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Kreismusikschule Südwestpfalz
Im Jubiläumsjahr auf der Suche nach einem neuen Konzept

Seit 1979 arbeitete Roland Schwindinger für die jetzt ihren 40. Geburtstag feiernde Kreismusikschule Südwestpfalz, seit 1984 als Leiter.
Seit 1979 arbeitete Roland Schwindinger für die jetzt ihren 40. Geburtstag feiernde Kreismusikschule Südwestpfalz, seit 1984 als Leiter. FOTO: Markus Fuhser
Südwestpfalz. 40 Jahre Kreismusikschule Südwestpfalz: Jubiläumsmatinee mit vielfältigem musikalischem Programm diesen Sonntag im Kreistagssaal. Von Markus Fuhser

Mit einer Matinee am Sonntagmorgen, 4. März, im Kreistagssaal in Pirmasens feiert die Kreismusikschule (KMS) ihren 40. Geburtstag. Am 1. März 1978 war der Unterrichtsbetrieb mit der Einstellung des Schulleiters Hans Werner Bernhard gestartet.

22 Kurse in musikalischer Früherziehung und Grundausbildung für 308 Schüler durch neun nebenamtliche Lehrkräfte an elf Unterrichtsorten im Kreis – das war der Anfang der KMS, sagt Roland Schwindinger, Leiter der Musikschule seit 1984.

2017 zählte die KMS 1250 Schüler und 42 Lehrer, die an 36 Orten unterrichteten, mit einer Gesamtstundenzahl von 496. Einen Höhepunkt erreichte die Musikschule 1998 mit 1414 Schülern und 610 Stunden pro Woche. Für den Rückgang bis heute macht Schwindinger unter anderem die Einführung des Nachmittagsunterrichts an den Schulen mit verantwortlich.



Die flächendeckende Möglichkeit für alle Interessierten – besonders für Kinder und Jugendliche – bei professionellen Pädagogen ein Musikinstrument zu lernen, und das zu akzeptablen Preisen, das war die Intention zur Gründung der Musikschule auch im Kreis Südwestpfalz. Geändert hat sich Einiges seit der Gründung. Blasinstrumente sind immer noch beliebt, doch Hochkonjunktur hätten Tasteninstrumente, natürlich jetzt auch elektronische, und Gitarre.

„Ganz wichtig ist bei uns die Ensemblearbeit“, sagt der Musikschulleiter. Das Zusammenspiel müsse in seinen Techniken und Regeln ebenso erlernt und geübt werden wie das Instrumentalspiel und Singen selbst. Erst die Befähigung dazu ermögliche eine eigenständige Beteiligung am aktiven Musikleben, sagt der Musikschulleiter.

Gleich 1979 gründete sich das Blasorchester des Landkreises als Ensemble der Musikschule. Konzertreihen mit regelmäßigen Schülerkonzerten folgten. 1987 ging eine Big Band (Leitung Bernd Jörg) an den Start, CDs mit den Ensembles wurden im Lauf der Jahre zusammengestellt. Die vielen öffentlichen Auftritte der jungen Musiker in vielerlei Zusammenstellung seien wichtig für die Außendarstellung und eine Werbung für die Kreismusikschule. Preise von Schülerinnen und Schülern beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ blieben nicht aus. Schüler und Lehrer bildeten mehrere Jazz- und Pop-Bands.

Bei der Finanzierung der Kreismusikhochschule wird es im Jubiläumsjahr Einschnitte geben. Bei der Finanzplanung des Kreises für dieses Jahr im Dezember 2017 wurde klar, dass das Defizit der Schule weiter zunehmen und 742 600 Euro erreichen wird – vor allem durch steigende Kosten für das Lehrpersonal. Eine Arbeitsgruppe soll nach dem Willen der Landrätin Susanne Ganster nach einem neuen Konzept für die Einrichtung suchen.

Das Programm der Matinee am Sonntag um 11 Uhr im Kreistagssaal wird die ganze Bandbreite der Leistungen der Musikschule zeigen. Die Musikstücke reichen von Mozart-Ouvertüren, von einem Flötenquartett gespielt, über Klavier zu sechs Händen (Paganini) und Kinderchor bis zum Allegro aus dem Concerto für vier 4 Cembali (J. S. Bach) und einem Pop-Medley für Trompeten, Klavier und Schlagzeug. Auch das Schlagzeugensembles (Leitung: Uli Geßner) wird sein Können demonstrieren.

Zudem werden bei der Veranstaltung auch Preisträger des 55. Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ und langjährige Lehrer geehrt.