| 22:54 Uhr

Mordprozess am Saarbrücker Landgericht
Lebenslange Haft für Bechhofer gefordert

Saarbrücken/Bechhofen. Nach den gestrigen Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Nebenklage soll gegen einen 22-jährigen Bechhofer im Mordprozess vor dem Saarbrücker Landgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der junge Mann am 14. August in der Kehrberghütte bei Homburg-Sanddorf einen 19-jährigen Saarbrücker brutal mit einem Seil erdrosselt hat. Die beiden Verteidiger des Angeklagten, der im Laufe des Verfahrens einen mutmaßlichen Zeugen der Tat beschuldigt hatte, forderten „eine weise Entscheidung“. Nähere Ausführungen zu dieser Forderung machten die Verteidiger nicht. Von Norbert Rech

Nach den gestrigen Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Nebenklage soll gegen einen 22-jährigen Bechhofer im Mordprozess vor dem Saarbrücker Landgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der junge Mann am 14. August in der Kehrberghütte bei Homburg-Sanddorf einen 19-jährigen Saarbrücker brutal mit einem Seil erdrosselt hat. Die beiden Verteidiger des Angeklagten, der im Laufe des Verfahrens einen mutmaßlichen Zeugen der Tat beschuldigt hatte, forderten „eine weise Entscheidung“. Nähere Ausführungen zu dieser Forderung machten die Verteidiger nicht.

Der durch Aussagen des Angeklagten selbst in Verdacht geratene Zeuge sagte vor dem Schwurgericht aus, dass er an besagtem Tag gemeinsam mit dem 22-Jährigen Amphetamine und Alkohol konsumiert habe (wir berichteten). Um dies ungestört tun zu können, seien sie zu der Hütte gefahren. Mit im Auto sei das spätere Opfer gewesen. Der Angeklagte soll dem mutmaßlichen Zeugen erst kurz vor der Tat  von seinem Mordplan erzählt haben, den er dann mit einem Seil und einem Radkreuz umgesetzt habe. Nachdem der Bechhofer dem Opfer einen Müllsack übergezogen habe, sei die Leiche im französischen Breidenbach unter einem umgefallenen Baumstamm abgelegt worden. Der Angeklagte soll die Leiche dort mit Ästen bedeckt haben. Mehr als ein Jahr galt der Saarbrücker als vermisst, bis die Leiche im vergangenen Spätsommer entdeckt wurde.

Die beiden Männer sollen das spätere Opfer auf einer Party im saarländischen Friedrichstal  kennengelernt haben. Der 19-Jährige hätte den Täter nach Angaben eines weiteren Zeugen gebeten, ihn mit nach Homburg zu nehmen, von wo er dann nach Frankfurt weiterfahren wollte. Das spätere Opfer wollte offenbar untertauchen, weil er 700 Euro Schulden gehabt habe.



Das Interesse an dem Prozess war groß – die Besucherränge im Gerichtssaal meistens voll besetzt. Nun wird der Richterspruch erwartet, der am kommenden Montag um 11.30 Uhr verkündet werden soll.