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Kreisausschuss
Mobilfunk: Landkreis will  als Modellregion dabei sein

 Im Landkreis Südwestpfalz sind Funklöcher keine Seltenheit.
Im Landkreis Südwestpfalz sind Funklöcher keine Seltenheit. FOTO: dpa / Inga Kjer
Südwestpfalz. (glö) Mit der Mobilfunk- und Internetversorgung im Landkreis beschäftigte sich am Montag der Kreisausschuss. Landrätin Susanne Ganster informierte in der Sitzung im Kreistagsaal in Pirmasens über eine Bewerbung der Westpfalz als Modellregion für den künftigen 5G-Mobilfunkstandard, an der sich auch der Landkreis beteiligen wird.Unter Federführung des Donnersbergkreises und mit Unterstützung von Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und der Initiative „Zukunftsregion Westpfalz“ wollen sich Landkreise und Städte in der Westpfalz als Modellregion für ein entsprechendes Bundesprogramm bewerben. Von Guido Glöckner

„Wir als Landkreis unterstützen diese Bewerbung“, informierte die Landrätin, angesichts der vorhandenen Funklöcher im Mobilfunk derzeit könne der Landkreis nur profitieren.

Diese Information rief Bernd Schumacher, Vorsitzender der Kreistagsfraktion von Grünen/Linken, auf den Plan. Die 4G-Mobilfunkabdeckung – landläufig auch LTE genannt – lasse zu wünschen übrig, pflichtete er der Landrätin bei. Weil aber der künftige 5G-Standard teilweise darauf aufbaue, müsse der Landkreis darauf hinwirken, dass jetzt schon die 4G-Abdeckung verbessert wird. Als Beispiel nannte er das Dahner Felsenland, in dem oftmals kein LTE-Empfang möglich sei: „Da hinken wir hinterher.“

Susanne Ganster stimmte zu, dass es viele Funklöcher im Landkreis gibt, sieht aber die Hände gebunden bei diesem Problem. Die Telekommunikationsunternehmen hätten beim 4G-Standard keine Verpflichtung unterschrieben, eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, weshalb der Landkreis nichts ausrichten können. Beim 5G-Ausbau verhalte sich das anders, da sei die flächendeckende Versorgung eine Bedingung. Dieser Darstellung widersprach Schumacher, auch bei LTE sei den Unternehmen schon auferlegt worden, auch ländliche Regionen flächendeckend zu versorgen.



Erfreuliche Nachrichten hatte die Landrätin dagegen beim Breitbandausbau: Das Teilprojekt zur Versorgung der Privathaushalte ist soweit gediehen, dass in der Verbandsgemeinde Hauenstein das schnelle Internet bereitgestellt werden kann. Als nächster Schritt ist geplant, nun die Bürger in Informationsveranstaltungen über die Anschlussmöglichkeiten zu informieren. In sechs Wochen soll dieser Schritt auch in der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland erfolgen.

Über die aktuelle Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit informierte der erste Kreisbeigeordnete Peter Spitzer, zuständig für Arbeit, Soziales und Jugend. Im Dezember vergangenen Jahres sei die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Landkreis noch einmal auf 802 gesunken, ein historischer Tiefstand sei damit erreicht. Auch die Bedarfsgemeinschaften sind mit 1 244 auf den geringsten Wert seit der Einführung von Hartz IV gesunken.