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Grenzland-Treffen
Unterstützung vom Bundespräsidenten erwünscht

Werner Euskirchen (hinten Mitte) hatte ins Hornbacher Klostermuseum Historama zu einem Grenzland-Treffen eingeladen.
Werner Euskirchen (hinten Mitte) hatte ins Hornbacher Klostermuseum Historama zu einem Grenzland-Treffen eingeladen. FOTO: Sebastian Dingler
Hornbach. Die Paneuropa-Union und mehrere französische Bürgermeister wollen Frank-Walter Steinmeier nächste Woche eine Resolution überreichen. Von Sebastian Dingler

Nostalgisch war das Treffen, das am Freitagnachmittag im Hornbacher Klostermuseum Historama stattfand. Aber auch nach vorne geblickt wurde dabei: 30 Jahre nach dem ersten Grenzland-Treffen 1988 im Hornbacher Rathaus trafen sich wieder Franzosen und Deutsche, um die Situation im Grenzgebiet und die übergreifende Zusammenarbeit zu besprechen.

Der Vorsitzende der Paneuropa-Union Rheinland-Pfalz mit Ursprung in Hornbach, Werner Euskirchen, hatte dazu eingeladen und moderierte das Gespräch. Besonders erfreut begrüßte er einige französische Bürgermeister mit Gerard Humbert aus Bitsch an der Spitze. Zunächst blickte Euskirchen mittels alter Videoaufnahmen auf das Treffen vor 30 Jahren zurück. Werner von Blohn, damals Oberbürgermeister von Zweibrücken, war darauf ebenso zu sehen wie sein Amtskollege Joseph Schaefer aus Bitsch. Danach ging es in Euskirchens Ansprache Schlag auf Schlag quer durch die Themengebiete: Dass das Bitscher Land insbesondere mit Volmunster vorbildlich den ländlichen Raum betont habe mit dem Museum Eschviller Mühle, dass auch das Landgestüt Zweibrücken Ähnliches erreichen könne mit der Einrichtung eines ländlichen Infozentrums im grenzübergreifenden Raum, dass die Bahnstrecke Saargemünd – Niederbronn wenigstens für eine Museumsbahn wiedereröffnet werden sollte oder dass Zweibrücken und Bitsch doch im nächsten Jahr ein gemeinsames europäisches Stadtfest feiern könnten.

Alte Videoaufnahmen ergänzten den Vortrag immer wieder, so etwa auch von einer Kutschenfahrt im Jahr 1989, bei der ein großes Fass Bier von Zweibrücken nach Volmunster transportiert wurde. Dann kam Euskirchen auch auf sein Erinnerungsprojekt zu sprechen, nämlich die Einrichtung einer Route, die den Lebensweg des Polenkönig Stanislaus Leszczynski quer durch Europa nachzeichnet (wir berichteten). Der Asyl-Aufenthalt des polnischen Monarchen in Zweibrücken vor genau 300 Jahren wird dazu mit verschiedenen Aktionen nachempfunden. Euskirchens Mitstreiterin Silvia Munzinger hatte sich bei der Zusammenkunft in Hornbach extra ein historisches Kostüm angezogen und eine neu aufgelegte Info-Broschüre verteilt mit Ausblick aufs kommende Jahr. Da findet nämlich eine Kutschenfahrt durch den Pfälzerwald und die Nordvogesen statt – als Erinnerung daran, dass König Stanislaus im Jahr 1719 von Zweibrücken nach Weißenburg umsiedeln musste. Aber auch auf die ukrainische Herkunft des Königs wurde Bezug genommen.



Stanislaus wurde im damals polnisch-litauischen Lemberg (Lwiw) geboren, ebenfalls Herkunft von Nataliya Leshchuk, die die Gäste auf Ukrainisch begrüßte. Aber auch Polnisch, Ungarisch, Rumänisch und Russisch war auf dem Treffen zu hören, das ganz im Zeichen des paneuropäischen Gedankens stand. Peter Mannschatz betonte seine multikulturelle Herkunft (Russland, Kirgisien) und sagte: „Ich bin überall zuhause und das soll so bleiben.“ Euskirchen wies auch auf das bevorstehende Großereignis hin, wenn nämlich am 22. Oktober Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Zweibrücker Land besuchen wird unter dem Motto „Land in Sicht – Zukunft ländlicher Räume“, dem Tagungs-Thema in Hornbach. Dem obersten Mann im Staat soll dann eine Resolution übergeben werden, was einstimmig beschlossen wurde. Im Inhalt geht es dabei um den Wunsch nach Unterstützung in den schon genannten Zielen: Erhalt und Ausbau des historischen Landgestüts Zweibrücken zum grenzübergreifenden ländlichen Info-Zentrum sowie den Ausbau der „Paneuropäischen Polenkönig Stanislaus Route Deutschland-Frankreich-Polen-Ukraine“. Zum Abschluss des Treffens informierten Vertreter der Plattform Mobilität Saar-Lor-Lux in einer Video-Präsentation über Probleme des Schienenverkehrs und deren Lösungsmöglichkeiten im grenzübergreifenden Raum.