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Ortsgemeinderat
Meilenstein für Contwigs Zukunft

 Das Diakoniezentrum Pirmasens will in Contwig einen Wohnkomplex errichten, der den Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.
Das Diakoniezentrum Pirmasens will in Contwig einen Wohnkomplex errichten, der den Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. FOTO: dpa / Christian Charisius
Contwig. Das Diakoniezentrum Pirmasens stellt im Gemeinderat Konzept für neue Wohnformen mit sozialen und pflegerischen Dienstleistungen vor. Von Fritz Schäfer

„Das ist ein Meilenstein für die Zukunft der Gemeinde“, wertete Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) das Konzept des Diakoniezentrums für Wohnformen mit einer Betreuung. Ein Konzept, „dass dem Wandel der Zeit geschuldet ist“, fügte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) hinzu. Das „vielversprechende Konzept“ sei ein Modell nicht nur für die Gemeinde, sondern für die Verbandsgemeinde, den Landkreis „und vielleicht für das Land“.

Dabei betonte Bärmann den Aspekt der Bürgerbeteiligung. „Die Menschen sollen von Anfang an eingebunden werden.“ Das betonte auch Marco Müller vom Stadtplanungsbüro Dr. Fries auch zu Beginn seiner Ausführungen. Die neuen Wohnformen auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Baugebiet „Am Schachen“ soll „kein Fremdkörper, sondern ein Bestandteil der Gemeinde“ werden. Nach dem Motto „einen alten Baum versetzt man nicht“ sollen die Menschen lange in der Gemeinde leben können, ohne dabei im Bedarfsfall auf Unterstützung zu verzichten.

„Es geht uns nicht nur ums Bauen. Mit dem Projekt wollen wir eine strukturelle Veränderung“, erläuterte Carsten Steuer, kaufmännischer Vorstand des Diakoniezentrums das Vorhaben. „Unser Anspruch ist es, Menschen hier in der Region ein langfristig, selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen, auch wenn sie auf pflegerische Hilfe angewiesen sind.“



Ziel sei ein selbstbestimmtes Wohnen in den eigenen Räumen mit einem 24-Stunden-Dienstleistungs Angebot, sagte Silvia Bach, Leiter des Bereichs Wohnen und Pflege des Diakoniezentrums. Mit dem bereits bestehenden Regelplätzen im nicht weit entfernten Haus Sarepta des Diakoniezentrums entstehen ergänzende Dienstleistungsangebote wie beispielsweise Tagespflege oder Angebote des Servicewohnens. Durch die verschiedenen Möglichkeiten sollen Strukturen geschaffen werden, die neben professioneller Hilfe auch Nachbarschaftshilfen entstehen. Dazu diene auch ein Quartierstreff-Café, sagte Bach.

Mit der Ortsgemeinde, der Verbandsgemeinde und dem Landkreis habe das Diakoniezentrum „drei starke Akteure“ gefunden, die das Projekt vorantreiben, äußerte sich Steuer positiv über die Zusammenarbeit. Gemeinsam sei das Streben „nach echten Lösungen für eine langfristige Perspektive“. In dem Zusammengang erwähnte Bärmann, dass die Gemeinde mit dem Aufstellungsbeschluss den ersten Schritt für betreutes Wohnen in dem Gebiet getan habe. Als nächstes werde der Bebauungsplan beschlossen und die Verbandsgemeinde werde den Flächennutzungsplan ändern.

Zum baulichen Konzept und der Frage, ob das Projekt in Bauabschnitten umgesetzt werde, wurde noch keine Aussage gemacht. Da werde die Bürgerbeteiligung abgewartet, sagte Steuer. Geplant ist eine Auftaktveranstaltung am 5. April in der Turn- und Festhalle. Dazu gebe es zwei Bürgerwerkstätten im April und Mai, informierte Müller. Der auch ankündigte, dass die Bürger auch über Fragebogen ihre Ideen, Vorstellungen, Anregungen zum Projekt vortragen können. Im Herbst ist dann eine Abschlussveranstaltung vorgesehen.