| 21:52 Uhr

Con Aqua
Morgens Häuser, mittags Pommes

Petra Hüther ist morgens Immobilienmaklerin und nachmittags Chefin des Freibadkiosks „Strandkorb“ im Contwiger Freibad.
Petra Hüther ist morgens Immobilienmaklerin und nachmittags Chefin des Freibadkiosks „Strandkorb“ im Contwiger Freibad. FOTO: David Oliver Betz
Contwig. Petra Hüther hat „den schönsten Sommerjob der Welt“. Sie verbringt die Zeit überwiegend im Contwiger Freibad. Von David Oliver Betz

Petra Hüther aus Contwig ist eigentlich gelernte Rechtsanwaltsgehilfin. Weil sie gerne mit Menschen zu tun hat, arbeitet sie inzwischen als Immobilienmaklerin. Und weil sie einen guten Draht zu ihrem Chef hat, und weil Stillstand so gar nicht zu der lebensfrohen Frau passt, hat sie mit genau diesem Chef den Freibadkiosk „Strandkorb“ im Contwiger Con Aqua übernommen.

Dieser Sommer ist ihre zweite Saison. Sie leitet den Strandkorb, ist damit für immerhin zwölf Mitarbeiter sowie die Warenbestellungen verantwortlich und steht an heißen Tagen mit viel Betrieb auch selbst hinter der Theke. „Ich habe es einfach so gerne mit Menschen zu tun. Und wissen Sie was? Alle, die zu mir kommen sind zufrieden und lachen, für die ist der Schwimmbadbesuch nämlich Freizeit“, schwärmt Hüther von ihren Kunden.

Die Immobilienmaklerin und ihr Chef Willi Geßner wollten schon immer zusammen ein Café eröffnen. Nun sei es eben ein Kiosk geworden. Für Hüther ist das genau das Richtige. „Ich war sowieso schon mein Leben lang immer im Freibad. Meine beiden Söhne sind im DLRG hier aktiv. Das passt halt einfach“, sagt sie. Und tatsächlich gehörte Hüther von Tag eins des Strandkorbes an gleich zum Inventar im Contwiger Freibad.



Von Mitte Mai bis Mitte September sind sie und ihr Team für die Schwimmbadgänger da. Nervt es nicht, den ganzen Sommer über zu arbeiten, während alle anderen die Ferien genießen? „Nein gar nicht. Natürlich habe ich im Sommer eine Sieben-Tage-Woche und arbeite ja trotzdem noch im Immobiliengeschäft mit. Aber das macht einfach Spaß“, sagt Petra Hüther. „Das geht auch nur, wenn man eine Familie hat, die das mitmacht. Mein Mann und meine Söhne müssen auch mal mithelfen, wenn es brennt. Das muss man vorher genau besprechen, bevor man so was eröffnet. Das haben wir getan und es klappt ganz wunderbar.“

Die Klassiker seien immer noch am gefragtesten: Pommes, Eis, Gummibärchen, Bratwurst. Dazu hat Hüther eine Frühstückskarte etabliert, bietet Kaffeespezialitäten an und auch der Wurstsalat geht ordentlich über die Theke.

Vor allem die Kinder aus Contwig und dem Umland kennt Hüther inzwischen alle beim Namen. „Die kaufen ja nicht nur bei uns ihr Eis. Da muss man dann auch mal mit zum Sprungturm, wenn sie sich das erste mal vom Fünfer trauen oder so.“ Hüther ist eben die Mutter der Kompanie und füllt diese Rolle mit Herzblut aus. Abends sitzen sie, das Team und die Bademeister und DRLG-Rettungsschwimmer häufig noch zusammen und genießen den Feierabend. „Und ich ziehe jeden Abend noch meine Bahnen im Wasser. Das lasse ich mir nicht nehmen“, sagt Hüther.

Besonders freut sie sich auf den 24. August. An jenem Freitag findet nämlich wieder das Contwiger Mondscheinschwimmen statt. Das Schwimmbad wird dann bis 22 Uhr geöffnet sein und das Akustik-Duo „Nickel & Dime“ spielt dazu Musik aus dem Bereich Country, Blues und Americana. „Solche Events sind dann das Sahnehäubchen“, findet Hüther.