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Müllverbrennungsanlage
Müllverbrennung wird lukrativer

Südwestpfalz. Für Mitglieder des Zas-Müllverbands sinken die Preise. Dafür müssen gewerbliche Kunden demnächst mehr bezahlen.

  Fast 180 000 Tonnen Müll will der Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas) im kommenden Jahr im Müllheizkraftwerk in Pirmasens-Fehrbach verbrennen. Fast 64 000 Tonnen steuern die sechs Zas-Mitglieder bei. Für die Zas-Städte und -kreise sinkt der Entsorgungspreis im nächsten Jahr um 8,1 Prozent auf 260,50 Euro je Tonne. Insgesamt kalkuliert der Zas hierfür mit Erlösen von 15,6 Millionen Euro. Der restliche Abfall kommt aus Kaiserslautern (Stadt und Landkreis). Dafür sind Erlöse von 5,4 Millionen Euro veranschlagt. Ein dicker Brocken bei den Einnahmen ist die Verbrennung von Gewerbemüll von Dritten, die Einnahmen von zwölf Millionen Euro in die Kasse spülen soll.

Die Marktsituation mit begrenzten Verbrennungskapazitäten bei einem höheren Abfallaufkommen spielt derzeit dem Zas in die Karten. Zas-Geschäftsführer Thomas Linnert konnte deshalb bei den Anlieferern um zehn Prozent höhere Verbrennungspreise von durchschnittlich 104,59 Euro durchsetzen. Auch die Energieerlöse sollen im nächsten Jahr leicht auf netto 2,87 Millionen Euro steigen. Das Müllheizkraftwerk verkauft seinen erzeugten Strom und die Fernwärme an die Stadtwerke Pirmasens.

Die Haushaltssatzung und der Wirtschaftsplan für das kommenden Jahr mit Erträgen und Aufwendungen von jeweils 39,4 Millionen Euro hat die ZasVerbandsversammlung einstimmig beschlossen. Auch dem Abschluss für 2016 stimmte das Gremium zu. Mit dem Jahresgewinn von 1,56 Millionen Euro wird ein Verlust von 1,67 Millionen Euro aus der Vergangenheit ausgeglichen. Der Rest von 396 000 Euro geht in die Rücklagen.



Auch personell stellt die Versammlung die Weichen: Oberbürgermeister Bernhard Matheis wurde für drei weitere Jahre zum Vorsteher gewählt. Neue Stellvertreterin ist Südwestpfalz-Landrätin Susanne Ganster, die auf Hans Jörg Duppré folgt. Matheis sagte bei der Verabschiedung, Landrat Duppré sei ein engagierter Kämpfer für den Zas und das Müllheizkraftwerk gewesen.

Außerdem wurde beschlossen, einen Arbeitskreis „Heimfall MHKW“ zu bilden. Am 1. Januar 2024 geht das Müllheizkraftwerk mit einem Verkehrswert von 20 Millionen Euro vom derzeitigen Eigentümer in „betriebsbereitem Zustand“ an den Zas über. Meinungsverschiedenheiten könnte es zwischen den Vertragspartnern darüber geben, was unter dem unbestimmten Rechtsbegriff genau zu verstehen ist. Der Arbeitskreis soll deshalb auch eine Art Schlichtungsstelle sein. Zunächst ist der Arbeitskreis mit den Werkleitern besetzt. Dies sollen dem Zas dann Vorschläge machen, welche Experten und Berater noch zusätzlich eingebunden werden.

Zum Zas gehören Landau, Pirmasens, Zweibrücken und die Kreise Germersheim, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz.