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Polizeidirektion Pirmasens
Neuer Chef will noch bürgernähere Polizei

 Polizeipräsident Michael Denne liest Stefan Bauer, dem neuen Leiter der Polizeidirektion Pirmasens, aus der Ernennungsurkunde vor.
Polizeipräsident Michael Denne liest Stefan Bauer, dem neuen Leiter der Polizeidirektion Pirmasens, aus der Ernennungsurkunde vor. FOTO: Hans Pertsch
Pirmasens/Zweibrücken. Stefan Bauer neuer Leiter der Polizeidirektion. Vorgänger Karl Höhn nach 45 Dienstjahren pensioniert. Von Franz Pioth

Stabwechsel in der Polizeidirektion Pirmasens, der auch die Polizeiinspektion Zweibrücken unterstellt ist: Karl Höhn, der die Dienststelle sieben Jahre geleitet hatte, ist am Freitag in den Ruhestand verabschiedet worden. Am Samstag wurde er 64 Jahre alt.

Stefan Bauer wurde vor rund 100 Gästen als Nachfolger ins Amt eingeführt. Der 57-jährige aus Klingenmünster war seit zehn Jahren Leiter der Pirmasenser Inspektion und auch der Stellvertreter Höhns. Vorher leitete er vier Jahre in Neustadt und sechs Jahre in Kaiserslautern die Inspektionen.

Bauer kündigte an, er wolle mit einer „Bürgerpolizei“ das Sicherheitsgefühl in der Südwestpfalz weiter stärken. Dazu sei eine noch stärkere Vernetzung notwendig. Schon seit Jahren sei die Aufklärungsquote der Polizeidirektion weit überdurchschnittlich. Die Südwestpfalz sei eine der sichersten Regionen Deutschlands.



In seiner Antrittsrede sagte der Polizeidirektor weiter, die Integration in der Westpfalz sei ihm als Vorderpfälzer nicht leichtgefallen. Mittlerweile sei er zu 100 Prozent angekommen. Die Mitarbeiter seien sehr engagiert. Beifall gab es für sein klares Bekenntnis zum B 10-Ausbau. Denn aus seinen Erfahrungen als Pendler wisse er, wie wichtig vier Spuren seien.

Mit einer kurzweiligen Rede hatte der Kaiserslauterer Polizeipräsident Michael Denne den Stabwechsel eingeleitet. Er ging auch kurz auf das „besondere Spannungsverhältnis“ wegen des Polizeieinsatzes am Kiesweg ein. Ein 56-Jähriger war nach dem Einsatz einer Elektroschockpistole im Krankenhaus an einem Herzinfarkt gestorben (wir berichteten). Die Polizei in der Westpfalz habe einen guten Ruf und die seltenen Beschwerden würden aufgearbeitet. (Der Pirmasenser Oberbürgermeister Bernhard Matheis, CDU, warnte im Zusammenhang mit dem Einsatz am Kiesweg vor einer Vorverurteilung der Polizei.)

An Höhn gewandt sagte Polizeipräsident Denne, „einen guten Mitarbeiter zu verabschieden, ist immer eine traurige Angelegenheit“. Der gebürtige Zweibrücker habe mit 19 Jahren in Schifferstadt seinen Polizeidienst angetreten und sei dort schon positiv aufgefallen. In den fast 45 Jahren habe er insbesondere durch seine menschliche Qualitäten und fachlichen Kompetenzen überzeugt. Karl Höhn sei auch ihm ein guter Berater gewesen, der Probleme pragmatisch angepackt habe. Dabei sei er freundlich auftreten und offen für Neues gewesen. Höhn habe sich den Ruhestand redlich verdient.

Höhn selbst erinnerte daran, dass er genau vor sieben Jahren als Nachfolger von Dieter Welter gekommen war. In den 45 Jahren habe er das gesamte Spektrum der Polizei kennengelernt. Bei Staatsbesuchen von George W. Bush, Bill Clinton, Michail Gorbatschow und Boris Jelzin unter Kanzler Helmut Kohl in Speyer und Deidesheim sei er mit dabei gewesen. Auch die Fußball-WM 2006 sei ein Höhepunkt in seinen Berufsleben gewesen. „Es war schön, jetzt rufen die Berge“, verabschiedete sich Höhn, der von Frau und Tochter begleitet wurde.

„Suchen Sie sich noch ein Hobby“, rief der Polizeipräsident in Richtung von Bauers Frau Andrea angesichts des Arbeitspensums ihres Mannes. Bauer, der bereits mit 17 Jahren zur Polizei gekommen sei und auch harte Diskussionen nicht scheue, habe eine beeindruckende Karriere gemacht. Denn er könne gut auf Menschen zugehen, habe Netzwerke und setze sich für seine Mitarbeiter ein.

Die Zweibrücker Leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt lobte, unter Karl Höhn sei die Polizeidirektion Pirmasens ein verlässlicher Partner gewesen. Um bei der Strafverfolgung noch besser zu werden, sei es notwendig, die Zusammenarbeit zu intensivieren.

Axel Schery vom Personalrat dankte Höhn, dass dieser stets ein offenes Ohr für die Mitarbeiter gehabt habe. Es sei eine glückliche Fügung, dass es mit Stefan Bauer eine interne Lösung gebe. Das Landespolizeiorchester „Men in Blue“ setzte mit flotten Rhythmen die musikalischen Akzente.