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Innenminister übergibt Preise an „Unser Dorf hat Zukunft“-Gewinner
Lewentz schwärmt von Käshofen

 Für die Innenentwicklung des Ortes wurde Käshofen jetzt mit dem Sonderpreis des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet. Hier von links: Christof Reichert, Vorsitzender der Kreiskommission beim Wettbewerb, Innenminister Roger Lewentz, Ortsbürgermeister Klaus-Martin Weber und Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker.
Für die Innenentwicklung des Ortes wurde Käshofen jetzt mit dem Sonderpreis des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet. Hier von links: Christof Reichert, Vorsitzender der Kreiskommission beim Wettbewerb, Innenminister Roger Lewentz, Ortsbürgermeister Klaus-Martin Weber und Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker. FOTO: Norbert Schwarz
Käshofen. Innenminister lobt das Dorf für die Entwicklungen und überreicht die gewonnenen Preise an den Ortsbürgermeister. Norbert Schwarz

Beim diesjährigen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat Käshofen eine Goldmedaille in der Sonderklasse gewonnen (wir berichteten). Gestern empfing nun Käshofens Ortsbürgermeister Klaus-Martin Weber mit zahlreichen Bürgern Innenminister Roger Lewentz im Dorfgemeinschaftshaus. Der Grund: Im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs gab es den mit 3000 Euro dotierten Sonderpreis „Innenentwicklung“. Neben dem bekannten Weinbauort Oberhausen an der Nahe wurde Käshofen Preisträger. Gestern gab es die Preisübergabe durch den rheinland-pfälzischen Innenminister (SPD).

„Man spürt, wie stolz sie auf ihr Dorf, auf den Heimatort sind“, sagte er gestern Nachmittag, noch ehe er an den Ortsbürgermeister Klaus-Martin Weber die offizielle Urkunde zur Auszeichnung, den obligatorischen Scheck im Großformat fürs Erinnerungsfoto und zusätzlich die Jubiläumsfahne des Landes, das nunmehr 70 Jahre besteht, überreichte. Zudem gab es ein entsprechendes Emailschild, das demnächst am Dorfgemeinschaftshaus angebracht wird und jeden Vorbeikommenden über den gewonnenen Preis informieren wird. Weil schließlich derartige Besuche in einem 700-Seelen-Ort nicht gerade zum Tagesgeschäft zählen, gab es eine Feier – und die dauerte ganze vier Stunden und damit bis in den Abend.

Mit dem Lied Heimat – der bekannte Musiker und Dirigent Ruprecht Schmidt aus dem Nachbarort Martinshöhe hat es komponiert und getextet – empfing der Chor „Germania“ unter der Leitung von Erika Schäfer den Innenminister wobei schon dabei deutlich wurde, dass dieser Empfang ein ganz besonderer werden sollte. „Dass sie gern hier leben und stolz auf ihren Ort Käshofen sind, ist nicht allein durch das Empfangslied, sondern auch durch die vielen Bilder deutlich geworden, die noch einmal sehr plastisch dargestellt haben, welcher Wandel diese Ortschaft in den letzten 15 Jahren erlebte“, stellte Lewentz fest und bescheinigte der Dorfgemeinschaft Vorbildfunktion. „Wenn andernorts vielleicht mal ein Durchhänger feststellbar ist dann könnte man ruhig sage – fahrt mal nach Käshofen, dann könnt ihr sehen, was mit Zusammenstehen, mit Sinn für die Gemeinschaft und das Gemeinwesen zu erreichen ist.“



Den Blick richtete Lewentz auch in die Zukunft und brach dabei eine Lanze für die Eigenständigkeit selbst der kleinsten Orte in Rheinland-Pfalz. „Wir haben 4,1 Millionen Einwohner mit 2250 Gemeinden. Konz mit 17 000 Einwohnern wird noch ehrenamtlich geleitet. In Nordrhein-Westfalen leben 18,5 Millionen gibt es 396 Gemeinden. Die setzten auf die Größe und ich sage, die anonymieren Gebilde“, sagte der Innenminister. „Mit Blickrichtung auf die weitere Entwicklung in Sache Kommunalreform sage ich, jeder wäre verrückt, der die Axt an die Eigenständigkeit der Ortsgemeinden legt.“ Er halte es zwar durchaus für richtig, dass das Land finanzielle Kraft in die Oberzentren wie Trier, Koblenz, Mainz, Kaiserslautern oder Ludwigshafen stecke, aber trotzdem solle der Blick für die Eigenständigkeit der Gemeinden bewahrt werden. „Ihr hier in Käshofen habt mit Eigenständigkeit und eigener Kraft vieles beispielhaft hinbekommen“, schwärmt der Minister von der kleinen Gemeinde.

Ortsbürgermeister Klaus-Martin Weber wusste, bevor der Minister mit seinem größeren Begleittross und den Landtagsabgeordneten Gensch und Reichert das Vorzeigeobjekt „Generationenplatz“ in der Realität in Augenschein nahm, nochmals die vielen Aktivitäten im Innenbereich des Ortes mit einer Power-point-Präsentation beeindruckend darzustellen. 42 private Dorferneuerungsmaßnahmen sind in den letzten 15 Jahren im Ort gefördert worden. Mit den Fördergeldern des Landes wurden rund 3 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst.