| 18:21 Uhr

Kindertheater
Kinder lichten „Chaos im Märchenwald“

 Der Nachwuchs der Althornbachbacher Storcheschnäbbel überzeugte mit seinem „Chaos im Märchenwald“.
Der Nachwuchs der Althornbachbacher Storcheschnäbbel überzeugte mit seinem „Chaos im Märchenwald“. FOTO: Norbert Schwarz
Althornbach/Hornbach. Die jungen Storcheschnäbbel aus Althornbach feierten am Wochenende in Hornbach Premiere. Von Norbert Schwarz

Eines ist sicher: Mit seiner in allen Belangen überzeugenden Bühnenpremiere wusste sich der Theaternachwuchs der Althornbacher „Storcheschnäbbel“ am Samstag in den späten Nachmittagsstunden in die Herzen der kleinen und großen Besucher zu spielen. Keine Frage, dieser tadelfreien Premiere werden weitere Darbietungen folgen müssen.

Petra Mohring, Initiatorin auch für diese Premiere, strahlte übers ganze Gesicht: „Von den fast 200 Theaterbesucher bekamen wir nur positive Rückmeldungen. Es ist schon während der Aufführung spürbar gewesen, dass das eine runde Sache wird und sich alle unsere Anstrengungen lohnen werden. Das hat einfach Spaß gemacht, mit Corinna Licht und Edwin Adam als weiteren Mitstreitern diese Sache auf die Beine zu stellen.“ Nicht zu vergessen die geradezu künstlerische Arbeit zum Bühnenbild wie den allesamt selbst geschneiderten oder mit viel Fingerfertigkeit hergestellten Kostümen der kleinen Bühnenakteure. An manches der Kostüme, wie etwa den silberglänzenden Raumanzug des Roboters waren dabei große technische Herausforderungen gestellt, welche das weitere Helferteam um Petra Mohring und Corinna Licht jedoch gleichfalls glänzend zu meistern wusste.

Die Handlung selbst ließ schon im Titel viele Turbulenzen erwarten: Chaos im Märchenwald. Mit sonorer Stimme und dem passenden Einführungsvermögen führte Edwin Adam als Märchenerzähler ins Geschehen ein. Dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, konnte der Bühnennachwuchs eindrucksvoll unter Beweis stellen, wie etwa Leonie Licht mit ihrem überzeugenden Auftritt als Prinzessin Nele offenbarte. Mutter Corinna gelingt das sonst bei den Erwachsenen-Rollen und Bühnenparts.



Als Aristokratin gibt sie sich unnahbar in jeder Situation und kann es natürlich kaum fassen, dass ihr dieser „Schnösel“ Mark einfach ein Papiertaschentuch anbietet, um Tränen zu trocknen. „Was spricht er mich an, habe ich etwa das Wort an ihn gerichtet?“ Natürlich konnte Mark alias Noah Kerl nicht ahnen, dass es sich beim Gegenüber um eine Hoheit handelt, die sich am Hofe nicht mit einem Papiertaschentuch begnügt, sich vielmehr von der Dienerschaft seidene Tücher zum Schnäuzen oder dem Abwischen der Tränen reichen lässt. Wie sollte Mark auch auf Anhieb erahnen, dass ihre Hoheit aus dem Märchenwald kommt, wo alle verrückt spielen, der König nicht mehr regieren will und die Hexe lieber „joggen“ geht, statt einen Zaubertrank zu mixen. Gut nur, dass Nele sich bei ihrem menschlichen Bittgang Verstärkung mitnahm und Darius sie tatkräftig zu unterstützen weiß.

Den Wandel und die Besserung für das Chaos im Märchenwald leitet schließlich Mark ein, der die inzwischen zu Freunden gewordenen Nele und Darius mit zu seiner Oma nimmt. Einer Rolle, die für Sophia Mohring, Tochter von Petra Mohring, geradezu maßgeschneidert ist. Das jugendliche Aussehen konnte mit großartiger Maskenhilfe in eine gutmütige Ausstrahlung verwandelt werden und „Oma“ kann schließlich auch mit der passenden Lebensphilosophie aufwarten.

An witzigen Passagen mangelte es nicht, Märchenerzähler Edwin Adam sorgte zudem stets für den roten Faden in der Handlung und auch die übrigen Mitwirkenden konnten dem Bühnenspiel viel Leben einhauchen. So Luis Rauch als Zorax und Felix, Samira Rauch als „Fee“, Vievien Berni als „Rotkäppchen“, Johanna Schmidt als „Roboter“ oder Marie Wystub, die als kleine Hexe zu glänzen wusste. Das mitspielende Trio der Lichts vervollständige im Übrigen René Licht in der Rolle als König, der ja nicht mehr im Zauberwald regieren wollte.