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Seit 1890 gesangliches Aushängeschild

Der Evangelische Kirchenchor Großsteinhausen auf dem Treppenaufgang zur Kirche.  Fotos: Volker Baumann
Der Evangelische Kirchenchor Großsteinhausen auf dem Treppenaufgang zur Kirche. Fotos: Volker Baumann FOTO: Volker Baumann
Der Kirchenchor Großsteinhausen ist  über die Grenzen hinaus bekannt. Von Volker Baumann

Musik ohne Grenzen“ heißt jährlich der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe des Evangelischen Kirchenchors Großsteinhausen, wenn die zur Zeit 22 aktiven Sängerinnen und Sänger, zusammen mit dem französischen Partnerchor „Chorale Oecumenique du Pays de Bitche“, abwechselnd Konzerte und Feste in der jeweiligen Region veranstalten.

 In diesem Jahr, so die Vorsitzende des Chores, Barbara Fellmann, habe sich die bunte Vielfalt der „Grenzenlosigkeit“ allein schon darin gezeigt, dass ein katholischer Holländer einen ökumenischen französischen Chor in einer deutschen evangelischen Kirche dirigiert habe. „Wenn das keine Integration ist“, so ihr Resümee zum außergewöhnlichen Auftritt, der beim Publikum sehr gut angekommen sei. Neben kirchlicher und volkstümlicher Musik seien auch nicht alltägliche Interpretationen von Schlagern und Rockmusik, teilweise durch den Instrumentalkreis begleitet, zum Vortrag gekommen. Rex Gildo’s Klassiker „Lieder sind die besten Freunde“ und „Herr der Ewigkeit“, ein für den gemischten Chor umgeschriebenes Lied, das ursprünglich die Scorpions mit „Wind of Change“ weltweit bekannt gemacht haben, bewiesen, dass der Chor inzwischen  auch die Töne bei modernen Stücken bestens beherrscht.

Nach A-capella-Gesang des Partnerchors aus Bitche und einer abschließenden deutsch-französischen Gemeinschaftsinterpretation von „Neigen sich die Stunden“ habe das Publikum die Auftritte der Chöre und Instrumentalisten mit „Standing Ovations“ honoriert. „Arbeit, Mühe und Vorbereitung haben sich gelohnt. Die Zuhörer und wir wurden mit einem musikalischen Ohrenschmaus belohnt. Es war ein gelungener Abend voller Musik und Herzlichkeit“, schwärmt Barbara Fellmann über das besondere Konzertereignis. Seit fast 130 Jahren wirkt der Evangelische Kirchenchor Großsteinhausen traditionell an der Gestaltung der Gottesdienste mit und unterstützt gesanglich wie musikalisch die Kirchengemeinde und die Ortsgemeinde bei verschiedensten Anlässen. Die alte Fahne von 1890, nach dem Motto „sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede“, werde noch heute zum Andenken aufbewahrt, erzählt die Vorsitzende.  Wie das Leben habe sich auch der Kirchenchor gewandelt, dessen Lieder und instrumentalen Beiträge im Laufe  der Jahre immer moderner geworden seien. Neben altbekannten kirchlichen und volkstümlichen Liedern singe man heute unter Chorleiterin Liselotte Mantei auch deutsche und englische Lieder aus der Gospelszene mit afrikanischen Rhythmen, aber auch für den gemischten Chor umgeschriebene Balladen aus der Pop- und Rockmusik.



Der Evangelische Kirchenchor Großsteinhausen zählt zur Zeit 71 Mitglieder, davon 22 Aktive. Neue Sängerinnen und Sänger seien zur Chorprobe, donnerstags um 20 Uhr im Gemeindehaus, herzlich willkommen und man wirbt: „Kommen Sie dazu und erleben Sie, wie es sich anfühlt, durch den Gesang der einzelnen Stimmen plötzlich zu einer Einheit zu werden und hautnah zu erfahren, dass Sie Teil des Ganzen sind“.Der nächste Auftritte des Großsteinhauser Chores, mit kirchlichen und weltlichen Liedern, findet am 1. September, um 17 Uhr, in der Kapelle des Nardini-Klinikums in Zweibrücken statt. ⇥bav

Eines der ältesten Häuser des Ortes in der Hauptstraße in Großsteinhausen.
Eines der ältesten Häuser des Ortes in der Hauptstraße in Großsteinhausen. FOTO: Volker Baumann