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Kerwe in Großsteinhausen
Ausnahmezustand im Dorf

Kerweglückseligkeit in Großsteinhausen.
Kerweglückseligkeit in Großsteinhausen. FOTO: Norbert Schwarz
Großsteinhausen. In Großsteinhausen wurde am Wochenende wieder Kerwe gefeiert. Von Norbert Schwarz

Ausnahmezustand herrsche zur Kerwe im Ort, reimten nicht nur die 16 Straußmädels und Straußbuben in der Kerwerede. Der Ausnahmezustand war für das Wochenende im Dorf wahrlich angesagt, denn einmal mehr ging es rund ums Sportheim hoch her. An Höhepunkten mangelte es dabei nicht, der fetzige Kerwerede in den frühen Abendstundendes Sonntags zählte dazu. Auf dem Vordach des Sportlertreffs hatten Selina Glaser und Florian Behr Platz genommen, um aus hoher Warte die Neuigkeiten zu verbreiten.

„Über Schandtate die übers Johr sin bassiert, duhe mir berichte, und es sin werklich debei e paar gute Geschichte“, ließen die Beiden schon gleich zum Beginn ihrer Rede alle wissen und hielten damit Wort. An Themen mangelte es dabei nicht, die Weinfahrt nach Rhodt in der Vorderpfalz stand ganz oben an. Auch die Ereignisse zum Riedelberger Dorffest standen wie eh und je ganz oben an. „Denn, in Riedelberg kann man sich gut betrinke, besonders muss ma sich fa hem kenn Taxi her winke…“ , hieß es da in der Kerwerede.

Originale des Ortes guckten sich die Straußmädels und Straußbuben für ihre Kerwerede aus, ein Peter Tretter mit seinem Sportwahn und blauem Flitzer durfte dabei auch nicht fehlen. „E Sportwahn vom Feinste hat der sich ausgesucht, aber sei Fahrkunst hat der schun frieh verflucht“. Das bekannte „Mir sind die Tramps…“ wurde dann für jene gesungen, die Großsteinhausen verließen, um draußen in der Welt das Glück zu finden. Die Rückkehr mit einem ausgeliehenen Fahrrad erscheint solchen Auswanderern dann gut, nur dumm, wenn man die Rückgabe des Velos vergisst, rügten die Kerweredner und schrieben dem Seb ins Tagebuch, er möge doch künftige besser auf die Rückgabe achten.



Legendär war am Montag zur Frühschoppenzeit wieder das Treiben im Sportheim, wohin sich auch viele auswärtige Besucher aufgemacht hatten. Großsteinhausens Ortsbürgermeister Volker Schmitt strahlte mit der Oktobersonne schier um die Wette, denn lustige Kerwetage konnten auch dieses Jahr die vielen Besucher erleben. Der bevorstehende Besuch des Bundespräsidenten zählte ebenso dazu und schon jetzt ist gewiss, dass dafür auch in der kommenden Kerwerede mehr als nur ein Kapitel reserviert werden muss. Friedlich verliefen die zünftigen Tage und ums Haar hätten es auch die Kicker geschafft, ihren Beitrag zur totalen Kerweglückseligkeit beizusteuern. Dennoch, die Punkteteilung im Spiel gegen den SV Battweiler verschmerzten alle, das bisschen Frust konnte zudem locker mit Gerstensaft hinuntergespült werden.