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In Mainz für Zweibrücken gekämpft

Zweibrücken. Ignatz Roth war der erste Zweibrücker im rheinland-pfälzischen Landtag. Am 18. Mai 1947 wurde der erste Zweibrücker Oberbürgermeister nach dem Krieg für die SPD in den Landtag des gerade neu gegründeten deutschen Bundeslandes gewählt. Der erste Landtag hatte seinen Sitz noch in Koblenz. Erst der am 29. April 1951 gewählte zweite Landtag tagte in der Landeshauptstadt Mainz Von Merkur-Mitarbeiter Fritz Schäfer

Zweibrücken. Ignatz Roth war der erste Zweibrücker im rheinland-pfälzischen Landtag. Am 18. Mai 1947 wurde der erste Zweibrücker Oberbürgermeister nach dem Krieg für die SPD in den Landtag des gerade neu gegründeten deutschen Bundeslandes gewählt. Der erste Landtag hatte seinen Sitz noch in Koblenz. Erst der am 29. April 1951 gewählte zweite Landtag tagte in der Landeshauptstadt Mainz. Neben Ignatz Roth gehörten noch neun weitere Zweibrücker dem Landtag an. Fünf der zehn Abgeordneten stellte die SPD, vier die CDU und einen die FDP. Bei der Landtagswahl im März 2011 meldet mit Michael Wöhler von der CDU der nächste Zweibrücker seine Ansprüche als Landtagsabgeordneter an (wir berichteten). Der seit 2001 im Landtag tätige Fritz Presl (SPD) möchte eine dritte Wahlperiode in Mainz bleiben, wenn seine Partei es will (wir berichteten). Mit 15 Jahren wäre Fritz Presl aber noch nicht Rekordhalter. Den Rekord kann Presls Parteifreundin Ingrid Schneider für sich beanspruchen. Sie gehörte dem Landtag 18 Jahre von 1983 bis 2001 an. Bis 1991 war die Wahlperiode vier Jahre. Seitdem wird alle fünf Jahre gewählt. Und seit 1991 wird bei der Wahl neben der Partei auch eine Person aus dem Wahlkreis direkt in den Landtag gewählt. Ingrid Schneider (SPD) errang am 21. April 1991 das erste Direktmandat des Wahlkreises Zweibrücken. Und sie ist bisher auch die einzige Zweibrückerin im Mainzer Landtag. Ingrid Schneider erhielt 50,6 Prozent der Stimmen. Der Kandidat der CDU, Jürgen Kroh, wie Schneider seit 1983 im Landtag, erhielt 34,4 Prozent. Doch Kroh blieb über die Landesliste weiter im rheinland-pfälzischen Parlament. Schneider wiederholte den Wahlsieg gegen Kroh, der wegen der Schwäche der CDU den Wiedereinzug in den Landtag verpasste. Auch die beiden CDU-Herausforderer Presls, Eckhart Schiller 2001 und 2006 Christian Gauf, schafften es nicht über die Landesliste nach Mainz. Presl errang 41 Prozent (2001) und 39 Prozent (2006). Die Herausforderer kamen auf rund 30 Prozent. Doch neben den beiden großen Parteien traten bei den Wahlen noch fünf Direktkandidaten aus dem Wahlkreis an. Dazu gehören neben der Stadt auch die Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land und Wallhalben. Doch zurück zu den Anfängen. Ignatz Roth war nach den Angaben des Statistischen Landesamtes 16 Jahre im Landtag. 1951 wurde noch Max Schuler aus Zweibrücken für die CDU in den Landtag gewählt. Er gehörte dem Parlament bis 1963 an. Nach der Wahl vom 31. März 1963 zogen Oskar Munzinger (SPD, ebenfalls Oberbürgermeister) und Helmut Adamzyk (CDU) in den Landtag. Beide blieben bis 1975 im Parlament. 1971 kam noch ein dritter Zweibrücker in den Landtag, Peter Haberer (CDU). Er vertrat bis 1983 Zweibrücken. Neben den vier Jahren von 1971 bis 1975 war Zweibrücken nur noch eine kurze Zeit, vom Herbst 1982 bis Frühjahr 1983, mit drei Personen im Landtag. Damals rückte Walter Hitschler (FDP) nach. Von 1975 bis 1983 war Ludwig Schleifer (SPD) im Landtag. Nach der Wahl 1983 waren Ingrid Schneider (bis 2001) und Jürgen Kroh (bis 1996) in Mainz politisch aktiv. Seit 1996 ist wie in der ersten Wahlperiode Zweibrücken nur mit einem Abgeordneten vertreten. Dazu kamen immer wieder Personen aus dem Zweibrücker Umland wie in den 80- und 90er Jahren Willi Schmidt (SPD) aus Althornbach und in diesem Jahrzehnt Reiner Hohn (FDP) aus Hornbach.



Auf einen BlickLandtagsabgeordnete aus Zweibrücken:Ignatz Roth (SPD) von 1947 bis 1963. Max Schuler (CDU) von 1951 bis 1963. Oskar Munzinger (SPD) von 1963 bis 1975. Helmut Adamzyk (CDU) von 1963 bis 1975. Peter Haberer (CDU) von 1971 bis 1983. Ludwig Schleifer (SPD) von 1975 bis 1983. Walter Hitschler (FDP) von 1982 bis 1983. Ingrid Schneider (SPD) von 1983 bis 2001. Jürgen Kroh (CDU) von 1983 bis 1996. Fritz Presl (SPD) seit 2001. sf