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Nach acht Jahren im Amt
Der Chef-Touristiker der Südwestpfalz geht neue Wege

  Im April 2011 trat Martin Hartwig sein Amt als Geschäftsführer der Südwestpfalz-Touristik an. Eines seiner Verdienste: die Umsetzung eines Südwestpfalz-Magazins.  Archivfoto: kv
Im April 2011 trat Martin Hartwig sein Amt als Geschäftsführer der Südwestpfalz-Touristik an. Eines seiner Verdienste: die Umsetzung eines Südwestpfalz-Magazins. Archivfoto: kv FOTO: kv
Südwestpfalz. Martin Hartwig verlässt Südwestpfalz-Touristik und wird Freelancer.

Die Südwestpfalz-Touristik braucht einen neuen Geschäftsführer: Martin Hartwig wird den Fremdenverkehrverein, dessen Vorsitzende Landrätin Susanne Ganster ist, nach acht Jahren zum 30. Juni verlassen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft. Seinen Dienst trat Hartwig am 11. April 2011 an. Er folgte damals auf Geschäftsführerin Heike Müller. Unter ihm und dem damaligen Landrat Hans Jörg Duppré wurde 2013 die Dachmarke „Wanderarena Pfälzerwald-Nordvogesen“ in der Region aus der Taufe gehoben. Gleichzeitig wurde ein Wanderführer, der aktuell eine Gesamtauflage von 240 000 Stück erreicht hat, ins Leben gerufen. Neben dem Wanderführer ging die Internetseite www.wanderarena.com an den Start. „In der Saison kommt sie täglich auf bis zu 1000 Zugriffe“, freut sich die Landrätin.

Doch auch andere Projekte wurden in dieser Zeit umgesetzt: Die Printproduktlinie der Südwestpfalz-Touristik wurde überarbeitet. Daneben wurde diese um die Broschüren Gästeführertermine und Gastronomieführer erweitert.

Hartwig hat auch die Idee des Südwestpfalz-Magazins umgesetzt. Mittlerweile habe sich dieses zu einem Aushängeschild für die Region entwickelt, sagt Ganster. Ende des Jahres erscheint die fünfte Ausgabe, insgesamt wurden 240 000 Magazine produziert. „Da es bei Gästen wie Bürgern sehr begehrt ist, sind alle bisherigen Ausgaben vergriffen“, informiert die Landrätin.



„Zeitgemäß und zielgruppenspezifisch war auch der Bereich Social-Media ein Projekt des Teams um Hartwig“, lobt sie. Die Facebook-Seite habe eine beachtliche Reichweite erzielt. In Zahlen ausgedrückt hat die Wanderarena aktuell 7100 Fans und die Südwestpfalz-Touristik 3 500 Fans.

„Zu den Projekten darf man im Bereich der Pressearbeit die drei Pressereisen rechnen“, berichtet Ganster, bei denen 19 Journalisten die Schönheit und touristischen Anhautnah erlebten. Besonders erfolgreich sei die Pressereise im vergangenen Jahr mit einem medialen Gegenwert von rund 750 000 Euro und einem halbseitigen Beitrag in der bundesweiten Ausgabe der Bild-Zeitung gewesen.

Blickt Hartwig auf sein Wirken zurück, kommen ihm viele erfreuliche und erfolgreiche, aber auch schwierigere Erfahrungen in Erinnerung. Er sei angetreten, um den Touristen zu zeigen, dass die Pfalz nicht nur aus dem Bereich der Deutschen Weinstraße bestehe. „Mir war es immer ein Anliegen, das Pfund der Region – die schöne und weitgehend intakte Natur des Pfälzerwalds – am Markt zu positionieren und neue Gäste zu gewinnen“, sagt Hartwig.

Als Steilvorlage hierfür bezeichnet er den Boom der Premiumwanderwege und das starke Engagement der Verbandsgemeinden in diesem Bereich. „Durch die Dachmarke Wanderarena war und ist es möglich, dies zu realisieren“, findet der scheidende Geschäftsführer. Die Entwicklung der Statistiken spricht laut Hartwig eine deutliche Sprache. So seien die statistischen Werte für Übernachtungen und Gäste die letzten Jahre, trotz des Bettenrückgangs, der sich durch die Altersstruktur vieler Privatanbieter begründen lasse, nicht nur konstant gehalten, sondern sogar noch gesteigert geworden. „Dieser frische Wind zeigt sich auch bei vielen etablierten Hotels, die aktuell ihre Kapazitäten weiter ausbauen und somit optimistisch in die Zukunft schauen“, informiert Hartwig, der sich bei Ganster, aber auch Duppré für die Möglichkeiten, die ihn gegeben wurden, bedankt.

Doch wie sieht nach dem Weggang die berufliche Zukunft von Hartwig aus? „Ich werde dem Tourismus treu bleiben“, versichert der 47-Jährige, der Fremdenverkehrsgeographie mit Schwerpunkt Marketing studiert hat. Schon während seines Studiums wollte er mit Werbeagenturen zusammenarbeiten. „Nach 17 Jahren Berufserfahrung sehe ich jetzt die Chance, diesen Schritt zu wagen. Als Freelancer werde ich für eine bekannte Agentur, die auch hier im Raum tätig ist, arbeiten“, verrät Hartwig, der sich auf diese Herausforderung freut. Diese Konstellation erlaube es ihm auch, eigene Projekte im Bereich Tourismus-Consulting zu realisieren. So steht er auch weiterhin mit Rat und Tat dem Tourismus der Südwestpfalz zur Verfügung.

Für die Nachfolge von Hartwig seien zwölf Bewerbungen eingegangen, informiert Thorsten Höh, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Derzeit laufe das Auswahlverfahren, damit es am 1. Juli einen nahtlosen Übergang gibt.

„Ich hoffe, ich konnte in den letzten acht Jahren ein wenig dazu beitragen, die Weichen für den Tourismus in der Region auf eine erfolgreiche Zukunft zu stellen“, sagt Hartwig abschließend.

(bme)