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Naturschutz
Lebensraum für Maja und Co

Das Ehepaar Böhler hat ein Herz für Bienen und stellt eine 1500 Quadratmeter große Ackerfläche zur Verfügung.
Das Ehepaar Böhler hat ein Herz für Bienen und stellt eine 1500 Quadratmeter große Ackerfläche zur Verfügung. FOTO: Nadine Lang
Contwig. Das Ehepaar Böhler aus Contwig kämpft gegen die immer schlechter werdenden Bedingungen für Honig- und Wildbienen. Von Nadine Lang

Es gibt viele Gründe dafür, warum das Bienen- und Insektensterben seit Jahren zunimmt. Doch dank vieler Aufklärungsmaßnahmen rückt es immer mehr ins Bewusstsein der Menschen und viele erkennen, dass sie selbst, und wenn es nur in der kleinsten Form ist, helfen können. Das haben auch Sabrina und Michael Böhler so entschieden, als sie durch ein Bioland-Rundschreiben auf das Projekt Bienenblütenreich gestoßen sind, in dem es darum ging, dass Mitmacher gesucht werden, die Flächen zur Verfügung stellen, die insektenfreundlich bepflanzt werden.

Das Ehepaar betreibt in Contwig einen Bioland-Hof im Nebenerwerb und hat sich sofort angesprochen gefühlt. „Das ist unser Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt“, erklärt Sabrina Böhler. Dafür haben sie eine bis dahin genutzte Getreide-Ackerfläche von 1500 Quadratmetern zur Verfügung gestellt, die in drei Streifen aufgeteilt wurde, um sie sowohl ein- als auch mehrjährig zu bepflanzen. Dafür musste zunächst die Ackerfläche gut vorbereitet werden. Michael Böhler säte im April per Hand aus. Der Blühstreifen ist zunächst für drei Jahre ausgelegt. In dieser Zeit kann sich auch der Boden ausruhen, wie Michael Böhler erklärt.

Das Bienenblütenreich wird organisiert über das Netzwerk Blühende Landschaft und ist ein Projekt des Vereins Mellifera, der 1986 zur wesensgemäßen Bienenhaltung gegründet wurde. Mellifera stellt dabei das Saatgut zur Verfügung, unterstützt die Mitmacher in wichtigen Fragen und informiert über die Notwendigkeit. Im nunmehr dritten Projektjahr sind dabei mehr als 100 Hektar (1 Mio.Quadratmeter) Blühflächen von über 150 Partnern angelegt worden „Die fortschreitende Intensivierung in der Landwirtschaft sowie umfangreichem Siedlungs- und Straßenbau führen zu einer schleichenden Veränderung unserer Kulturlandschaft. Die Folgen für Blüten suchende Insekten sind gravierend. So hat sich die Situation für alle Nektar- und Pollen sammelnden Insekten wie zum Beispiel Honig- und Wildbienen oder Schmetterlinge in unserer Landschaft enorm verschlechtert. Dabei erfüllen Blüten suchende Insekten wichtige Funktionen in der Natur, auf die auch der Mensch angewiesen ist, wie beispielsweise die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen sowie als wichtigster Baustein des Nahrungsnetzes“, erklärt das Netzwerk Blühende Landschaft.



Auch Sabrina und Michael Böhler wollen mit ihrem Blühstreifen informieren. Dieser liegt entlang eines Spazierweges am Feld oberhalb der Schottenbachstraße und ist für Spaziergänger einfach einsehbar und durch eine kleine Hinweistafel gekennzeichnet. „Mit dem blühenden Landschaftsstreifen wollen wir Bienen, Hummeln und Co. Nahrung zum Überleben schenken. Wir lieben und arbeiten mit der Natur und damit sie auch noch sehr lange so bleibt, hoffen wir, ganz viele Menschen zum Nachdenken und Mitwirken zu bewegen“, erklärt Sabrina Böhler. Obwohl die blühende Zeit erst bevor steht, brummt und summt es schon jetzt auf der Wiese. Sobald die Pflanzen in voller Blüte stehen, möchten die beiden auch Führungen anbieten.