| 21:06 Uhr

Misereor-Benefizkonzert
Mit Musik etwas Gutes getan

Die Chöre Navitus (orange) und Cantus Novus (Pink) sowie Sängerin Efe (ganz links) begeisterten bei dem Benefizkonzert in Contwig.
Die Chöre Navitus (orange) und Cantus Novus (Pink) sowie Sängerin Efe (ganz links) begeisterten bei dem Benefizkonzert in Contwig. FOTO: cvw / Cordula von Waldow
Contwig. Benefizkonzert in der Contwiger St. Laurentius-Kirche zugunsten der Hilfsorganisation Misereor. Von Cordula von Waldow

Heiße afrikanische Trommelrhythmen brachten am Sonntagabend die Kirche St. Laurentius in Contwig zum Beben. Trommelnd und klatschend zog die Gruppe Navitus aus Winterbach unter der Leitung der Amerikanerin Loretta Hüther aus in das ehrwürdige Gotteshaus ein. Mehr als 120 Besucher genossen sichtlich das Benefizkonzert zu Gunsten von Misereor, zu dem die katholische Gemeinde eingeladen hatte. Unter dem Motto „Musik machen, Gutes tun“ - „Musik hören und dabei die Welt ein Stück weit besser machen“, feiert die weltweite katholische Hilfsorganisation Misereor in diesem Jahr bundesweit ihren 60. Geburtstag.

Gut 90 Minuten lang sangen und trommelten mit der Gruppe Navitus und dem Chor Cantus Novus der Gemeinde Contwig gleich zwei Chöre und die nigerianische Solo-Sängerin Efe zum Lobe Gottes und für eine bessere, gerechtere Welt. „Die internationalen Rhythmen und Melodien über alle Grenzen hinaus bringen genau zum Ausdruck, wofür Miserior steht“, erklärte Pfarrer Johannes Müller in seiner Begrüßung. Trotz der unterschiedlichen Sprachen von Deutsch über Latein und Englisch sowie der vielfältigen Rhythmen und Musikstile zog sich das Thema „Hoffnung in die Schöpfung“, wie ein roter Faden durch den abwechslungsreichen Abend. Die untergehende Sonne schuf eine einzigartige Atmosphäre zu den vorwiegend afrikanischen Rhythmen und Gospels. Mit dem hoffnungsfrohen Kindergospel „Engel wachen über uns“ und einem zarten, melodischen Hochzeitslied aus Afrika eröffnete der trommelnde Chor Navitus in orange leuchtender Ethno-Kleidung das Konzert.

Die aus Nigeria stammende Sängerin Efe verursachte mit ihrer tiefen, rauchigen und klangvollen Stimme eine Gänsehaut, als sie das afrikanische Friedenslied von der Möwe als Friedensbringerin intonierte. Mit dem auf ihre ganz eigene Weise interpretierten, südamerikanischen Titel „Maleika“ zog sie im Mittelgang von Reihe zu Reihe und nahm Kontakt zu ihren Zuhörern auf. Sehr gut an kam auch ihre eigenwillige Interpretation von Harry Belafontes Hit „Island in the sun“. Einen Gegenpol setzte der 17-köpfige, vierstimmige Chor Cantus Novus unter Leitung von Benedikt Schwarz. Von dem jungen Chorleiter an der Orgel begleitet, erfreuten sie von der Empore aus mit den Kirchenliedern „Alle Engel dieser Welt“ und dem tonal anspruchsvollen Lateinischen Lied „Ubi caritas“.



Im darauf folgenden Liedblock überzeugte Efe mit ihrer Vehemenz und Leidenschaft, ihrem Timbre in der Stimme, ebenso, wie mit ihrem zarten Gesang, wie ein Gebet. Mit Hits aus aller Welt machte Navitus mächtig Stimmung in der Kirche: Ob „Down by the Riverside“ oder das in vielfältigen Variationen interpretierte „He‘s got the whole world“ nahm die Zuhörer mit, brachte sie zum Schwingen und Klatschen. Dem schloss sich, nun aus dem Altarraum, Cantus Novus mit rockigen und synkopischen Gospels an. Sabine Hofmann hatte zu dem Sacral-Pop-Song „Über alle Welt“ zwei weitere Strophen getextet. Höhepunkt war das von allen Mitwirkenden gemeinsam gesungene und getrommelte afrikanische Lied „Si ya hamba“, das alle mitklatschten.

„Es war wunderbar, diese Rhythmen, diese Stimmen, die Stimmung“, freute sich Birgit Palz aus Zweibrücken über einen schönen Sonntagabend. Nach Aussage von Organisatorin Hedi Bender wurden 937,50 Euro an Spenden an das katholische Hilfswerk Miserior, tätig in mehr als 90 Ländern der Erde mit allein mehr als 3000 Projekten im laufenden Jahr, überwiesen.