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Kleine Spione schwirren durch die Luft

 Immer mehr Drohnen schwirren in Deutschland durch die Lüfte. Viele sind mit Kameras ausgestattet. Foto: Manfred Löffler/dpa
Immer mehr Drohnen schwirren in Deutschland durch die Lüfte. Viele sind mit Kameras ausgestattet. Foto: Manfred Löffler/dpa FOTO: Manfred Löffler/dpa
Althornbach. Die Polizeiinspektion Zweibrücken hat in Althornbach über Drohnen informiert. Anlass war ein Vorfall im Ort. Norbert Schwarz

"Die wenigsten Drohnen werden in böser Absicht von ihren unsichtbaren Piloten in die Luft geschickt. Sich aber rechtzeitig darüber zu informieren, was zulässig ist, was ich als Privatperson hinnehmen muss oder welche Abwehrrechte mir zustehen, geht völlig in Ordnung. Schade nur, dass diese Informationsveranstaltung nicht noch mehr Bürger sensibilisiert hat", merkte Oberkommissar Thomas Gab von der Schutzpolizeiinspektion Zweibrücken beim Bürgergesprächsabend zum Thema "Drohnen" an.

Althornbachs Ortsbürgermeisterin Ute Klein hatte die Gesprächsrunde initiiert. Ein konkreter Fall hatte dazu Anlass gegeben. Über dem Innenhof des Anwesens von Ursula Schlemmer war ein unbemanntes Flugobjekt geschwebt, verharrte über der Terrasse. Schwenkte mal kurz nach links und rechts, ehe es weiterflog. Schlemmer hatte noch feststellen können, dass die Drohne mit einer Kamera bestückt war. Natürlich ließ dieses Erlebnis der Bewohnerin der Bauertstraße keine Ruhe. Im Dorf machte es die Runde. Ein Anruf bei Ortsbürgermeisterin Klein war die logische Folge, vielleicht gab es dort eine Erklärung für das "Ausspionieren" aus der Luft. Innerhalb kürzester Zeit konnte der Verursacher der seltsamen Flugaktion ausfindig gemacht werden: Ein Fan der neuen Flugobjekte. Der Drohnenlenker versicherte, dass es keine Absicht gewesen sei.

Für Ute Klein war der Vorgang dennoch ein passender Anlass, sich der Thematik zu widmen. Gab verstand es ausgezeichnet, nicht nur die Rechte jedes Bürgers ausführlich darzulegen. Der Beamte wusste vor allem darüber zu berichten, welche Pflichten einem Piloten solcher Drohnen auferlegt sind. Zugleich zeigte er auf, welche Vorteile sich beim zulässigen Einsatz von Drohnen erschließen. Das Überwachen von Leitungen aus der Luft ist dabei nur einer von vielen Aspekten. Gab ging auf die noch junge Verordnung zum Einsatz von Drohnen ein, die seit dem 7. April in Kraft ist. Er verwies auf die Drohnenkennzeichnung, die ab Oktober verbindlich vorgeschrieben ist und erklärte, dass mit Steven Ryan ein örtlicher Beauftragter des zuständigen Landesbetriebs für Mobilität für solche unbemannte Flugobjekte seinen Sitz in Zweibrücken hat.



Markus Derbolowsky aus Blieskastel liebäugelt selbst mit dem Hobby "Drohnenfliegen" und konnte im Gesprächskreis neue Erkenntnisse gewinnen. Und Ursula Schlemmer wird weiterhin wachsam sein, damit keine "Störenfriede aus der Luft" die Privatsphäre stören.