| 21:50 Uhr

Frank Walter Steinmeier in Großsteinhausen
Kaiserwetter für den Bundespräsidenten

Großsteinhausens Ortsbürgermeister Volker Schmitt, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bundespräsident Steinmeier plaudern mit Sonja, Hans und dem kleinen Micha Jochheim.
Großsteinhausens Ortsbürgermeister Volker Schmitt, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bundespräsident Steinmeier plaudern mit Sonja, Hans und dem kleinen Micha Jochheim. FOTO: Norbert Schwarz
Großsteinhausen. Frank-Walter Steinmeier zeigte sich interessiert am Leben in Großsteinhausen und genoß das Bad in der Menge.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schnupperte zusammen mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei Kaiserwetter Landluft in Sonjas Lädchen in Großsteinhausen. Die Dorfbevölkerung und Gäste aus den umliegenden Ortschaften bereiteten beiden einen herzlichen Empfang. Die prominenten Gäste wiederum genoßen das Bad in der Menge sichtlich.

Frank-Walter Steinmeier bereist die Republik.  Am gestrigen Montag war Rheinland-Pfalz an der Reihe. Zweibrücken, Großsteinhausen, Bottenbach und Rumbach waren die Stationen. „Land in Sicht – Zukunft ländlicher Räume“, so das Thema der Kennenlern-Reise. Die Freude über den Besuch im kleinen Ort war riesig – und dass dafür „Sonjas Lädchen“ auserkoren wurde, war für Ortsbürgermeister Volker Schmitt keine Überraschung: „Wir haben eine sehr intakte Dorfgemeinschaft und unsere Erfolge beim Wettbewerb ‚Unser Dorf hat Zukunft’ kommen nicht von ungefähr“, betonte der Ortsbürgermeister beim Inspizieren der Vorkehrungen für den Empfang der Gäste aus Berlin und Mainz am Morgen.

Stehtische mit rotweiß-karierten Decken, Kaffee und kleine Brezeln wurden vorbereitet. Deutschlandfähnchen zierten die Tische und vom Balkon der Jochheims, die „Sonja Lädchen“  seit fast 15 Jahren betreiben, hingen Bundes-, Landes- und Gemeindefahne. Das signalisierte Vorbeifahrenden: Hier kommt es zu einem Großereignis. Gegen 9 Uhr war noch wenig Betrieb direkt vor „Sonjas Lädchen. Je näher 11.30 Uhr rückte, desto mehr Bürger fanden sich ein. Die Kleinen des Kindergartens waren schon früh zur Stelle und schwenkten probehalber ihre papiernen Nationalfähnchen.



Rund 150 Besucher bevölkerten dann den Vorplatz direkt vor dem Dorfladen, als die Uhrzeiger auf Halbzwölf standen. Es wurde viel gelacht, das Angebot für wärmenden Kaffee und die kleinen Begrüßungsbrezeln wurden dankend angenommen. Selbst die kleinsten Gäste in den Kinderwagen knabberten genüsslich an der Backware.

Die protokollarisch festgelegte Ankunft von Deutschlands höchstem Repräsentanten wurde dann von einem Hubschrauber signalisiert, der aus Richtung Zweibrücken über dem Dorf einschwebte und seine Kreise zog. Und schon kam Bewegung bei den vielen Sicherheitsbeamten auf. Zuerst eine Motorradeskorte – und dann der Dienstwagen des Bundespräsidenten mit der Nationalflagge auf dem rechten Kotflügel. Frank-Walter Steinmeier entstieg der Staatskarosse, hielt Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Arm hin und führte diese von der Hauptstraße aus in Richtung von Sonjas Dorfladen. Es wurde geklatscht, Fähnchen geschwungen und viele Hände geschüttelt. Dreyer und Steinmeier spürten die Herzlichkeit der Dorfbevölkerung, gaben sich volksnah und wechselten private Worte mit den Menschen. Ob sie denn schon gefrühstückt hätten, wollte der Bundespräsident etwa von den Kleinen des Kindergartens wissen. Postbote Bernd Sattler war gleich bei Dreyer und Steinmeier.  An deren lachenden Mienen war erkennbar, dass „De Bernd“ mal wieder einen überzeugenden Witz los geworden war. Bis Dreyer und Steinmeier den am Ladeneingang stehenden Ortsbürgermeister Schmitt und die Namensgeberin des Dorfladens Sonja Jochheim erreichte, dauerte es. Drinnen dann wurde es fast schon familiär. Der Bundespräsident erkundigte sich, wie es früher war, welche Funktion der Dorfladen hatte, wie heute alles abläuft und wer alles mit anpackt. Nicht nur für Sonja und Hans Jochheim, auch für den kleinen Sohn Micha wurde es ein großer Tag. Extra für den hohen Besuch hatte sich Micha schon früh am Morgen die Haare gegelt. Ob es auch Haargel im Laden gebe, wollte Steinmeier scherzend wissen.  Micha durfte dann im Dienstwagen des Trosses mit zu seiner Grundschule nach Bottenbach.

Dem Wunsch zum Eintrag ins Goldene Buch der Ortsgemeinde kamen Steinmeier und Dreyer gerne nach. Kleine Bonsaibäume  hatte Ortsbürgermeister Schmitt für den Besuch  als Erinnerungsgeschenk parat. Aber auch ernste Worte an den Bundespräsidenten. Denn kleine Orte wie Großsteinhausen hätten es trotz aktiver Dorfgemeinschaft immer schwerer zu überleben.

Der Bundespräsident zu Gast: Auf dem Weg in Sonjas Lädchen muss er viele Hände schütteln.
Der Bundespräsident zu Gast: Auf dem Weg in Sonjas Lädchen muss er viele Hände schütteln. FOTO: Norbert Schwarz