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Contwiger Ortsgemeinderat
Mehr Platz für neue Bauflächen

 Ein weiterer Erschließungsvertrag ist unter Dach und Fach. "Auf Mühlbach, hinterm Bohnrech" könnte schon bald gebaut werden.
Ein weiterer Erschließungsvertrag ist unter Dach und Fach. "Auf Mühlbach, hinterm Bohnrech" könnte schon bald gebaut werden. FOTO: nos
Contwig. Das Baugebiet „Auf Mühlbach, hinterm Bohnrech“ in Contwig kann erschlossen werden.

Contwig kann weiter wachsen: In der Sitzung am Mittwoch stimmten alle Mitglieder für den vorliegenden Erschließungsvertrag mit der WVE GmbH Kaiserslautern, einer Tochter der dortigen Stadtwerke. Die erste Erweiterung des Neubaugebietes „Am Bohnrech“ hat das gleiche Unternehmen bereits abgeschlossen.

Nachdem die Bodenordnung (Umlegung) für das Restgelände des neuen Baugebietes „Auf Mühlbach, hinterm Bohnrech“ abgeschlossen ist, wird nun die WVE sämtliche Erschließungsanlagen herstellen und an die Gemeinde übergeben. Die Kosten sind mit 87 Euro pro Quadratmeter fix. Insgesamt entstehen auf dem Baugelände am höchsten Punkt Contwigs rund 84 weitere Plätze zum Schaffen von Eigenheimen.

Die Grundstückslage ist nach südwestlicher Richtung ausgerichtet und gewährt einen Blick ins Schwarzbachtal. Durch das Umlegungsverfahren wird die Ortsgemeinde selbst rund 40 Bauplätze erhalten. Im befürworteten Erschließungsvertrag sind alle Details über die Erschließung (Baureifmachung) des großen Areals bis ins Detail geregelt. Neben der Grundversorgung mit Wasser, Strom, Gas und dem Abwasser, erhält das Neubaugebiet selbstverständlich auch eine Breitbandversorgung, wie sie besser nicht sein kann. Glasfaser bis ans Haus mit Mega-Geschwindigkeiten. Den Ausbau des Breitbandnetzes sicherte die Deutsche Telekom AG bereits zu.



Einen Kinderspielplatz wird es ebenfalls geben. Dessen Anlegung und Ausstattung ist mit 20 000 bis 25 000 Euro im angenommenen Erschließungsvertrag zugesichert. Das Ableiten der Außengebietswässer (Oberflächenwasser, das von den landwirtschaftlichen Grundstücken kommt) ist einer der planerischen Herausforderungen für die Verantwortlichen gewesen, wie Diplom-Ingenieur Wolfgang Wüst erläuterte. Insgesamt wird Retentionsraum für fast 2700 Kubikmeter Oberflächenwasser geschaffen. Kaskadenförmig werden die drei Becken in der Talaue zum Mühlbachhof hin angelegt. Den Becken ist bei ihrer Berechnung ein 20-jähriges Starkregenereignis zugrunde gelegt worden. Bisher konnte auch Oberflächenwasser in den Kanal gelangen und belastet dadurch die Kläranlage der Ortsgemeinde.

Das Zurückhalten des Oberflächenwassers war deshalb eine Förderung der SGD-Süd, Wasserwirtschaft, beim Erstellen des Bebauungsplanes. 65 000 Euro muss die Gemeinde dafür gesondert an die WVE entrichten. Wie Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bärmann erklärt, werden sich auch die Verbandsgemeindewerke und der Landkreis an diesen Kosten beteiligen, denn Oberflächenwasser von der am Baugebiet vorbeiführenden K 74 (Kreisstraße nach Oberauerbach) wird gleichfalls in die Rückhaltebecken fließen. Verbindungswege, solche gibt es im Baugebiet, werden auf die volle Breite hin mit Verbundsteinen gepflastert.

Ortsbürgermeister Bärmann: „Wir wollen weitflächigen Hundetoiletten vorbeugen.“ Die Haupterschließungsstraßen haben eine Breite von 7,50 Metern. Die Fahrbahn wird 5 Meter breit und asphaltiert werden. Die Wohnstraßen selbst werden eine Fahrbahn von 3,50 Meter bekommen. Am 1. September um 19 Uhr wird es in der Festhalle der Turner in der Schillerstraße eine Info-Veranstaltung geben. Erschließungsbeiträge wird die Gemeinde nicht erheben, weil ja die WVE als Partnerin der Ortsgemeinde die Erschließung vornimmt. Umgekehrt müssen sich aber die Privatgrundstücksbesitzer mit der WVE einigen und ihrerseits entsprechende Regelungen treffen, wobei auch dafür der Kostensatz von 87 Euro an Erschließungskosten gilt.

Im Hinblick auf Kampfmittelrückstände aus dem Zweiten Weltkrieg fand bereits eine Sondierung statt. Ob es sich bei den gewonnenen Erkenntnissen tatsächlich um Kampfmittel handelt, soll jetzt untersucht werden.