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Dietrichingen
Im Herbst kommt illegaler Grünschnitt weg

Wer weiterhin in der Kreuzklamm in Dietrichingen illegal Grünschnitt ablädt, begeht eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit. Darauf macht eine Tafel der Kreisverwaltung an der Stelle aufmerksam. Gebracht hat’s bislang nicht viel . . . 
Wer weiterhin in der Kreuzklamm in Dietrichingen illegal Grünschnitt ablädt, begeht eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit. Darauf macht eine Tafel der Kreisverwaltung an der Stelle aufmerksam. Gebracht hat’s bislang nicht viel . . .  FOTO: Norbert Schwarz
Dietrichingen. Der illegale Grünschnitt muss raus aus der Klamm, die bislang einigen Umweltsündern als Müllhalde diente. Bis Herbst soll alles weg sein. Von Norbert Schwarz

Der illegale Grünschnitt in der Kreuzklamm oberhalb des Kinderspielplatzes im Neubaugebiet bei der Waldstraße in Dietrichingen wird im Spätherbst aus der Klamm herausgeholt und ordnungsgemäß entsorgt. Diesen Beschluss fassten die Ratsmitglieder in der jüngsten Sitzung nach einer vorhergehenden Ortsbesichtigung.

Eine bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz anonym eingegangene Anzeige über die illegale Müllablagerung brachte den Stein ins Rollen (wir berichteten bereits). Würde die Gemeinde nicht freiwillig für ordnungsgemäße Zustände sorgen, könnte die für die Entsorgung des Mülls verantwortliche Behörde zwangsweise die Arbeiten ausführen lassen. Oberbürgermeisterin Andrea Henner: „Dann müssen wir wohl mit einem fünfstelligen Betrag rechnen“. Bei illegalen Müllablagerung hält sich die zuständige Behörde grundsätzlich an den jeweiligen Grundstückseigentümer, in diesem Fall die Ortsgemeinde, welche Eigentümerin der Kreuzklamm ist, die am Ende kurz vor der eigentlichen Ortsbebauung liegt.

Kreuzklamm und die Klamm an der Dell seien die Bereiche, bei denen die illegalen Ablagerungen des Grünschnitts vorgenommen werden. Ein Problem, das nunmehr Dietrichingen hat, zuvor aber schon die Ortschaften Battweiler und Großbundenbach bewältigen mussten. Also kein Einzelfall und deshalb eigentlich auch für die Verantwortlichen sicher mehr als ein Fingerzeig dafür, die Sache mit dem Grünschnitt vielleicht grundsätzlich noch einmal zu überdenken. So erinnert sich beispielsweise noch Großbundenbachs Ortsbürgermeister Dieter Glahn gut daran, dass es einmal angedacht war, im Nord-und Südbereich der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land solche Abladeplätze von der Kreisverwaltung einzurichten, doch daraus sei, aus welchen Gründen auch immer, nichts geworden.



Leicht fiel dem Ortsgemeinderat die Entscheidung, den Unrat wieder aus den Klammen zu holen, nicht. „Das verrottet doch“, war vielfach die Ansicht. Henner musste auf zurückliegende Ereignisse verweisen, wo verstopfte Rohre die schadlos die Außengebietswässer ableiten sollen, im Bereich der „Gustav-Schmenger-Straße“ durch Schlammlawinen und Wasser für Schäden sorgten. „Jetzt wird auch die Kreisverwaltung nicht mehr locker lassen, kommen wir nicht in die Gänge, wird diese einfach auf unsere Kosten das erledigen lassen“, warnte sie.

Ratsmitglied Wilfried Wolf, selbst noch hauptberuflicher Landwirt, wird im Spätherbst die Beseitigungsaktion leiten. In der Kreuzklamm wird der noch nicht verrottete Ablagerungsrest herausgeholt, in der Klamm an der Dell, wo überwiegend Baumschnitt abgelagert worden ist, sollen die Ablagerungen geschreddert werden. Das Verschieben im Herbst geschieht mit Rücksicht auf die Lebewesen, die sich derzeit in den beiden Bereichen eine Bleibe geschaffen haben.

Vorerst gibt es keine Möglichkeit, den Bürgern bei der Ablagerung des Grünschnitts entgegen zu kommen. Henner: „Wir müssen darauf achten, dass die Vorgaben in der Müllsatzung des Landkreises eingehalten werden.“ Ratsmitglied Dieter Lehner verwies darauf, dass beim Bauhof Contwig lediglich eine „Kofferraumladung“ abgeliefert werden darf. Der Weg zur Deponie nach Mörsbach sei den Dietrichingern nicht zumutbar. Zudem müsse dort noch für die Abgabe des Grünschnitts gezahlt werden.