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Heinrich Semar aus Contwig wurde geehrt
Seit 70 Jahren dem Kirchenchor verbunden

 Heinrich Semar vor seiner Familiengalerie.
Heinrich Semar vor seiner Familiengalerie. FOTO: Volker Baumann
Contwig. Heinrich Semar aus Contwig erhielt Widmung des Bischofs bei Festgottesdienst zu Ehren der Heiligen Cäcilia. Von Volker Baumann

(bav) Wer kann schon von sich behaupten, 70 Jahre lang, sozusagen ein ganzes Leben, aktiv einem Chor treugeblieben zu sein? Heinrich Semar aus Contwig wurde für diese Treue nun eine ganz besondere Ehrung zuteil. Nach dem Festgottesdienst zu Ehren der Heiligen Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik, mitgestaltet vom Kirchenchor St. Laurentius Contwig, wurde der Jubilar mit der Ehrennadel in Gold und einer Widmung des Bischofs zu Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, geehrt.

Den rüstigen 84-Jährigen machte dies besonders stolz, trat er doch schon 1949 in den Kirchenchor ein, damals mit etwa 70 Männern besetzt. Bis zur Gründung eines gemischten Chores sollte es dann noch ein paar Jahre dauern und es war der altersbedingten Verkleinerung des Männerchores geschuldet, dass 1967 dann auch die Frauen im Chor ihren Platz fanden. Jetzt wieder mit 60 Sängerinnen und Sängern ausgestattet, gelang es dem Kirchenchor St. Laurentius sogar, achtstimmige Chorsätze vorzutragen.

Dem bereits 1847 gegründeten Chor wurde 1997 die Palestrina-Medaille des Cäcilien-Verbandes für über 100-jähriges Bestehen und 2019 die Zelter-Plakette des Deutschen Chorverbandes für die besonderen Verdienste um die Pflege der Chormusik verliehen. „Eine große Ehre für uns“, freut sich der Jubilar und erinnert an viele Auftritte des Chors, sei es an kirchlichen Feiertagen, bei Sängerfesten, bei Konzerten und auch bei Hochzeiten.



Heinrich Semar ist nicht nur sein Leben lang mit dem Kirchenchor, sondern auch mit seinem Heimatort Contwig verhaftet, wo er mit Ehefrau Liesel, ebenfall begeisterte Chorsängerin, bereits Diamantene Hochzeit und aktuell den 62. Hochzeitstag feiern konnte.

Konstanz zeigte der Jubilar auch in seinem Berufsleben, in dem er 49 Jahre lang bei der Firma Wolf und Sofsky beschäftigt war. Wenn er mal nicht den Gesang anstimmt, nimmt sich Heinrich Semar Zeit für seinen Garten hinterm Haus, wo die Pflege der Obstbäume jährlich sein Steckenpferd ist. „Guten Schnaps haben wir da auch schon davon brennen lassen können“, lächelt er verschmitzt und vergisst beim Steckenpferd natürlich nicht die vier Enkel und zwei Urenkel im elfköpfigen Familienverbund.