (19) mit Tuelator. Sie fand die herrliche Strecke und geistigen Herausforderungen dabei „echt cool“.

Eine besondere Herausforderung waren Fragen, bei deren Beantwortung man „um die Ecke denken“ musste. „Wir sind mit den beiden Kutschpferden der Familie Reinhard bestens beritten. Die beiden sind total ruhig und besser könnten wir es als Reitbeteiligungen gar nicht haben“, freuten sich die beiden Zweibrückerinnen über den schönen Ritt.



Ähnlich begeistert waren auch Teresa Thum und Jana Dechent aus dem Raum Kusel. Die beiden 15- und 16-jährigen Reiterinnen lobten die wunderschöne Strecke durch die tolle Landschaft und die gute Organisation. „Man merkt, wie viel Mühe sich der Verein damit gibt. Die Aufgaben sind wirklich interessant.“

Dabei hatten die Reiterinnen den Höhepunkt, den Trailparcours in der Bundenbacher Reithalle, noch vor sich. Das Tor aus dem Westernreiten, das zu öffnen und nach dem Durchreiten wieder zu schließen war, die von Stangenhindernissen wie eine Brücke eingesäumte Plane, das Stangen-L mit bunten Luftballons daran und auch das Entenangeln aus dem Sattel heraus waren vergleichsweise einfach. An dem von Organisatorin Gabi Hahm kunstvoll kreierten Vorhang aus bunten Plastikflaschen, den einer der Reiter in jedem Team zu durchqueren hatte, um zu punkten, schieden sich jedoch die Geister. Rund die Hälfte der Pferde ließ sich, nach Angaben von Trail-Leiter Michael Regitz, mehr oder minder leicht überzeugen. Die andere Hälfte jedoch weigerte sich standhaft.

Wer das gelbe Überraschungsei entdeckt, mit Sachfragen aus der Reiter- und Pferdeszene sowie aus der Natur gepunktet hatte, konnte sich dennoch über eine gute Platzierung freuen. Die erfahrenen Orientierungs-Reiterinnen, Inga Schunck und Tochter Katharina aus Weselberg, hatten die Esskastanie als Baum des Jahres zuvor recherchiert. Ob sie alle Vögel auf den Bildern richtig erkannt hatten, wussten die beiden nicht so genau. Am Ende belegten sie Rang Acht.

Der Lösungssatz „Bandagiert rund um die Uhr, Mitteltrab in einer Tour, manche nennen das Dressur“, brachte manche der Reiter zum Schmunzeln. Am Ende siegten Claudia Wendel und Melandie Schütz vom Heckenaschbacherhof in Contwig souverän vor Martina Lauer und Margot Kruber (Zweibrücken) sowie Julia Bischof und Jessica Kiefer vom gastgebenden Verein. Johanna Hüther und Madlen Zich wurden bei ihrem ersten gemeinsamen Orientierungsritt Vierte.