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Frauenfrühstück in Wiesbach
Der Abschied soll nicht das Ende sein

 Gerhard Lauer und Christine Gortner (rechts) ehrten Rita Clemens, Ingeborg Brünisholz und Ursel Fydika für 15 Jahre Frauenfrühstück. Auf dem Foto fehlt Edith Renner, die nicht anwesend sein konnte.
Gerhard Lauer und Christine Gortner (rechts) ehrten Rita Clemens, Ingeborg Brünisholz und Ursel Fydika für 15 Jahre Frauenfrühstück. Auf dem Foto fehlt Edith Renner, die nicht anwesend sein konnte. FOTO: Cordula von Waldow
Wiesbach. Das „letzte“ ökumenische Frauenfrühstück in Wiesbach endete mit Hoffnungsgedanken statt Abschiedstrauer. Die vier engagierten Organisatorinnen wurden von vielen Seiten für 15 Jahre Einsatz zum Wohle der Frauen in der Gemeinde und Nachbardörfern geehrt. Von Cordula von Waldow

Im katholischen Pfarrheim in Wiesbach erklangen am Mittwochmorgen Weihnachtslieder aus mehr als 30 Frauenkehlen. Gemeinsam sangen die Frauen, die am ökumenischen Frauenfrühstück unter dem Motto „Ja, ist denn schon wieder Weihnachten“ teilnahmen, die wohl bekannten Weisen wie „Alle Jahre wieder“ oder „Süßer die Glocken nie klingen“. Dazwischen hörten sie besinnliche, interessante, heitere und nachdenkenswerte Texte wie etwa über das sinnvolle Schenken von Joachim Ringelnatz.

„Sei eingedenk, dass dein Geschenk – Du selber bist“, erinnerte Christine Gortner. Sie ist bei der evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft in Kaiserslautern zuständig für die Frauenarbeit in der Pfalz. „Es war mir ein besonderes Anliegen, heute dabei zu sein, denn ich möchte mich bei ihnen im Namen der Arbeitsstelle für ihren großartigen Einsatz bedanken“, sagte sie. Sollte doch das ökumenische Adventsfrauenfrühstück das letzte seiner Art sein.

Nach 15 Jahren ehrenamtlichem Einsatz zieht sich gesundheitsbedingt das Organisatorinnen-Quartett Ingeborg Brünisholz (69), Rita Clemens (71), Ursel Fydika (69) und Edith Renner (77) aus dieser Aufgabe zurück. Viermal im Jahr hatten die vier Frauen beider Konfessionen das Frauenfrühstück organisiert und durchgeführt. „Ich weiß, wie viel Arbeit das ist, alles zu planen, sich ein Programm auszudenken, die Tische zu stellen, so liebevoll einzudecken und zu schmücken, das Frühstück zu richten und durch den Morgen zu führen“, bestätigte Christine Gortner. Sie überreichte den Damen Rosen, ein Buchgeschenk und eine Urkunde, um das Engagement zu würdigen.



Doch die Bildungsreferentin kam auch, um mögliche Nachfolgerinnen zu motivieren. Die Frage laute: „Wie kann es weitergehen?“ Dies sei eine so wunderbare Veranstaltung, bei der Frauen mit Frauen auch aus den Nachbardörfern ins Gespräch kämen, die sich sonst eher selten sähen, sich austauschen, gegenseitig inspirieren und miteinander Freude haben könnten. „Alles hat seine Zeit, doch Gott schließt keine Tür, wenn er nicht eine andere öffnet“, ermutigte sie dazu, neue Wege zu beschreiten und Lösungen zu finden.

Eine davon könnte sein, sich in einer Kooperationszone mit anderen Frauen oder Gruppierungen zusammenzuschließen. Dabei könnten sowohl die Arbeitsstelle als auch der Gemeindepädagogische Dienst in Person von Lisa Müller-Schmied aus dem Dekanat Homburg unterstützen. Im Dekanat gebe es rund um Ramstein und den Höcherberg bereits zwei Kooperationszonen, in denen dies wunderbar laufe. Selbst zwei Veranstaltungen im Jahr seien besser, als einen so gut funktionierenden und vor allem so großen Kreis einschlafen zu lassen.

Dies bedauerten auch die Frauen, die sich explizit für die „vielen schönen Stunden, die ihr uns bereitet habt“ bedankten. „Wir stehen gerne beratend und mit Tipps zur Seite“, versprach Ursel Fydika für den Kreis. Den Organisatorinnen selbst ist ihre Gruppe mit vielen Stammgästen und oft weit über 30 Frauen ans Herz gewachsen.

Optimistisch ist auch Gerhard Lauer. Der stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums bedankte sich bei den vier Frauen, „die das Gemeindeleben engagiert und zuverlässig bereichert“ hätten, mit je einem großen Christstern im goldfarbenen Topf. „Es wäre schade, wenn dies wirklich das letzte Frühstück sein würde“, betonte er. „Lasst uns mit Vertrauen in die Zukunft schauen“, kündigte er an, in der nächsten Sitzung mit dem Presbyterium nach einer praktikablen Lösung zu schauen.

So standen die Zeichen beim „letzten“ Frauenfrühstück in Wiesbach statt auf Abschiedstrauer eher auf Hoffnung und Neustart im kommenden Jahr.