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Kerwe in Wiesbach
Kerwerede ohne Straußjugend

 Sandra Gauder und Oliver Türr heizten auch dieses Jahr in Wiesbach beim Sportheim dem Kerwevolk mächtig ein.
Sandra Gauder und Oliver Türr heizten auch dieses Jahr in Wiesbach beim Sportheim dem Kerwevolk mächtig ein. FOTO: Norbert Schwarz
Wiesbach. Sandra Gauderund Oliver Türr sorgten am Sonntag in Wiesbach für den satirischen Jahresrückblick. Von Norbert Schwarz

„Unn die Kerwe sie lebe hoch, hoch, hoch…“ Mehr als einmal erklang dieser Schlachtruf am gestrigen Kerwesonntag beim Sportheim des SV Wiesbach, wo nicht allein die Kicker vom SVW als große Dorffamilie die Kerwe hochleben ließen. Ja, dass es derzeit keine Straußmädels und Straußbuben mehr im Dorf gibt, wird allgemein bedauert. Doch da sind ja noch immer die „Strippenzieher“ im stillen Kämmerlein, die dafür sorgen, dass trotz des fehlenden Engagements von Straußmädels und Straußbuben die Kerwe zünftig und auch mit einer „knackigen“ Kerwerede gehalten wurde.

Wie weit das Engagement der Wiesbacher für ihre Dorfkerwe geht, lässt sich wohl am besten daran ablesen, dass selbst Ortsbürgermeister Klaus Buchmann sich in den Dienst der Sache stellte und für einen schmucken Kerwestrauß als sichtbares Zeichen des Kerwefeierns sorgte. Dieser zierte die Rückfront des Sportheims, wo aus hoher Warte am gestrigen Sonntag wie schon im letzten Jahr Sandra und Oliver die Kerwerede im Dialog hielten und dafür zum Ende stürmischen Applaus bekamen.

„De Herschbschd iss do, de Wald werd bunt unn schun gehts in Wiesbach vier Daa rund. No unserer Redd spiele die Whisky Boys in unserm Haus, komm glei ruff, das gebd es riese Saus.“ Passend wie immer schon allein die Einstimmung und weil Christa Hemmer sich einmal mehr als vorzügliche Kerwewirtin erwies, die viele hungrige Mäuler mit einem tollen Kerwebüffet zufriedenzustellen wusste, stand sie in der langen Liste der besonderen Grußboten ganz oben an.



Dem folgte, ob der Zäsur im Ort ganz klar, gleich dahinter die Bürgermeisterwahl. „13 Johr war de Mayer an de Macht, das hät am Anfang kenner gedacht. Es hat viele Gerichte geb, wer dut das Amt iwwernemme, Rede schwinge das dut in Wiesbach doch niemand kenne. Net umsonscht is de Anton Ehrenbürger von unserem Kaff, ja Klaus, jetzt isses an dir, zieh die Hosse hoch, kämm die Hoor un schaff. Mach de Vorhang uff, die Biehn is Dir, schenk uns jetzt alle an der Kerb e Bier.“

Der Sportverein bekam sein Fett weg in der Rede, die Spielgemeinschaft der Hauptkicker aus Wiesbach und Knopp wurden passend ins Bild gerückt. Und damit es in einigen Jahren in Wiesbach auch wieder stramme Straußmädels und Straußbuben geben kann, seien jetzt schon erfolgreich die Weichen gestellt meinte Oliver Türr, der über den ausgebrochenen Baby-Boom in Wiesbach ganz ausführlich berichtete. Das dörfliche Highlight des Jahres, die 750-Jahr-Feier, durfte selbstverständlich nicht fehlen. „Die Kerch war jo ganz doll, ich glaab de Selinger der war voll. Die Politiker ganz fromm, hann in de vorreschde Reihe Platz genomm Redde hannse ach gehall, es hat uns all gefall.“ Mit dem was es über die Theatertruppe, „em Bernd soi Geschwindigkeitswahnsinn“ und in der neuen Altenstube im Wiesbacher Hof zu berichten gab wurde die Rede beendet und noch einmal dankte Sandra dem Olli dafür, dass er mit der Dorfchronik einen wahren Haupttreffer habe landen können.