| 20:29 Uhr

HFZ-Prunksitzung
Viel Schlagermusik in der Luft

 Wenn der HFZ-Prädsident Marc Heib zum (Playback)-Schlagerstar wird, dann tobt die Halle in Contwig. Kein Wunder, stand der Abend doch unter dem Motto: „Im Schlagerhimmel“.
Wenn der HFZ-Prädsident Marc Heib zum (Playback)-Schlagerstar wird, dann tobt die Halle in Contwig. Kein Wunder, stand der Abend doch unter dem Motto: „Im Schlagerhimmel“. FOTO: David Betz
Contwig. Der HFZ zeigte vor ausverkauftem Haus seine Prunksitzung. Von David Oliver Betz

(dob) Der Humoristische Fastnachtsverein Zweibrücken-Contwig (HFZ) hat am Samstagabend mit einem gut dreistündigen Programm seine große Prunksitzung gefeiert. Unter dem Motto „Im Schlagerhimmel“ gab es viel Musik und Tanz, aber auch viel zu lachen, vor allem beim Stargast Elfriede Grimmelwiedisch, bekannt aus den Fernsehsitzungen des Saarländischen Rundfunks.

 Spätestens als Präsident Marc Heib in Lederjacke beim großen Schlagermedley den (Playback)-Barden gab und die Prinzessin Lisa II. (Keller) als nahezu perfekte Vanessa-Mai-Kopie die Meute anfeuerte, hielt es niemandenen mehr auf seinen Plätzen. Die Contwiger Turn- und Festhalle stand Kopf. Die Stimmung war ausgelassen und der HFZ durfte sich selbst auf die Schultern klopfen. Die Idee mit dem Schlagermotto war goldrichtig. Denn auch wenn das kaum jemand freiwillig zugibt: Natürlich kennt jeder die Texte von „Er gehört zu mir“, von „Atemlos“ und sogar dem weinseligen „Herzilein“ auswendig. Entsprechend wurde in Contwig immer wieder mitgesungen und mitgetanzt. Der HFZ machte aus seiner Prunksitzung kurzerhand eine Schlagerparty – und das kam großartig an.

 Doch auch die Nummern, die der Aufmerksamkeit des Publikums bedurften, bekamen ihren Raum. So trat die fünfjährige Lena Mersinger erstmals als Tanzmariechen auf die Bühne. Zusätzlich zum Niedlichkeitsfaktor machte die junge Dame das so gut, dass sie gleich mal riesigen Applaus und die erste Rakete des Abends zu hören bekam. Überhaupt zeigte der HFZ, dass er Nachwuchsarbeit kann. Mit Maurice Dufour stand ein Zehnjähriger in der Bütt, der aus seinem Schulalltag berichtete. Dabei präsentierte er seine Gags so trocken und abgebrüht, als sei er schon ein ganz alter Hase im Fastnachtsgeschäft. Da dürfen sich nicht nur die HFZler auf künftige Reden des Ausnahmetalents freuen. Dazu kommt noch eine Juniorengarde, die von der ebenfalls blutjungen Lisa Keller gecoacht wird.



 Doch natürlich zeigten auch die erfahrenen Mitglieder ihr Können. Beim Männerballett mussten Eleganz, Ästhetik, Rhythmusgefühl und Artistik leider draußen bleiben. Dafür punkteten die HFZ-Herren mit Erotik, Humor und einem unwiderstehlichen Vizepräsidenten Markus Schlachter, der die Primaballerina gab. Eine Zugabe war hier obligatorisch.

 Absoluter Höhepunkt war dann aber der Saarbrücker Ewald Blum, besser bekannt als Elfriede Grimmelwiedisch. Die Saar-Diva zog eine gute halbe Stunde vom Leder und produzierte im Publikum spitze Schreie, Lachsalven am Fließband und präsentierte den Gassenhauer „Elfie schenk mir ein Selfie“. Das war die ganz große Büttenkunst, die Grimmelwiedisch da präsentierte. Zwischen Zoten, feinen Alltagsbeobachtungen und überraschend albernen Pointen blieb kein Auge trocken. Entsprechend gab‘s zum Schluss stehende Ovationen für die Grande Dame des saarländischen Karnevals. Danach – so heißt es aus gut informierten Quellen – ging es in der Bar noch bis tief in die Nacht beim gemütlichen Teil des Abends weiter.