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Das finanzielle „Tal der Tränen“ ist durchschritten
Hemmschuh fällt weg

Um ihren Kindergarten sind die Bürger aus den Orten Käshofen, Krähenberg und Wiesbach froh. An der Außenwand des ehemaligen Verwaltungsgebäudes wurde für den Fall eines Brandes eine Stahltreppe angebracht.
Um ihren Kindergarten sind die Bürger aus den Orten Käshofen, Krähenberg und Wiesbach froh. An der Außenwand des ehemaligen Verwaltungsgebäudes wurde für den Fall eines Brandes eine Stahltreppe angebracht. FOTO: Norbert Schwarz
Wiesbach. Wiesbach zahlt Kredite fast komplett zurück. Von Norbert Schwarz

(cos) Was die Gemeindefinanzen angeht, so scheint Wiesbach, wie manch andere Gemeinde aus der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, das „Tal der Tränen“ durchschritten zu haben. Als Behördenleiter Karl-Heinz Brügel in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates umfassende Erläuterungen zum Doppeletat für das laufende und kommende Jahr lieferte, stellte er fest, dass die Liquiditätskredite bis auf einen Rest von rund 13 000 Euro zurückgezahlt werden konnten. Weil für das kommende Jahr ein weiterer Überschuss erwartet wird, könne mit einer vollständigen Rückzahlung gerechnet werden. Kredite wären dann für die Gemeindefinanzen kein Hemmschuh mehr.

Allerdings: Ohne eine Neuverschuldung im überschaubaren Rahmen wird es nicht gehen. Bei der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Licht – der Ort spart dadurch erhebliche Gelder an laufenden Stromkosten ein – mussten neue Schulden von 33 000 Euro aufgenommen werden. Außerdem soll in diesem Jahr die Heizung im Dorfgemeinschaftshaus erneuert werden. Gerechnet wird mit Investitionskosten von rund 10 000 Euro, die über einen Kredit finanziert werden sollen. Auch stehen Reparaturarbeiten in der Bauert- und Kirchstraße an (Kosten: 40 000 Euro). Auch in diesem Fall ist eine Kreditaufnahme angedacht.

Bei den Schlüsselzuweisungen werden in diesem Jahr rund 124 000 Euro erwartet, bei der Grundsteuer A und B rund 45 000 Euro. Über ertragreiche Gewerbeunternehmen verfügt die Gemeinde nicht, der geschätzte Anteil an der Gewerbesteuer liegt deshalb auch nur bei 5270 Euro. Ertragreichster Posten bei den Gemeindefinanzen ist der Anteil an der Einkommensteuer. Dieser lag im Jahr 2016 bei 186 773,87 Euro und soll in diesem Jahr bei 210 320 Euro liegen.



Rund 168 000 Euro müssen an die Kreiskasse als Umlage des Landkreises abgeführt werden. An die Verbandsgemeinde werden – nach Neuberechnung des Kämmerers Dieter Knecht – voraussichtlich 131 300 Euro überwiesen. Im Jahr 2016 waren es noch 120 124 Euro gewesen. Doch mit der Verbesserung im Finanzhaushalt und der Stärkung der Steuerkraft, wachsen auch die Umlagensätze auf der Ausgabenseite. Dem vom Ortsbeigeordneten Dieter Adam-Ringelsbacher vorgelegten Etat wurde im Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

In diesem Doppelhaushalt sind auch die Kosten für den Kindergarten veranschlagt. Zusammen mit den Nachbarorten Käshofen und Krähenberg wird der im früheren Verwaltungsgebäude eingerichtete Kindergarten als Zweckverband geführt, den im Augenblick 49 Kinder besuchen. 21 kommen aus Käshofen, vier aus Krähenberg und 24 aus Wiesbach. 68 000 Euro an restlichen Personalkosten müssen sich, entsprechend der Kinderzahl, die drei Gemeinde teilen. Bei den Sachkosten sind es rund 28 000 Euro. Erhebliche Gelder wurden in die Sicherheit der Einrichtung investiert. Eine Stahltreppe sichert in Wiesbach im Brandfall aus dem zweiten Stock den Rettungsweg an der Außenwand.