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Kerwe in Hornbach
18-köpfiges Festkomitee

 18 Staußmädels und Straußbuben sorgten beim Capito in der Pirminiushalle für Rabatz.
18 Staußmädels und Straußbuben sorgten beim Capito in der Pirminiushalle für Rabatz. FOTO: Norbert Schwarz
Hornbach. In Hornbach hat die Straßjugend mit der Stadt und den Besuchern aus der Umgebung Kerwe gefeiert. Von Norbert Schwarz

Die Herbsttage sind im Anmarsch  und mit ihnen die Kerwezeit. Traditionell machen die Klosterstädter den Anfang, am Sonntagnachmittag, bei strahlendem Sonnenschein, azurblauem Himmel, dicken Kumuluswolken  und interessierten Stadtbürgern,  wurde beim Capito, dem Restaurant der Pirminiushalle, der bunte Kerwestrauß problemlos in der Halterung befestigt und die Kerwe hochleben gelassen. Stadtbürgermeister Reinhold Hohn war dabei mit von der Partie.  

„Ihr liewe Leid unn Kerwegäschd, drinke viel unn esse feschd. Ihr lange, dicke, korze, schlanke, ihr Hurebeck unn Geischdeskranke, ob vun de Owwerstadt oder von de Platt, vum Hoffeld, em Zinsel oder de Unnerstadt, ihr Leid unn a ihr Gäschd – heit iss die Kerb, es große Feschd!“

Wie gewohnt war der diesjährige „Straußvadder“ auf eine passende Plattform gestiegen, die ein moderner Schlepper mit hydraulischer Kraft gen Himmel hob. Es war Sebastian Fröbels Premiere in Sachen Kerwerede. Von Lampenfieber war da nichts zu spüren, mit rotem Kerwe-T-Shirt und einem gleichfalls in rot gehaltenen Stirnband statt Strohhut oder Kerwemütze, gab Fröbel eine glänzende Figur ab. Mehr noch, lauthals und trotz vieler Trinksprüche auf die noch frische Kerwezeit im Jahr 2019, wusste er zu berichten, dass gleich Phönix aus der Asche die Hornbacher Straußmädels und Straußbuben, an der Zahl insgesamt 18, wieder zum Leben erwacht seien. „Do sinn ma mit em Wänche bis no Rimschwiller geeiert, hann um em Umzug mit alle annere Straußmäd und Straußbuwe mächtig gefeiert. Am Sunndamoin, de Kobb dud weh, awwer de Straußbabbe lachd: Die Hornbacher Straußmäd und Straußbuwe sinn widder zum Läwe erwacht“. 



Konnte man in den vorausgegangen Jahren in der Kerwerede dann meist viel über die Straußmädels und Straußbuwe erfahren, stand heuer das Zusammenfinden in der Gemeinschaft, die auch in der Klosterstadt altes Brauchtum zu pflegen weiß, im Vordergrund. Ob zum Weihnachtsmarkt, der Riesengaudi zur Faschingszeit oder später beim Hengstbacher Blütenfest, gefeiert wurde stets in großer Runde und mit viel Humor. Ganz plötzlich stand die eigene Kerwezeit dann bereits vor dem Tor. „Mit 15 komplett neije Leid unn nur ganz wenich Erfahrung, han mir angefang mit de Kerweplanung…“ Das Vorstellen der Engagierten war dann doch noch Thema Nummer eins und der lautstarke Applaus der beim Capito versammelten Zuhörer zeigte, dass das Interesse am alten Brauchtum zur Kerwezeit enorm groß ist. Capito-Wirt Christian versorgte die Mädels und Buben natürlich eifrig mit  Getränken, der bunte Kerwestrauß wurde mit edlem Rebensaft getauft und anschließend ging das Feiern im Capito und später beim Sportheim, wo die Kicker sich auf dem grünen Rasen des SV Hornbach keine Blöße zur Kerwezeit geben lassen wollten, weiter.