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Neue Ampelkoalition in Zweibrücken-Land
„Bernhard hat große Koalition entzweit“

 Dass die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land künftig wie bereits Rheinland-Pfalz rot-gelb-grün regiert wird, könnte in Mainz neue Türen öffnen, hofft Bürgermeister Jürgen Gundacker.
Dass die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land künftig wie bereits Rheinland-Pfalz rot-gelb-grün regiert wird, könnte in Mainz neue Türen öffnen, hofft Bürgermeister Jürgen Gundacker. FOTO: dpa / Arne Dedert
Zweibrücken. Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) macht seinen CDU-Herausforderer für das Ende der 30-jährigen Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien verantwortlich. Von Lutz Fröhlich

Die künftige Ampelkoalition von SPD, FDP und Grünen sei eine große Chance für Zweibrücken-Land. Davon ist Jürgen Gundacker überzeugt, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken Land. Der Sozialdemokrat erwartet dadurch „eine moderne, zukunftsgerichtete Politik – wir wollen etwas bewegen für die Menschen in unserer Region“. Und das am besten „über mehrere Legislaturperioden“, blickt Gundacker bereits weit über die nächsten fünf Jahre voraus: „Koalitionen in Zweibrücken-Land sind ja langfristig angelegt.“ Dafür, dass die große Koalition nach 30 Jahren geplatzt ist, macht Gundacker die CDU verantwortlich – mit klarem Fokus auf den neuen starken Mann der ZW-Land-CDU, Björn Bernhard. Bernhard ist CDU-Vorsitzender, war bislang ehrenamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde – und wird am 20. Oktober Herausforderer Gundackers bei der Verbandsgemeinde-Bürgermeister-Wahl durch die Bürger.

„Björn Bernhard hat letztendlich die Koalition entzweit“, fasst Gundacker am Freitag in einem Telefonat mit dem Merkur seine Sicht der Ereignisse zusammen. Es habe in den vergangenen Jahren, insbesondere im letzten halben Jahr, „nicht nur eine, sondern mehrere Verfehlungen der CDU“ gegeben, findet Gundacker. Bereits am Freitag vor der Ratswahl vom 26. Mai habe die SPD deshalb diskutiert, eine Pressekonferenz einzuberufen, um die große Koalition zu beenden. „Die Grundlage für eine Zusammenarbeit ist Vertrauen – das ist mit der CDU leider nicht mehr gegeben.“ Nach den „haltlosen Briefen“, die Bernhard im Wahlkampf gegen die SPD initiiert habe, und Bernhards scharfen Attacken gegen Gundacker beim CDU-Neujahrsempfang sei für die SPD „klar gewesen: die große Koalition steht unter keinem guten Stern, man hätte für eine Fortsetzung alles auf den Prüfstand stellen müssen“. „Nur aus Anstand wegen der langjährigen und früher guten Zusammenarbeit“ habe man nach der Wahl noch ein Gespräch mit der CDU gesucht, um über die Kritikpunkte zu reden. Das sei aber so schlecht verlaufen, dass auch die letzten Anhänger einer Groko in der SPD-Fraktion keinerlei Chance mehr dafür sahen, sagt Gundacker.

Einen härteren Wahlkampf erwartet Gundacker nicht dadurch, dass Bernhard ihn nun aus der Oppposition heraus freier ins Visier nehmen kann: „Der hat ja auch draufgehauen, als es eine Koalition gab.“



Sein Blick sei aber „nach vorn gerichtet“, will Gundacker keine weitere Vergangenheitsbewältigung mehr betreiben. Und er sehe auch Vorteile für Zweibrücken-Land dadurch, dass in Rheinland-Pfalz ebenfalls eine Ampelkoalition regiert: „Ich bin guter Hoffnung, dass sich neue Türen zu Ministerien öffnen können.“

 Bürgermeister Jürgen Gundacker begrüßt die neue Ampelkoalition in Zweibrücken-Land.
Bürgermeister Jürgen Gundacker begrüßt die neue Ampelkoalition in Zweibrücken-Land. FOTO: Martin Wittenmeier
 Björn Bernhard will die Bürgermeister-Direktwahl am 20. Oktober gegen Gundacker gewinnen.
Björn Bernhard will die Bürgermeister-Direktwahl am 20. Oktober gegen Gundacker gewinnen. FOTO: Norbert Schwarz