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Landfrauenverein Hornbach
Fit mit heimischem Superfood

Eifrige Essenszubereiter in lockerer Atmosphäre bei den Landfrauen Hornbach, von links: Ursula Obst, Bernhard Wacker, Karin Bohlen, Alice Appelmann und Vorsitzende Hilde Reschke.
Eifrige Essenszubereiter in lockerer Atmosphäre bei den Landfrauen Hornbach, von links: Ursula Obst, Bernhard Wacker, Karin Bohlen, Alice Appelmann und Vorsitzende Hilde Reschke. FOTO: Margarete Lehmann
Hornbach. Der Landfrauenverein Hornbach lässt sich von Chefkoch Bernhard Wacker leckere Gerichte kochen – mit Zutaten vorwiegend aus der Region. Von Peter Fromann

Chefkoch Bernhard Wacker war zu den Landfrauen, die heute ja in Wirklichkeit Stadtfrauen sind, nach Hornbach gekommen, um ihnen mal heimisches, sogenanntes Superfood vorzukochen, schließlich hat die deutsche Landwirtschaft mit der dazugehörigen, verarbeitenden Industrie einiges zu bieten.

„Superfood muss nicht aus fernen Ländern kommen“, sagt er, „direkt vor unserer Haustür haben wir tolle Lebensmittel mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen“. Superfood ist ein Marketingbegriff, nicht wissenschaftlich definiert, meint einfach nährstoffreiche Lebensmittel, die Gesundheit und Wohlbefinden fördern; obwohl dem Begriff exotische Samen und Beeren wie Chiasamen, Aronia oder Gojibeeren zugeordnet werden, die kaum frisch angeboten werden, teuer sind und womöglich mit Pestiziden belastet sind, wie die Landfrauen Rheinland-Pfalz berichten.

„Darum: Frisches heimisches Obst und Gemüse bestechen durch einen hohen Gehalt an verschiedenen Pflanzenstoffen wie orangene Karotten, dunkelgrüne Brokkoli, blaue Heidelbeeren und andere“, sagt Wacker.



Für die Landfrauen, drei standen ihm zur Seite, bereitete er Rote-Beete-Semmelknödel, Birnen-Radicchio-Salat mit Himbeervinaigrette, marinierte Brokkoli-Hähnchenbrust, Wirsingsonne und Brombeermousse. Abschließend Rote-Bete-Powersnack mit Rosinen, Zimt, Walnüssen, Kakaopulver und Rote Beete natürlich. Das klingt alles delikat und schmeckte auch entsprechend gut. Für Mitglieder war der Abend kostenfrei, Nichtmitglieder zahlten 3,50 Euro. Wer jetzt auf Superfood umschwenken will, stand an diesem Abend noch nicht final fest.

Gut 50 Landfrauen waren gekommen. „Wir zählen zurzeit 113 Mitglieder“, sagt Vorsitzende Hilde Reschke, „der Altersdurchschnitt liegt bei rund 50 Jahren“. Ins Dorfgeschehen ist der Verein eingebunden. Das Programm läuft das ganze Jahr durch, Auszeiten wie früher gibt es nicht mehr, als die Landfrauen übers Jahr mehr oder minder stark mit landwirtschaftlichen Aufgaben beschäftigt waren.

„Am zweiten Advent fahren wir nach Baden-Baden, unser Jahresausflug“. Mit einer Weihnachtsfeier am dritten Advent geht das Jahr zuende. Das neue Jahr beginnt mit der Mitgliederversammlung am 17. Januar und setzt sich fort am 31. Januar mit einem Vortrag über Betreuungsrecht, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Jeden Monat gibt es eine Veranstaltung.

Der Landfrauenverein in Hornbach ist ein noch junger Verein, gegründet 2004. Vorsitzende ist seit 2009 Hilde Reschke: „Als wir zusammenkamen, war die digitale Welt schon weit fortgeschritten, ganz anders als bei Vereinen, die heute 60 Jahre und älter sind. Mit einer Whats-App-Gruppe zum Beispiel erreiche ich heute alle zehn Vorstandsmitglieder auf einmal und muss nicht lange rumtelefonieren“. Jetzt aber Schluss, die Semmelknödel sind gar.