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Neujahrsempfang in der Klosterstadt
Hornbach investiert in Tourismus

 Bürgermeister Reinhold Hohn (links) lobte gestern beim Neujahrsempfang besonders den ehrenamtlichen Einsatz vieler Hornbacher.
Bürgermeister Reinhold Hohn (links) lobte gestern beim Neujahrsempfang besonders den ehrenamtlichen Einsatz vieler Hornbacher. FOTO: nos
Hornbach. Den Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften und die Stärkung des Fremdenverkehrs hat sich die Klosterstadt in diesem Jahr zum Ziel gesetzt.

„Wenn man unser Geld will, werden wir böse“, meinte gestern beim traditionellen Neujahrsempfang im historischen Rathaus von Hornbach Bürgermeister Reinhold Hohn und hatte dabei vor zahlreichen Bürgern und Gästen die Fehde mit der Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz im Blick. Denn Hornbach wurde angewiesen, den Steuersatz für die Grundsteuer anzuheben. Dem widersetzt sich Hornbach aber. Jetzt entscheiden die Verwaltungsgerichte über die Angelegenheit.

Warum dieser Rechtsstreit aus dem Blickwinkel von Bürgermeister Hohn unumgänglich ist, brachte dieser schnell auf den Punkt: „Ich kann nicht einerseits Bürgerengagement auf den verschiedenen Ebenen des städtischen Zusammenlebens einfordern und zugleich permanent an der Steuerschraube drehen. Die Bürger, auf deren ehrenamtliche Tätigkeit gerade in der Gegenwart nicht nur Hornbach, sondern jedes Gemeinwesen angewiesen ist, dürfen nicht ständig mit immer höheren Steuern belastet werden. 8000 Euro bringen die erhöhten Grundsteuern. Das, was ehrenamtlich geleistet wird, ist um ein Vielfaches höher.“ Den vielen Helferteams, die das gesamte Jahr über für den Ort und seine Einwohner im Einsatz sind, galt deshalb der ganz besondere Dank bei diesem Neujahrsempfang. Stellvertretend nannte Hohn die Mitstreiter des „Kreiselteams“, des Friedhofs- und auch des Wanderwegeteams. Zudem erinnerte der Bürgermeister an die vielen Helfer, die Großveranstaltungen in der Pirminiushalle wie die Prunksitzung und das Oktoberfest möglich machten. „Mit diesen beiden Veranstaltungen gelingt es uns immer wieder, die finanzielle Grundlage dafür zu schaffen, dass wir beim Betrieb unserer Pirminiushalle keine roten Zahlen schreiben. Wenn ich da vergleiche, was Zweibrücken für den Betrieb der Festhalle beisteuern muss, um das Defizit auszugleichen, bedarf es keiner weiteren Worte“, betonte Reinhold Hohn.

Für das neue Jahr hat sich die Gemeinde neue Ziele gesetzt. Als Grundzentrum möchte der Fremdenverkehrsort anerkannt werden. Im Schulterschluss mit Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker würden daher Gespräche geführt. Hohn gab sich dazu hoffnungsfroh. Mit dem Bau der Klinik auf dem Gelände des Oberbeiwalderhofes werde begonnen, sagte Hohn, und räumte mit einem Fehler auf, der jüngst in den Medien stand. Da sei nachzulesen gewesen, es würde eine Seilbahn gebaut werden. „Das ist nicht der Fall, es gibt auf der Trualb im Hofbereich als besondere Attraktion eine Seilfähre, sonst nichts.“ Statt der früher einmal vorgesehenen Fischtreppe soll jetzt beim Wehr unterhalb des Hofes und der geplanten Klinik eine zusätzliche Wasserrinne für die Fische geschaffen werden. Das sei viel kostengünstiger und habe den gleichen Effekt. Der Kreisel beim Oberbeiwalderhof wird eine Pirminiusstatue bekommen, Abstimmungsgespräche wegen Größe und weiteren Details würden im Augenblick mit dem Landesbetrieb Mobiliät in Kaiserslautern geführt. „Dabei wird auch die Erneuerung der Inselbegrünung zur Sprache kommen und wir werden versuchen, eine Lösung dafür zu finden, dass uns die großen Lastwagen nicht bei jedem Umkurven des Kreisels alles platt machen. Sonst können wir uns das Eingrünen sparen.“



„Wohnen im Alter“, das will sich Hornbach auf die Fahne schreiben und strebt wegen der Förderung eine Anerkennung als Schwerpunktgemeinde mit Wohn-Pflege-Gemeinschaften an. Wenn möglich, soll der vorderpfälzischen Ortschaft Kirrweiler nachgeeifert werden.

Nicht die Wirtschaft, sondern vor allem der Tourismus solle in Zukunft das Zugpferd für Hornbach werden, stellte Hohn in seiner Rede heraus. In Planung ist deshalb eine neue Wanderkartenausgabe für den Premiumweg „Paradiesweg“ samt den Rundwanderwegen der Nachbarortschaften Althornbach, Mauschbach und Dietrichingen. Und mit den vor Jahren schon gesicherten Felsenkellern hat die Klosterstadt ebenfalls Großes vor. Sie sollen in naher Zukunft zu Therapie-Heilstollen umfunktioniert werden.