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Frisches Geld dank sicherer Zukunft?

Der Protest der Pallmänner bei der gestrigen Demo auf dem Schlossplatz richtete sich deutlich gegen die Sparkasse Südwestpfalz und ihren Vorstandschef Rolf E. Klein. Foto: Jörg Jacobi
Der Protest der Pallmänner bei der gestrigen Demo auf dem Schlossplatz richtete sich deutlich gegen die Sparkasse Südwestpfalz und ihren Vorstandschef Rolf E. Klein. Foto: Jörg Jacobi
Zweibrücken. Nachdem die Insolvenz von Pallmann vorerst abgewendet zu sein scheint, rücken die Sparkasse Südwestpfalz und ihr Vorstandsvorsitzender Rolf E. Klein wieder in den Fokus. Sie könnten nun dem angeschlagenen Zerkleinerungsmaschinenbauer mehr finanziellen Spielraum geben Von Eric Kolling und Gerrit Dauelsberg (Merkur)

Zweibrücken. Nachdem die Insolvenz von Pallmann vorerst abgewendet zu sein scheint, rücken die Sparkasse Südwestpfalz und ihr Vorstandsvorsitzender Rolf E. Klein wieder in den Fokus. Sie könnten nun dem angeschlagenen Zerkleinerungsmaschinenbauer mehr finanziellen Spielraum geben. IG-Metall-Sekretär Ralf Cavelius: "Ich erwarte Mut von Herrn Klein, und dass die Sparkasse sagt: ,Ihr seid abgesichert, jetzt öffnen wir die Kreditlinien wieder'". Vor einer Woche hatte die Sparkasse den Geldhahn zugedreht, nachdem zuvor bereits die Commerzbank als zweite Hausbank Pallmanns ausgestiegen war (wir berichteten).Eine Kehrtwende hält Rolf E. Klein nun für möglich: "Das Insolvenzrecht sagt, dass wir für den Fall, dass eine Zahlungsunfähigkeit erklärt wurde, keine weiteren Kredite gewähren dürfen. Wenn bei Pallmann die Dinge in geordneten Bahnen laufen, wird die Sparkasse selbstverständlich zur Verfügung stehen." Dies sei völlig unabhängig von der Person Hartmut Pallmann als Firmenchef. Klein: "Ich schätze Herrn Pallmann als Persönlichkeit und halte ihn für sehr integer. Ich habe auch nie kritisiert, dass er nicht mit Zahlen umgehen kann", weißt er entschieden Kritik zurück, die Cavelius letzte Woche im Merkur als Aussage Kleins geäußert hatte. Der Sparkasse gehe es um den Erhalt der 450 Arbeitsplätze. Ob erboste Anleger ihre Konten gekündigt hätten oder andere Gewerbetreibende die Sparkasse inzwischen als unzuverlässigen Geldgeber einschätzten? Klein verneint: "Es hat niemand angerufen, der sein Geld wiederhaben haben wollte." Dass sein Institut in die Sündenbock-Rolle gedrängt wurde, findet Klein ungerecht. Ebenso wie Sparkassen-Verwaltungsratsmitglied Walter Rimbrecht - man habe aus rechtlichen Gründen nicht helfen können.

Nun, da ob der abgewendeten Insolvenz die Sparkasse als Hausbank wieder Geld geben darf, könne allerdings auch die landeseigene Investitions- und Strukturbank helfen, erklärte SPD-Landtagsmitglied Fritz Presl. Auch das Wirtschaftsministerium freute sich derweil, dass die Insolvenz abgewendet wurde. "Wenn sich ein Investor findet, muss es eine günstige Fortführungsprognose für Pallmann geben", sagte Ministeriums-Sprecherin Ruth Boekle. "Natürlich sind wir froh, wenn eine Insolvenz der Firma Pallmann vermieden wird", zeigte sich auch der Vorsitzende des Verwaltungsrats der Sparkasse, der südwestpfälzische Landrat Hans-Jörg Duppré erleichtert. Bevor die Sparkasse aber neue Kredite geben könne, müsse "eine erneute Prüfung möglicher neuer Fakten" erfolgen.