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Reinhold Hohn
Hornbach will Wohn-Pflege-Gemeinschaften aufbauen

 Der Oberbeiwalderhof soll für knapp 15 Millionen Euro zu einer psychosomatischen Privatklinik umgebaut werden, mit über 30 Arbeitsplätzen.
Der Oberbeiwalderhof soll für knapp 15 Millionen Euro zu einer psychosomatischen Privatklinik umgebaut werden, mit über 30 Arbeitsplätzen. FOTO: red / Norbert Rech
Hornbach. Das Ziel sei es, Wohn-Pflege-Gemeinschaften in der Klosterstadt aufzubauen, erklärt Bürgermeister Reiner Hohn, der noch offen lässt, ob er 2019 erneut für sein Amt kandidieren wird. Von Norbert Rech

Ob Reiner Hohn (FDP) bei den nächsten Kommunalwahlen noch einmal in Hornbach als Stadtbürgermeister antreten wird, steht noch in den Sternen. „In meinem Alter plane ich nicht mehr so lange im Voraus“, erklärt Hohn auf Nachfrage des Pfälzischen Merkur. Seit einem Vierteljahrhundert leitet der heute 69-Jährige beim nächsten Urnengang dann schon die Geschicke der Klosterstadt. Auch nach so langer Zeit sprüht der frühere Landtagsabgeordnete noch voll Ideen und dem Willen, diese auch umzusetzen. „Wir haben aber im Stadtrat auch gute junge Leute“, macht er deutlich, dass die Zukunft gesichert sei.

Allerdings hat Hohn sich für die nächste Zeit viel vorgenommen. So soll Hornbach Schwerpunktgemeinde beim sogenannten Wohnpunkt plus werden. Dabei würden Gemeinden gezielt unterstützt, Wohn-Pflege-Gemeinschaften aufzubauen. Im Projekt arbeiten Vertreter aus kommunalen Projektverantwortlichen und externen Beratern vor Ort. Fachlich unterstützt werden sie von der Koordinierungsstelle Wohnpunkt RLP, deren Projektträger die LZG (Landeszentrale für Gesundheitsförderung) ist. „Die allermeisten Menschen wollen auch bei Pflegebedürftigkeit im gewohnten Umfeld bleiben“, erklärt Hohn. Deshalb würden mehr ortsnahe Alternativen zwischen häuslicher und stationärer Pflege benötigt.

In der Regel schließen sich für „Wohnpunkt plus“ mehrere Bürger zusammen, um gemeinsam zu wohnen und ihren Betreuungsbedarf gemeinsam zu organisieren, erläutert die rheinland-pfälzische Landesregierung in einer Presserklärung Alle Entscheidungen, die das Zusammenwohnen und den Lebensalltag betreffen, sollen die Bewohner gemeinsam fällen. Es gebe aber auch ambulant betreute Wohngruppen, in denen ältere Menschen mit Pflegebedarf zusammenleben Sie werden im Gegensatz zu selbst organisierten Wohngemeinschaften in der Regel von ambulanten Pflegediensten, Wohnungsgesellschaften und anderen Leistungserbringern gegründet, erklärt das Sozialministerium. In solchen eigenständig betreuten Wohngruppen mit bis zu zwölf Bewohnerinnen und Bewohnern könnten Pflege-, Teilhabe- und andere Unterstützungsleistungen und Verpflegung von unterschiedlichen Anbietern individuell gewählt werden. Lediglich die Gesamtversorgung werde bei dieser Wohnform von einem der Anbieter oder vom Vermieter organisiert. „Für das Projekt suchen wir noch einen geeigneten Platz in zentraler Lage“, berichtet Hohn.



Neben diesem Thema setzt der Hornbacher Bürgermeister auch weiter auf den Tourismus. So soll eine Wanderkarte erstellt und auf dem Kreisel eine Figur des Pirminius aufgestellt werden. Auch der Rückbau und die Sanierung der Bundesstraße 424 werde fortgesetzt. In einem zweiten Bauabschnitt werde nun die Strecke vom Kloster bis zur Linde in Angriff genommen.

Positiv werde sich auch der Umbau des Oberbeiwalderhofes zu einer Privatklinik mit Hotel erweisen. Die Baugenehmigung ist nach Angaben des Zweibrücker Architekten Martin Grub erteilt worden. Vorgesehen ist die Errichtung einer Klinik für psychosomatische Erkrankungen für 38 stationäre Patienten und weitere 18 Zimmer, die als Hotelzimmer genutzt werden. Nach Fertigstellung sollen insgesamt über 30 Arbeitsplätze in der Parkklinik entstehen. Die Bausumme wird auf insgesamt etwa 14,7 Millionen Euro geschätzt.

www.lzg-rlp.de/de/wohnpu­nkt-rheinland-pfalz.html

www.klosterstadt-hornbach.de

 Hornbachs  Bürgermeister  Reiner Hohn.
Hornbachs Bürgermeister Reiner Hohn. FOTO: pma