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„Unser Dorf hat Zukunft“
Jury zeigt sich beeindruckt von Käshofen

 Die Jury bei ihrem Besuch von Käshofen, zusammen mit Ortsbürgermeister Klaus Martin Weber (rechts).  Gerold Nicklas (2. von rechts) zeigte ein altes, bestens restauriertes Bauernhaus, das einmal ihm gehörte. In der Bildmitte der Jury-Vorsitzende Franz Kattler.
Die Jury bei ihrem Besuch von Käshofen, zusammen mit Ortsbürgermeister Klaus Martin Weber (rechts).  Gerold Nicklas (2. von rechts) zeigte ein altes, bestens restauriertes Bauernhaus, das einmal ihm gehörte. In der Bildmitte der Jury-Vorsitzende Franz Kattler. FOTO: nos
Käshofen. Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ war gestern beim Besuch voll des Lobes, gab aber auch manchen Tipp.

Von ihrer besten Seite zeigten sich gestern die Käshofer, allen voran Ortsbürgermeister Klaus-Martin Weber. Der Grund: Käshofen zählt zu den 23 Ortschaften von Rheinland-Pfalz, die sich in diesem Jahr über den Kreis- und Gebietsentscheid für den Landesentscheid in der Sonderklasse qualifizierten.

Was gestern dem Leiter der Jury  aus dem Innenministerium, Franz Kattler, als Referatsleiter für Dorferneuerung zusammen mit seinem fünfköpfigen Bewertungsteam gezeigt wurde, erntete nach dem ausgiebigen Rundgang durch grünende Wiesen, herrliche Bauerngärten, vorbei an vorbildlich sanierter, alter, dörflicher Bausubstanz und durch Neubaugebiete aus den späten 70er und 80er Jahren viel Anerkennung. „Diese Schätze hätte ich im Ort nicht vermutet. Hier wird deutlich, dass im Ort ein guter Gemeinschaftsgeist herrscht“, stellte der Juryvorsitzende Kattler fest und lud gleich alle im Dorf ein, sich am 24. November zahlreich in der Fruchthalle von Kaiserslautern einzufinden, wo in diesem Jahr die Sieger des Landesentscheides ausgezeichnet werden. Thomas Weyrich, zuständig für „Entwicklungskonzepte und wirtschaftlicher Initiativen“ war gleichfalls voll des Lobes. „Das ist nicht nach dem oftmaligen Muster ,quadratisch, praktisch, gut’“, sagte er. Dass bei der Bewirtschaftung des Dorfgemeinschaftshauses kein Defizit zu verzeichnen ist, wertete Weyrich ebenso positiv wie den Umwandlungsprozess, wie ihn der  erfolgreiche Reitsportler Carsten Schäfer ins rechte Licht zu setzen wusste. Die für das „Engagement im sozialen wie den kulturellen Aktivitäten“ zuständige Isabell Steinhauer-Theis verteilte gleichfalls Lob in höchsten Tönen. Die Harmonie sei spürbar. „Hier kann man sich nur wohlfühlen“, so das Jurymitglied. Die Pflege von altem Brauchtum wie dem Pfingstquack war für sie besonders erwähnenswert und ermuntert wurden die Verantwortlichen, einen Jugendstammtisch ins Leben zu rufen.

Der Dorfplanerin Rosa Vollmut hatte es der langgezogene Wiesenweg durch den Ort besonders angetan, dazu die vielen Natursteinpflaster, das erfolgreiche Bemühen um den Erhalt alter dörflicher Bausubstanz in Sandstein wie auch die stilgerechte Sanierung. Das Umwandeln der Leichenhalle zu einer Kreuzkapelle hinterließ Eindruck und einen gut gemeinten Rat gab es für die Zukunft auch. Die alten Plattenverkleidungen an nicht wenigen Wohnhäusern sollten entfernt werden.



Noch nie habe sie einen Ort mit so vielen guten Walnussbäumen in Augenschein genommen, staunte Sabine Günther, Leiterin der Landstuhler Stadtgärtnerei, die auch einen Ratschlag parat hatte: Weg mit den Maschendrahtzäunen hin zu einfachem Bauernzaun.

Ortsbürgermeister Klaus-Martin Weber kann froh sein, dass sich der Ort der Jury  von der „Sonnenseite“ zu präsentieren wusste. Ob es zum Sprung auf das Podest reicht, wird sich spätestens am 24. November in besagter Kaiserslauterer Fruchthalle zeigen.