| 23:48 Uhr

Abfallbeseitigung
Müllverbrennung wird billiger

 Die Müllverbrennungsanlage bei  Pirmasens.
Die Müllverbrennungsanlage bei  Pirmasens. FOTO: Reiser, Sabine
Südwestpfalz. Der Zweckverband will auch die Preise für private Kleinanlieferer senken. Von Franz Pioth

Gute Nachrichten für die Mitglieder des Zweckverbands Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas): Die thermische Verwertung im Fehrbacher Müllofen wird 2018 im zweiten Jahr in Folge um fast acht Prozent billiger. Der Gesamtpreis sinkt um 21,89 auf 260,50 Euro je Tonne. Das geht aus den Sitzungsunterlagen für die Zas-Versammlung am nächsten Dienstag, 15 Uhr, im Ratssaal hervor. Bei seinen Preiskalkulationen geht der Abfallverband quasi von einer Vollauslastung des Müllheizkraftwerks aus. 2016 waren fast 183 000 Tonnen verbrannt worden. Für das laufende und das nächste Jahr rechnet Zas-Geschäftsführer Thomas Linnert mit rund 180 000 Tonnen. Aufgrund der guten Konjunktur und begrenzter Verbrennungskapazitäten in Deutschland konnte er pro Tonne zehn Prozent höhere Durchschnittserlöse für Gewerbemüll von Dritten durchsetzen. Das Verbrennen einer Tonne Gewerbemüll kostet im neuen Jahr dann 104,59 Euro. Die Energieerlöse erfüllen zwar auch im kommenden Jahr nicht die Erwartungen. Mit 2,87 Millionen Euro geht Linnert hier aber von leicht steigenden Einnahmen aus.

Gute Nachrichten gibt es auch für Bürger, die direkt am Fehrbacher Müllbunker anliefern. Für eine Kofferraumladung kassiert der Zas im neuen Jahr 25 statt bisher 27,10 Euro. Für Kombifahrzeuge bis 900 Liter werden 50 statt bisher 54,10 Euro fällig. Für Personenwagen mit Anhänger (bis 1 800 Liter) werden 100 Euro (108,40 Euro) berechnet. Das Entgelt für eine Tonne wird auf 250 Euro (271 Euro) festgesetzt.

Im letzten Jahr hat der Zas einen Gewinn von 1,56 Millionen Euro, der in die Rücklagen fließt, erwirtschaftet. Erträgen von 37,18 Millionen standen Aufwendungen von 35,62 Millionen Euro gegenüber. Da die dreijährige Amtszeit von Verbandsvorsteher Bernhard Matheis ausläuft und sein Stellvertreter Hans Jörg Duppré ausgeschieden ist, sind auch Neuwahlen vorgesehen. Nach Informationen unserer Zeitung soll Matheis wiedergewählt werden. Stellvertreterin soll die neue Landrätin der Südwestpfalz, Susanne Ganster, werden.



Am 1. Januar 2024 fällt das Müllheizkraftwerk laut Erbpachtvertrag vom derzeitigen Eigentümer in betriebsbereitem Zustand an den Zas zurück. In den Sitzungsunterlagen wird angedeutet, dass es zwischen dem derzeitigen Betriebsführer, der Saarbrücker Energy from Waste, und dem Zas als künftigen Betreiber offenbar unterschiedliche Auffassungen über den Begriff „betriebsbereiter Zustand“ gibt. Um möglichst gut auf den Heimfall des Müllheizkraftwerks vorbereitet zu sein, will der Zas einen Arbeitskreis einsetzen, der auch externe Experten einschalten kann. Zum Zweckverband gehören die Städte Zweibrücken, Pirmasens und Landau  sowie die Kreise Südwestpfalz, Germersheim und Südliche Weinstraße.