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Vesper am Dorfbrunnen
Party mit Rührei

Kerwe, bei welcher die gesamte Dorfbevölkerung eingebunden ist. Die Walshauser machen vor, wie es zünftig gehen kann.
Kerwe, bei welcher die gesamte Dorfbevölkerung eingebunden ist. Die Walshauser machen vor, wie es zünftig gehen kann. FOTO: Norbert Schwarz
Walshausen. Walshausen feiert seine Kerb. Von Norbert Schwarz

Das Kerwefeiern nimmt ein Ende. Groß gefeiert wurde dieses Wochenende allein noch im kleinen Felsalb-Ort Walshausen. Erstmals ging es gestern per Pedes mit dem bunten Kerwestrauß durch den Ort und am Dorfbrunnen wurde gevespert. Rühreier aus der großen Gusspfanne gab es. 120 Eier, sechs Kilo Bacon-Speck und zwei Liter Milch waren dafür notwendig. Ortsbürgermeister Gunter Veith war zugleich Chefkoch.

„Das ist der Wahnsinn, eine Kerb der Superlative. Alles friedlich, alles begeistert. Zum Auftakt schon 120 Teilnehmer beim Fackelumzug am Freitag als wir die Kerwe ausbuddelten.“ Mit Schürze, Schaber und einem zünftigen bayerischen Seppl-Filzhut auf dem Kopf hatte der Ortsbürgermeister unter dem Ziegeldach des kleinen Wartehäuschens beim Dorfbrunnen mit weiteren Helfern Stellung bezogen. Erstmals ging es in diesem Jahr mit dem Kerwestrauß und vielen „Straußmädels“ und „Straußbuben“ durch den Ort. Aus Sicherheitsgründen, so die Erklärung des Ortsbürgermeisters für die Neuerung. Die Unfälle bei Straußfahrten in jüngster Zeit hätten die Verantwortlichen dazu veranlasst, meinte der Bürgermeister.

Dafür wurde jetzt zentral am Dorfbrunnen die Kerwe hochleben gelassen und das mit einer Riesenbegeisterung. Straußmädels und Straußbuben gebe es im Ort nicht. „Der Jüngste ist gerade mal drei Jahre alt und der Älteste schon 65.“ 70 Kerweshirts orderte der Ortsbürgermeister selbst bei einem Fachversand. Sie gingen wie warme Semmeln weg und nicht nur gestern waren sie sichtbare Kleidungsidentifikation mit den festlichen Kerwetagen. Nach dem furiosen Start am Freitag sei die Partynacht am Samstag gleichfalls regelrecht berauschend verlaufen, sagt der Ortsbürgermeister und freut sich vor allem darüber, dass alles ohne jegliche Zwischenfälle verlief.



Am späten Nachmittag dann die Kerwerede beim Dorfgemeinschaftshaus vor großer Zuhörerkulisse. Der bühnenerprobte Hans Baumeister und Mathias Fischer richteten ihr Wort an die neugierigen Zuhörer. Für Vanessa Oberer, die sonst immer dieses Duo zu einem Trio macht, kam in der samstäglichen Partynacht das plötzliche Aus. Am Sonntag hatte sie keine Stimme mehr, musste schweren Herzens auf ihren Redepart bei der Kerwerede verzichten.

„Ehr liewe Leid, es iss wieder soweit,. Zu de Kerb gehört e Redd un do grien manche ihr Fett. Unser Kerwered die steht un fallt mit eich als Gäschd., drum kenne ehr ruhich als mol klatsche – das wär net schlecht.“ Zum Glühweinabend flogen aus Amerika extra Gäste ein, war in der Rede zu hören und auf der Trinkfestigkeit aller lag dabei ein ganz besonderer Schwerpunkt. Pferdehufabdrücke auf einer Motorhaube eines Fiesta gab es bei den Kerwe-News zu beklatschen und die Schandtat vom Ortsnamensschild blieb gleichfalls nicht verborgen. Nur, die Walshauser würden sich bestimmt nicht zu anderen Ortsbürgern umfunktionieren lassen. Das Lied vom Holzmichel erklang für die Episode, in welcher sich ein Bürger bei der Baumpflege den eigenen Ast absägte. Sein Pech, an diesem Ast war ausgerechnet die Leiter, auf welcher der Pflegeaktivst stand, angelehnt. Groß ist die Gaudi darüber gewesen wie aller hören mussten, wie zum Junggesellenabschied Walshauser Buwe in einer Zweibrücker Striptease-Bar selbst Hand anlegten. Dass Junggesellinnen sich bei ihrer Abschiedsfeier gleichfalls männlich Stripper einladen, sei doch klar. Nur, der kam nicht und entsprechender Ersatz war rar.

Heute wird zum bayerischen Frühschoppen eingeladen und Ortsbürgermeister Gunter Veith versicherte, dass allein schon die herrliche Saaldekoration vergnügte Stunden im Dorfgemeinschaftshaus verspricht.