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Mauschbach
Erfolgsgeschichte im Zelt

Mauschbach. In Mauschbach wurde die 20. Auflage der Kerwe neuer Art gefeiert. Von Norbert Schwarz

Das Kerwefeiern in Hornbachs Vorortgemeinde ist und bleibt ganz einfach der „Hit“. Viele Dorfbewohner mit ihren Gästen konnten das am Wochenende live miterleben. Was die fast 30 Straußmädels und Straußbuben aufgezogen hatten, war Brauchtumspflege ersten Ranges. 20 Jahre Zeltkerb im Ort – über die Kerwetage war das ein einziger Kracher, wie gut 200 Besucher am Sonntag bei der Kerwerede am Dorfgemeinschaftshaus hautnah miterleben konnten .

Zwei Ur-Gesteine, Laura Krippleben und Luisa Lauer, zogen auch diesmal vom Leder, brachten das Kerwevolk zum Lachen und verdienten sich zusammen mit den übrigen Straußmädels und Straußbuben den frenetischen Schlussapplaus redlich. Dabei kamen sie verständlicherweise nicht umhin, bei diesem Kerwejubiläum mit einer einfühlsamen Rückblende alle noch einmal an die Anfänge direkt beim Dorfgemeinschaftshaus zu erinnern. Steinig sei der Anfang gewesen, war zu hören, selbst die Ortspolitiker seien wenig erbaut davon gewesen, in einem Zelt die Kerb zu feiern, schließlich gehöre die Kerb ganz einfach ins Wirtshaus.

„Kumme ins Zelt, mer werre es eich zeiche“, sei damals vor 20 Jahren die Losung gewesen und diese zwei Jahrzehnten hätten das Dorfgeschehen mit seinem Kerwebrauchtum derart bereichert, dass darauf nur schwer zu verzichten sei. Dabei verhehlten Laura und Luisa allerdings nicht, dass die jetzige Dorfjugend sich in der Frage der Fortsetzung dieser wahrlich lieb gewonnenen Tradition noch etwas ziere. Für Laura und Luisa war nämlich an diesem Hochfesttag klar, als längst lieb gewonnene Kerwerednerinnen ihren Rücktritt von diesem Ehrenamt zum Schluss zu erklären.



Doch vielleicht waren sie gerade deshalb nochmals mit voller Hingabe beim obligatorischen Rückblick im Jubiläumsjahr. Dabei wurden zunächst die Neuen in der Gilde vorgestellt, bevor es zum Mauschbacher Allerlei mit herzerfrischenden Neuigkeiten kam. Etwa der Nothilfe der Feuerwehrmänner, die einer nur mit Nachthemd bekleideten Dame über die Leiter ins Haus zurück halfen und empfahlen, für künftige Fälle doch einen Zweitschlüssel und Trainingshose in der Garage zu deponieren, den Ereignissen zur Weinwanderung der Männer oder welche Folgen ein Dieselfahrverbot für Jonas mit seinem alten, blauen Land-Bulldog hätte. Die Mauschbacher Zeltkerb, das war allen klar, darf auf keinen Fall verloren gehen. Die Jugend wird sich „am Riemen reißen“, das ist gewiss, damit es auch kommendes Jahr wieder durch den Ort schallt: „Unn die Mauschbacher Kerb soll läwe…“