| 21:42 Uhr

Gasalarm
IGS Contwig nach Gasaustritt evakuiert

 Bei Erdarbeiten an der IGS Contwig beschädigte ein Bagger eine Gasleitung, die zum Schulgrundstück führt. Von einer Fachfirma konnte das Leck aber schnell wieder geschlossen werden und die Feuerwehr Entwarnung geben.
Bei Erdarbeiten an der IGS Contwig beschädigte ein Bagger eine Gasleitung, die zum Schulgrundstück führt. Von einer Fachfirma konnte das Leck aber schnell wieder geschlossen werden und die Feuerwehr Entwarnung geben. FOTO: nos
Contwig. Fast 700 Schüler und Lehrer mussten die Schule verlassen, nachdem ein Bagger eine Gasleitung beschädigt hatte.

Schreckensszenario gestern Nachmittag an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Contwig. Bei Bauarbeiten beschädigt ein Bagger die Hauptzuleitung des Erdgasanschlusses. Sofort wird Alarm in allen Klassenzimmern des Schulgebäudes und den Containerräumen ausgelöst. In Minutenschnelle bringen Schulleiter Thomas Höchst und das 75-köpfige Lehrerteam die 550 Schüler raus aus der Gefahrenzone und in den Außenbereich der Schule. Dafür erhielt das Lehrerkollegium später von Verbandsgemeindewehrleiter Markus Schmidt ein großes Lob.

Was war gestern um 13.50 Uhr an der IGS passiert? Ein Baumaschinenfahrer eines Großbauunternehmens aus dem Saarland ist gerade dabei, mit seinem gelben Bagger an der Zufahrt zwischen Schulturnhalle und dem neuen Sportplatz einen Graben auszuheben, als die Zugangsleitung für Erdgas beschädigt wird. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ist dem Erdgas ein Geruchsstoff beigemengt, der das flüchtige Gas aus der Leitung sofort riechbar macht. Der Baggerfahrer stellt seine Maschine sofort ab und sorgt dafür, dass die Alarmkette ausgelöst wird. Bei Verbandsgemeindewehrleiter Markus Schmidt schrillen um 13.54 Uhr die Alarmglocken der Rettungsleitstelle Landau.

Von da an läuft alles wie am Schnürchen. Beim Eintreffen der Löscheinheiten aus Contwig, Dellfeld und Käshofen sind die gut 550 Schüler bereits evakuiert. Die Zusatzmeldung der Leitstelle, dass bisher kein Brand entstanden sei, lässt den Verbandsgemeindewehrleiter erst einmal tief durchatmen. Dennoch, der Gefahrstoffzug des Landkreises Südwestpfalz wird noch alarmiert. Denn für Schmidt ist ebenso wie für Schulrektor Höchst zunächst die Sicherheit der Schüler oberste Priorität. Markus Schmidt dazu: „Das hat ausgezeichnet geklappt. Als die drei Löscheinheiten mit ihren Fahrzeugen anrückten, war die Evakuierung der Schüler bereits abgeschlossen. Diese haben sich schon draußen oder auf dem Weg zu den Sicherheitsräumen befunden.“



Für Schulrektor Höchst nicht gerade eine Selbstverständlichkeit, aber doch ein zufriedenstellendes Ergebnis der Übungen für den Ernstfall. „Zweimal im Jahr wird bei uns an der IGS Feueralarm ausgelöst, das haben wir schon x-mal mit den Schülern geübt und jetzt entsprechend umgesetzt. Innerhalb von vier bis fünf Minuten befanden sich die mehr als 550 Schüler im Freien und damit in Sicherheit“, erklärt Höchst. Ein Großteil der 75 Lehrkräfte und das Sekretariatspersonal waren an der Evakuierung beteiligt.

Die Feuerwehrmänner überprüfen an der Baustelle sofort, dass keine Maschinen mehr in Betrieb sind, niemand raucht, kein offenes Feuer Schaden anrichten könnte. Alarmiert sind zudem die Servicetrupps der Pfalz-Gas, der Tochter des Ludwigshafener Energieunternehmens. Deren Mitarbeiter schiebern die Hauptleitung sofort ab und beginnen mit der Reparatur, die nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Der aus Rodalben, Thaleischweiler-Fröschen, Spirkelbach und Weselberg angerückte Schadstoffzug des Landkreises Südwestpfalz misst nach dem Abdichten der Schadensstelle alle Räume in der Turnhalle, dem alten Schulgebäude und den Containern auf Gas. Aber alle Werte sind negativ. Nach zweistündiger Einsatzzeit gibt die Feuerwehr am frühen Nachmittag Entwarnung. Der Zugang zu den Klassenräumen ist wieder freigegeben und die noch vor Ort befindlichen Lehrkräfte dürfen nun die Schule betreten, um ihre persönlichen Dinge zu holen. Auch für sie ist der Arbeitstag früher als gewohnt zu Ende. Der Rücktransport der mehr als 550 Schüler mit Bussen ist über die Kreisverwaltung Südwestpfalz bis dahin längst organisiert. Verletzt wurde durch den Gasaustritt niemand. Heute soll der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden.

Landrätin Susanne Ganster war selbst vor Ort und dankte allen Einsatzkräften, insbesondere der Schulleitung, für die optimale Zusammenarbeit.

 Alle blieben ruhig: Für rund 550 IGS-Schüler und 75 Lehrer war der Unterricht gestern vorzeitig beendet.
Alle blieben ruhig: Für rund 550 IGS-Schüler und 75 Lehrer war der Unterricht gestern vorzeitig beendet. FOTO: nos / Norbert Schwarz