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Kirchenchor Riedelberg
Gottesdienst – anders und berührend

 Der Riedelberger Chor unter Leitung von Oliver Duymel flutete die Hornbacher Klosterkirche mit seinen Gesängen.
Der Riedelberger Chor unter Leitung von Oliver Duymel flutete die Hornbacher Klosterkirche mit seinen Gesängen. FOTO: Cordula von Waldow
Hornbach. Der Konzertgottesdienst mit dem Riedelberger Kirchenchor kam in der gut besetzten Hornbacher Klosterkirche gut an. Die Musik der beiden Liedermacher Christoph Zehender und Johannes Nitsch sorgte für gute Stimmung. Von Cordula von Waldow

Ostern ist in diesem Jahr früher. Zumindest die mehr als 100 Besucherinnen und Besucher des „etwas anderen“ Gottesdienst in der evangelischen Hornbacher Klosterkirche wurden am Sonntagmittag musikalisch und textlich daran erinnert: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden“. Sogar die Sonne schien an diesem verregneten Tag kurz durch die buntgläsernen Kirchenfenster, als die Sängerinnen und Sänger des katholischen Chors aus Riedelberg mit ihrem strahlenden „Hallelujah“ von der Orgelempore aus den gesamten Kirchenraum fluteten.

Was war geschehen? Der Chorleiter und Kantor Oliver Duymel und Daniel Seel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Hornbach-Brenschelbach, hatten zu einem „Gottesdienst, mal anders“ eingeladen. Im Mittelpunkt standen „Begegnungen – Musikalische Fenster zum Johannesevangelium“ von Christoph Zehender und Johannes Nitsch.

Die beiden zeitgenössischen christlichen Liedermacher haben in ihrem Werk zentrale Motive des Johannesevangeliums höchst einfühlsam in unsere heutige Sprache übertragen und musikalisch modern ausgestattet. „Nicht ganz anders, und doch speziell“, verkündete Pfarrer Daniel Seel zu Beginn. An Stelle der sonst üblichen Schriftlesung und Predigt, führte der aufgeschlossene, innovative Geistliche einfühlsam auf die drei ausgewählten Stücke hin, interpretierte sie und fasste mit einem gelungenen Parforceritt durch das Johannesevangelium dessen wichtigsten Botschaften prägnant zusammen.



Mit dem auf ukrainisch gesungenen Kirchenlied „Sviaty Boze“ begeisterte der Chor auf Anhieb mit seiner sauberen, gut verständlichen Artikulation in der akustisch hervorragenden Kirche. „Am Anfang war das Wort. Dass, was lebt auf der Welt, kam zur Welt durch dieses Wort!“ Singend bestätigte der Chor den Prolog der Schöpfungsgeschichte mit dem rockig-rhythmischen Titel „Das Ja der Liebe“. Gott habe mit seinem Wort Jesus als Mensch materialisiert und uns zur Seite gestellt, erinnerte Daniel Seel an die Weihnachtsgeschichte. „Kommt und seht! Macht Euch auf den Weg! Bringt die Fragen und die Sehnsucht einfach mit“, luden die fast 40 Sängerinnen und Sänger ein.

Fast wie ein Sprechgesang, von Katharina Bonk meisterlich auf dem E-Piano begleitet, verlieh der Chor dieser Aufforderung musikalischen Nachdruck. „Ohne Jesus fehlt uns etwas“, bestätigte Daniel Seel. Der Gottessohn sei wie eine Tür. „Warum öffnen wir diese nicht öfter? Haben wir Angst zu erkennen, dass alles gut ist?“ Der Pfarrer regte zum Nachdenken an: „Das Wichtigste im Leben ist die Liebe!“ In Kurzversion skizzierte er die Ostergeschichte mit wenigen Bibelzitaten, bevor der Chor bestätigte „Auferstanden“.

In einem gospeligen Call-and-Response-Gesang sang Musikpädagogin Katharina Bonk von dem Wunder der Auferstehung, das der Chor mit einem strahlenden „Der Herr ist auferstanden – Hallelujah!“ beantwortete. Christian Schwarz berichtete als Solist singend von Thomas’ Zweifeln und seiner Begegnung mit Jesus.

„Das war mal etwas anderes. Der Chor hat „schee gesung“, lobte die 84-jährige Hornbacherin Ursula Kipp ergriffen. Die Riedelbergerin Birgit Scherer gehört zu den Fans des innovativen Chores, der sein hohes Niveau einmal mehr bestätigte und die Stimmung der einzelnen Lieder klar, sauber und voller Herzblut interpretierte. „Der Chor kam gut rüber“, lobte sie berührt auch die Akustik in Kirche sowie die gelebte Ökumene.

Der anschließende Kirchenkaffee ließ „Begegnungen“ hautnah erleben. Oliver Duymel und Daniel Seel freuten sich über die positive Resonanz der Gottesdienstbesucher und auch über die so gut besetzte Kirche. „Wir passen gut zusammen“, bestätigten die beiden Kirchenmänner lachend. Die Samen für weitere gemeinsame Projekte seien bereits gesät.

www.evk-hornbach.de

Termin: Nach dem gelungenen Taizé-Workshop im Herbst 2018 findet am Samstag, 29. März, erneut eine Taizéandacht im Fabianstift der Klosterstadt statt. Einen Tag vorher werden die Lieder bei einem offenen Singen vorgestellt. Hier wirkt auch der Riedelberger Chor mit. Wer Lust hat, beim Chor zu singen, ist bei der Probe jeden Montagabend um 20 Uhr im DGH Riedelberg herzlich willkommen.