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Kleiner Ort mit großer Straußjugend
Mit Kerwestrauß und Teddybär

Der Kerwenachwuchs in Knopp ist schon flügge, wie das Bild von der Kerwerede am Samstag beim Dorfgemeinschaftshaus „Zur Eintracht“ zeigt.
Der Kerwenachwuchs in Knopp ist schon flügge, wie das Bild von der Kerwerede am Samstag beim Dorfgemeinschaftshaus „Zur Eintracht“ zeigt. FOTO: Norbert Schwarz
Knopp-Labach. In Knopp wurde am Wochenende gefeiert – mit Kerwered und Kerwespiel. Von Norbert Schwarz

Der Straußjugend-Nachwuchs in Knopp-Labach ist riesig: Mehr als 30 junge Leute trugen voller Stolz ihr schwarzes Kerwe-T-Shirt mit der gelben Aufschrift: „Knopper Straußbuwe un Mäd“. Der 15-jährige Paul Gries hatte 2017 erfolgreiche Rednerpremiere, diesmal galt dies für seine zwei Jahre jüngere Rede-Partnerin Paula Schneider, die am Samstag vom kleinen Balkon beim Dorfgemeinschaftshaus „Zur Eintracht“ ihr Wort in einer zünftigen, heiteren und mit vielen Neuigkeiten gespickte Kerwerede ans zahlreich versammelte Publikum richtete.

„Ihr liewe Leid vun nah und fern, ach was han mir unser Kerb so gern …,“ tönte lautstark der Paul und meinte: „In Knopp gebds immer noch die Straußbuwe ,light’, das ist allerdings der Stand un heit. Gar so lang werds nimmi daure, wenn ich do nuna gug, kenne denne die Alde in e paar Johr gude Nerve gebrauche. Es gebd jetzt a e Juchendtreff, do bin ich de Chef. Pubertiere-Treff hann ich ach schun gehert, egal was die Alde sahn, Hauptsach mir sinn ungeschdeert. Mir dun uns in Ruhe iwas Weltgeschehe austausche, jaja do kenne ihr mo ufflausche!“

Doch mit der großen Weltpolitik hatten die beiden dann doch nichts am Hut, dafür stand die sportliche Hochzeit vom SF Knopp und SV Wiesbach ganz oben an. Die SG Knopp/Wiesbach sei ein Super-Paar. Das Trainerduo Kiszmas und Becker habe die Mannschaft auf Vordermann „gebrung anstatt Theke wie frieher, werd heit im Training a iwa de Platz gesprung“.



Sonderlob gab es dabei auch für den Torschützenkönige aus dem benachbarten Martinshöhe, welcher eigentlich den Familiennamen „Vogelgesang“ trägt, doch in der Kerwerede nur kurz und knapp als „de Vochel“ tituliert wird: „Unser Vochel hat die annere mit seim Schuss kaltgemach, iwa dreißig Mol hat der Fußballer aus Martinshöhe getroff, seit dem Titel weeß der a wie ma is besoff …“

Welche Überraschungen bei der Flurbereinigung zu erwarten sind wurde köstlich glossiert und zahlreiche „Fettnapf-Geschichten“ gab der großartigen Kerwerede von Paula Schneider und Paul Gries die passende Würze. Etwa die Geschichte mit den vertauschten „Gebissen“ oder der Stilldemenz, die auch bei Männern vorkomme, wenn beispielsweise das Dieselfahrzeug mit Benzin befüllt wird. Der fehlgeleitete Nikolaus beim traditionellen Weihnachtsmarkt sorgte für viel Heiterkeit unter allen. Unn dass die Martinshöher ausgerechnet auf das Kerwehochereignis in Knopp-Labach auch noch den Landmarkt feiern, fanden die Straußredner hier überhaupt nicht gut: „Mer wollde das nur gesaad han, als Nochbargemään wär uns das net basiert!“

Heute zum Frühschoppen heißt es in der „Eintracht“ die Gläser und Krüge hoch, denn beim Frühschoppen soll es hoch hergehen.