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Kerwe in Dietrichingen
Heimspiel für die Sandhasen

In Dietrichingen haben sich die Bemühungen um Straußmädels und Straußbuben gelohnt. Am Sonntag war bei der Dorfschenke wieder viel los.
In Dietrichingen haben sich die Bemühungen um Straußmädels und Straußbuben gelohnt. Am Sonntag war bei der Dorfschenke wieder viel los. FOTO: Norbert Schwarz
Dietrichingen. Leonie Freyer und Kyra Kiefer unterhalten die Gäste mit der diesjährigen Dietrichinger Kerwerede. Von Norbert Schwarz

„Freunde der fröhlichen Kerwezeit, Sin na alle für die diesjährige Kerwered bereit? Mir sin froh, dass mir euch dürfe begrüße, wenn ihr so zahlreich stehn vor unsere Füßen. Dies Johr han na alle ganz scheen was verzappt. Und de en orre anner hats ah mol wieder in die Kerwered gepackt. Mir gebbe dem Baam jetzt erschd mol was se drinke, bevor ihr all vor Scham im Bodde versinke…“ So tönten gestern Leonie Freyer und Kyra Kiefer zum zahlreich versammelten Kerwevolk, das sich extra zur Kerwerede bei der Dorfschenke von Leo versammelt hatten. 

 Ja, die „Sandhasen“ haben es wieder geschafft. Das urige Feiern der Kerwe mit Straußmädels und Straußbuben ist etliche Jahre nicht so das Ding der örtlichen Jugend gewesen. Doch jene, die sich um das Brauchtum im Ort kümmerten, allen voran Monika Vogelgesang, wurde nicht müde, die Werbetrommel zu rühren. Erfolgreich, denn seit einigen Jahren wird wie andernorts auch, etwa letztes Wochenende im Nachbardorf Mauschbach bei den dortigen „Kälbern“, wieder zünftig die Kerwe gefeiert.

Apropos Sandhasen und Kälber:  die Mauschbacher Straußmädels und Straußbuben hatten sich auch am gestrigen Kerwesonntag nach Dietrichingen aufgemacht, um dort den Feiernden ihre Aufwartung zu machen und der Kerwerede zu lauschen. Insbesondere den Neuigkeiten, welche die beiden Rednerinnen Leonie und Kyra für die zahlreich erschienen Zuhörer parat hatten. Schmerzlich vermisst wurde eine ihrer besten Mitstreiterinnen, ließen die beiden Rednerinnen alle wissen und erinnerten daran, dass Julia drüben in den USA jetzt viel „Sabber“ weg machen müsste. „Warum hasch dich in die USA müsse verpisse? Dort duhsch du wegmache jetzt ganz scheen viel Sabber, mir hoffe du kommsch zurück - awwer dabber!“



Dass die Geburtenrate im Ort stieg, priesen die beiden Mädels auf der Leiter wohl, gaben sie dabei doch ehrlich zu, in ein paar Jahren selbst davon zu profitieren. „Ihr sin richdiche Vorzeige-Väter, eijer Nachwuchs werd ah mol Straußbuh später…“ . An Tageslicht kamen in der Kerwerede viele Geschichten. Prompt mangelte es nicht an gut gemeinten Ratschlägen. Einer davon ist gewesen, dass man das Piepen beim Autofahren auf keinen Fall überhören sollte. „Wenns Auto piept, fahr ned weiter zerick, sonscht hat des ball de nächste Knick…“ .

Heute, wenn im Nachbarort Großsteinhausen der Bundespräsident seinen Besuch abstattet, werden die Dietrichinger Sandhausen in der Pizzeria von Leo weiterhin zünftig die Kerwe feiern. Zum Frühschoppen, der in der Regel erst spät am Abend endet, wird es hoch hergehen und am Dienstag dann die Kerwe für ein Jahr begraben.