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Ortsrat Reifenberg
(K)ein Waldrefugium für Reifenberg

Dass der Gemeindewald ein Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür ist, wissen die Reifenberger zu schätzen. Sie schaffen Erholungszonen, wie hier beim Wasserfall. Ein Teil des Waldes soll zum „Waldrefugium“ werden.
Dass der Gemeindewald ein Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür ist, wissen die Reifenberger zu schätzen. Sie schaffen Erholungszonen, wie hier beim Wasserfall. Ein Teil des Waldes soll zum „Waldrefugium“ werden. FOTO: Norbert Schwarz
Reifenberg. Ortsbürgermeisterin Michaela Hüther plädiert für die Ausweisung einer fünf Hektar großen Waldfläche als Schutzgebiet. Dem schloss sich der Rat am Dienstag nur teilweise an.

Dem Ausweisen von Waldflächen als Refugium stehen nicht alle Ratsmitglieder in Reifenberg positiv gegenüber. Zwar ist bei der Zusammenkunft am Dienstag ein Grundsatzbeschluss dafür gefasst worden – doch wurde nicht die komplette Waldfläche unter Schutz gestellt, wie das einmal in Vorgesprächen angedacht war. Der Grund: die Unterschutzstellung wird weitaus einfacher sein, als Flächen wieder von der Deklaration als Schutzgebiet zu befreien.

Dabei besitzt das Ausweisen von Waldflächen als „Waldrefugium“ durchaus einen finanziellen Anreiz. Zahlungen werden aus dem Stiftungstopf „Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz“ gezahlt. In diese Stiftung nämlich fließen die Ausgleichsgelder, welche beim Errichten von Windkraftanlagen von den jeweiligen Investoren gezahlt werden müssen. Und weil in einem ausgewiesenen Waldrefugium kein Holzeinschlag mehr vorgenommen werden darf, bekommt die jeweilige Gemeinde, die ein Waldrefugium ausgewiesen hat, auf Antrag aus dieser Stiftung Zahlungen. Über die Höhe der Gelder wurde am Dienstagabend aber nicht gesprochen. Ist es sinnvoll alle Flächen auszuweisen? Was könnten zukünftige Entwicklungen bringen? Das waren Fragen der Ratsmitglieder. Ortsbürgermeisterin Michaela Hüther konnte zum Diskussionsbeginn darüber berichten, dass zusammen mit dem verantwortlichen Revierförster Hermann Gries aus Knopp-Labach und dem bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz für die Landespflege verantwortlichen Arno Sprau Details besprochen worden sind. Die benachbarte Ortsgemeinde Maßweiler erwäge ebenfalls ein Waldrefugium auszuweisen. Und weil sich das dortige Gebiet an die Waldflächen anschließe, welche in Reifenberg für ein solches Refugium geeignet wären, könne man die Sache nun eigentlich angehen, so die Ortsbürgermeisterin. Die rund fünf Hektar großen Waldflächen liegen „In der Au“, „Am Hang in der Au“ und „Hinter dem Höhenland am Hungerberg“. Von ihrer Struktur her, so Hüther, seien alle Flächen bestens für ein Waldrefugium geeignet. „Es gibt dort viel Totholz, naturgeschaffene Nisthöhlen für Schwarz-, Grün und Buntspechte oder Eulen“, stellte die Ortsbürgermeisterin fest. Weil die Flächen zudem überwiegend an steilen Hängen liegen, sei eine gewinnbringende Waldbewirtschaftung fast auszuschließen. „Die Kosten für die Holzfällung würden die Erlöse aus dem Holzverkauf weit übersteigen“, rechnete die Ortsbürgermeisterin vor und brach damit eine Lanze für das Waldrefugium. Dazu kam es dann aber nicht ganz. Letztendlich konnten sich die Ratsmitglieder nur dazu durchringen, dass Teile der fünf Hektar Waldrefugium werden sollen. 

Der Beitritt zur Holzvermarktungsorganisation in der Rechtsform einer GmbH ist dagegen beschlossene Sache. Sie wird künftig das Holz aus den Gemeindewaldungen vermarkten, was bisher vom Forstamt erledigt wurde. Die Abgabe von Brennholz aus dem Gemeindewald bleibt dagegen weiterhin eine Aufgabe des Försters.